PODCAST

CoronaCast aus Dresden

Sächsische.de

Updates zur Lage in Sachsen, aktuelle Informationen und spannende Gespräche mit Experten, Politikern und Menschen, die in der Corona-Krise Besonderes leisten: Das ist der CoronaCast von Sächsische.de. Durch den Podcast führt Fabian Deicke, der meist per Video-Konferenz mit seinen Gästen spricht. Redaktionell wirkt der Dresdner Social-Media-Experten und Corona-Twitterer Andreas Szabó mit - teils auch vor dem Mikrofon.
Düstere Corona-Prognosen: Wie viel Platz müssen Sachsens Kliniken noch schaffen?
Spitzt sich die Lage weiter zu, stagnieren die Infektionszahlen oder gehen sie tatsächlich ein wenig zurück? Aktuell ist es schwierig, ein genaues Bild vom Infektionsgeschehen in Sachsen zu bekommen. Verlässliche Daten liefert jedoch ein Prognosesystem der Kliniken, das zumindest ein "Fahren auf Sicht" ermöglicht. Im CoronaCast bei Sächsische.de erklärt Professor Jochen Schmitt vom Zentrum für evidenzbasierte Gesundheitsversorgung an der Uniklinik Dresden das an seinem Institut entwickelte Instrument - und was es für die kommenden 14 Tage vorhersagt. Mit dem sogenannten "Dispense Tool", wie das Prognoseinstrument heißt, sei in Sachsen bei aller Dramatik der Pandemie ein großer Fortschritt in der Gesundheitsversorgung gelungen. Schmitt schildert, was ausschlaggebend für die Entwicklung jenes Instruments gewesen ist, das es heute ermöglicht, im gesamten Freistaat jedes einzelne Klinikbett hinsichtlich der erforderlichen Versorgungslage von Covid-Patienten im Voraus zu planen. Das Prognosesystem gehe auf die Anfänge der Pandemie im März 2020 zurück. "Wir haben damals in anderen Ländern erschreckende Bilder gesehen. Patienten, die beatmet werden mussten, konnten einfach nicht versorgt werden." Schmitt sagt, es sei sofort klar gewesen, dass es ein regional übergreifendes System zur Steuerung von Patienten brauche, um lokale Überlastungen zu verhindern. Oder anders: Damit immer klar ist, wo noch ein Bett frei ist - und für wie lange. Mit den Patientendaten, die alle sächsischen Kliniken in das Tool eingeben, könnten die drei Leitstellen, also die Uniklinik Dresden und Leipzig sowie das Klinikum Chemnitz, immer mit sieben bis 14 Tagen Vorlauf für ihre Cluster die notwendigen Kapazitäten einsehen. "Seit September sehen wir in dem Tool sachsenweit ein exponentielles Wachstum", so Schmitt. Die Zahl der Patienten habe sich teils wochenweise verdoppelt. Aktuell sind an diesem Mittwoch 2.083 Betten auf Normalstationen mit Covid-Patienten belegt, 586 auf Intensivstationen. Die Belegung liegt jetzt weit jenseits der vormals als Vorwarn- bzw. Überlastungsstufe definierten Werte. Und sie werden weiter steigen, sagt Schmitt beim Blick auf die aktuelle Vorhersage. "Bei den Intensivstationen benötigen wir rund 600 Betten in einer Woche und 690 in zwei." Die aktuelle Kapazität liegt derzeit bei 615 Betten. Bis Mitte Dezember, so Schmitt, müssten in den Kliniken jetzt 90 Intensivplätze geschaffen werden. Bei den Normalstationen sieht es ähnlich aus: "Wir haben berechnet, dass wir in einer Woche 2.250 und in zwei Wochen 2.520 Betten brauchen." Verfügbar sind, Stand heute: 2.347 Betten. Irgendwoher müssen nun also rund 200 Betten kommen. "Es ist eine große Aufgabe, diese Betten jetzt frei zu kriegen und vor allem auch dafür Personal sowie Ärztinnen und Ärzten aus überwiegend fachfremden Bereichen auf die Covid-Versorgung umzustellen", so Schmitt. Dass bei dieser voll auf Corona ausgerichteten Versorgung die allgemeine Gesundheitsversorgung leide, sei unumgänglich. "Und es ist schwer, es Patienten, die lange auf Operationen gewartet haben, das jetzt zu erklären." Damit sich an der Lage etwas nachhaltig ändern könne, hält Schmitt drastische Maßnahmen für unausweichlich. "Mindestens flächendeckend 2G und zusätzliches Testen", so der Wissenschaftler, könnten einen Effekt bringen. Eine Vorhersage, wie sich die Situation an den Kliniken bis Weihnachten oder Jahresende entwickelt, könne er nicht geben. "Aber es dürfte klar sein, dass wir das jetzt nicht exponentiell weiterlaufen lassen können." Außerdem Themen des Podcastgesprächs: - Wie nutzt Sachsens Regierung die Prognosen der TU Dresden? - Wird das sächsische Prognosesystem bundesweit beispielhaft für Kliniken? - Wie viele Patienten müssen noch aus Sachsen in andere Länder geflogen werden? Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
Gestern
33 Min.
Corona-Kontrollen und Proteste - Sachsens Polizei im Pandemie-Modus
Sachsens Corona-Schutzverordnung sieht für die Durchsetzung der derzeit geltenden Regeln strenge Kontrollen vor. Auftrag und Erwartungshaltung an Ordnungsbehörden und Polizei sind also klar. "Aber es ist natürlich nicht ganz so einfach, das zu stemmen", berichtet Thomas Geithner, Sprecher der Polizeidirektion Dresden, im CoronaCast bei Sächsische.de. Die aktuelle Lage mache jedoch deutlich, dass es dringenden Bedarf für Kontrollen gebe. Im Schnitt seien 50 Beamte täglich für gemeinsame Kontrolleinsätze mit Kräften der Ordnungsämter vorgesehen. "Weil die Infektionszahlen aber nun einmal so sind, wie sie sind, haben wir diese Woche aufgestockt mit eigenen Kontrollen." Seit Formieren der Kontrollteams vor rund zwei Wochen seien Geithner zufolge im Bereich der Polizeidirektion Dresden, die für die Landeshauptstadt sowie die Landkreise Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zuständig ist, reichlich 260 Orte besucht worden. Kontrolliert wurden im Einzelhandel und Gastronomie vornehmlich die 2G-Regel sowie in Straßenbahnen und Bussen 3G und die FFP2-Maskenpflicht. "Als Fazit muss man sagen, dass sich tatsächlich die meisten an die Regeln halten", so Geithner. Es gebe knapp 30 eingeleitete Bußgeldverfahren, rund 20 Mal seien Verwarngelder fällig geworden. "Größtenteils gibt es im ÖPNV mündliche Verwarnungen. Da sind wir so in einem Bereich von 250 Ermahnungen etwa." Die Zahlen würden zunächst nicht gravierend erscheinen, meint Geithner. Allerdings würden die Kontrollen stichprobenartig erfolgen und damit oft nur Momentaufnahmen sein. "Ich fahre täglich selber auch mit der Bahn hin und zurück auf Arbeit. Da erkenne ich schon, dass der Anteil derer, die eine falsche Maske tragen oder sie 'auf halb acht' hängt, schon noch hoch ist." Jedoch sollte klar sein, dass es keine flächendeckenden Kontrollen zu jeder Zeit geben könne. Die Kontrollen seien aber deshalb wichtig, weil sie einen Großteil der Menschen veranlasse, das Verhalten den Regeln anzupassen. Es sei bei den Corona-Kontrollen wie im Straßenverkehr, erläutert Geithner die Strategie der Polizei. "Man kommt beim zu schnellen Fahren oft ungestraft durch, weil nicht überall einen Blitzer steht, in den man fahren kann. Aber wenn es passiert, dann tut's weh. Und dann wird man im Regelfall die nächste Zeit seinen Fahrstil anpassen." Und wie reagieren Menschen, die bei Verstößen erwischt werden? "Recht unterschiedlich", so Geithner. Zum Großteil herrsche Verständnis. Dass Menschen komplett dicht machten bei Kontrollen oder es zu Tätlichkeiten komme, sei selten. Eine Art der Reaktion stimme den Polizisten jedoch verwundert. Es gebe auch Menschen, die seien noch immer überrascht, wenn sie auf die geltenden Regeln angesprochen würden. "Das fällt mir schwer, das zu verstehen. Es wird medial und überall thematisiert, welche Maske man tragen muss. Dass das an einem vorbeigehen kann, leuchtet mir nur schwer ein." Außerdem Themen dieses Podcast-Gesprächs: - Rolle der Polizei bei Demos - insbesondere spontanen und nicht angezeigten - Corona-Fälle und Quarantäne: Wie hart die vierte Welle die Polizei wirklich trifft - Wie läuft die Impfkampagne in den Reihen der Polizei? Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
Vor 6 Tagen
48 Min.
Stehen Ärzte in Sachsen jetzt vor Triage-Entscheidungen?
Dresden. Der Präsident der Landesärztekammer Sachsen rechnet mit einer weiteren Zuspitzung der ohnehin bereits dramatischen Lage an den Kliniken im Freistaat. "Wir rechnen damit, dass in einzelnen Kliniken nächste Woche der Fall eintreten wird, dass Triage-Entscheidungen getroffen werden müssen", sagt Erik Bodendieck im CoronaCast bei Sächsische.de. Bodendieck verweist auf Anfragen einzelner Kliniken, die sich zur Abstimmung für das medizinisch heikle Thema an die Landesärztekammer gewendet hätten. Trotz der vorübergehenden Möglichkeit des Verlegens in andere Bundesländer seien vielerorts die Kapazitäten in absehbarer Zeit erschöpft. Inzwischen sei die Lage so weit fortgeschritten, dass sachsenweit in Krankenhäusern Triage-Pläne besprochen werden müssten. Die Landesärztekammer habe deshalb für diesen Donnerstag die ärztlichen Direktoren der Kliniken sowie den Ärztekammer-Vorsitzenden des Arbeitskreises Ethik und einen Juristen zu einer Videokonferenz eingeladen. Ziel sei es, Triage-Regeln zu finden, damit Mediziner bei schwierigen Fragen nicht allein gelassen würden. Bodendieck betont, ihm sei die Tragweite des Triage-Begriffs bewusst, und schränkt ein: "Es geht immer um die Einzelfallentscheidung." Es gebe keine Muster, die auf bestimmte Patientengruppen immer gleich angewendet werden könnten. "Das wäre Diskriminierung", so der Kammerpräsident. Wenn Ärzte die Überlebenschancen ihrer Patienten gegeneinander abwägen müssten, spielten weder Alter, Herkunft, sozialer Status oder die Krankenversicherung eine Rolle. "Auch die politische Gesinnung oder der Impfstatus nicht." Um die Überlastungssituation an den Kliniken wieder zu lösen, fordert Bodendieck von der Politik eine weitere Verschärfung. "Die aktuellen Maßnahmen greifen zu kurz, um das Gesundheitssystem wirklich zu entlasten." Der Kammerpräsident hält ein weiteres Reduzieren von Kontakten für notwendig, um die Welle brechen zu können. Zu dieser Überzeugung scheint inzwischen auch Sachsens Regierung gekommen zu sein. Am Mittwoch sprach Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) im CoronaCast bei Sächsische.de auch über einen Lockdown. Am Donnerstag legte Gesundheitsministerin Petra Köpping nach: "Ich sehe im Moment keine andere Variante", sagte sie bei einer Pressekonferenz in Dresden. Außerdem Thema im Podcast-Gespräch mit Erik Bodendieck: - Was das Problem beim Impfen in Sachsen ist - Sollten jetzt auch Apotheken beim Impfen mitmachen? - Wieso der Ärztekammerpräsident eine Impfpflicht für bestimmte Berufgruppen ungerecht empfindet Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
Vor einer Woche
38 Min.
Wie wird die vierte Corona-Welle gebrochen, Herr Kretschmer?
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) fordert angesichts der dramatischen Corona-Entwicklung an sächsischen Kliniken auch künftig größere Handlungsspielräume für die Länder bei der Pandemie-Bekämpfung. "Niemand macht leichtfertig einen Lockdown", sagt Kretschmer im Podcast-Interview bei Sächsische.de. Er gehe davon aus, dass es in den nächsten Wochen eine bundesweite Diskussion geben werde, die auch "eine Korrektur der Vorstellungen in der Ampel-Koalition" bringen wird. Die in der vergangene Woche von Bundestag und Bundesrat verabschiedete Neufassung des Infektionsschutzgesetzes und das zeitgleiche Auslaufen der "epidemischen Lage nationaler Tragweite" sorge für eine Situation, die gemeinsame Lösungen unmöglich machten. "Ich würde es als sehr positiv empfinden, wenn es eine Ministerpräsidentenkonferenz ist, die über solche Maßnahmen spricht und befindet", sagte Kretschmer. Dass sich die Lage derzeit in Sachsen dramatisch zuspitze, zeigten täglich steigende Infektionszahlen und Eindrücke, die er vor Ort in Kliniken sammle. "Wir haben in Sachsen als Zahl, die uns leitet, circa 3.000 Betten mit Corona-Patienten. Das ist die Zahl, die wir am 24. Dezember an der Spitze der damaligen Coronawelle hatten." Dies sei eine enorme Überlastung für die Krankenhäuser gewesen. "Unsere Prognose zeigt, dass wir in Sachsen diese 3.000 Betten in den nächsten 14 Tagen erreichen." Darum bereite Sachsen jetzt die Verlegung von Patienten in andere Bundesländer vor. "Denn die Menschen, die jetzt erkranken, werden in diesen nächsten 14 Tagen ins Krankenhaus kommen." Die Diskussion über den weiteren Fahrplan inklusive einer absehbaren Erweiterung inklusive einem möglichen Total-Lockdown sei daher unumgänglich. "Wir müssen solidarisch sein mit denen, die das Gesundheitssystem jetzt aufrechterhalten", sagte Kretschmer. Mit Blick auf Menschen, die sich bisher vor einer Impfung verschließen, sagt er: "Die, die sich partout nicht impfen lassen wollen, müssen für sich akzeptieren, dass sie sich zumindest in diesen Wintermonaten deutlich zurücknehmen müssen." Eine allgemeine Impfpflicht hält Kretschmer jedoch nach wie vor für den falschen Ansatz. "Wir müssen nach dieser Krise auch weiter gemeinsam leben." Dafür sei es besser, wenn sich die Menschen aus eigener Überzeugung impfen ließen statt es im Zweifel gegen ihren Willen tun zu müssen. Außerdem Themen im Podcast-Gespräch: - Wie Kretschmer mit neuerlichen Gewaltdrohungen bei Demos in Sachsen umgeht - Wie das Impfen in Sachsen jetzt entscheidend beschleunigt werden soll - Wie Sachsen für den Start der Impfungen von Kindern unter 12 Jahre plant Über den Podcast: Das Gespräch mit Michael Kretschmer wurde in der Staatskanzlei in Dresden aufgezeichnet und erscheint als Sonderfolge in gleicher Weise sowohl im "CoronaCast" als auch im Podcast "Politik in Sachsen" bei Sächsische.de.
24-11-2021
54 Min.
Überlastungsstufe erreicht: Wie geht es weiter auf den Corona-Intensivstationen?
Die Zahl der Corona-Patienten in Sachsens Krankenhäusern hat ein kritisches Niveau erreicht. Auch am Dienstag waren mehr als 1.300 Corona-Patienten auf Normalstationen in Behandlung - Tendenz stark steigend. Bei den Intensivbetten ist der sachsenweite Grenzwert von 420 belegten Betten fast erreicht. Peter Spieth ist Arzt und Leiter der Corona-Intensivstation am Uniklinikum Dresden. Im CoronaCast bei Sächsische.de spricht er über die Lage, die Überlebenschancen seiner Patienten - und die Impfung. "Wir haben aktuell 20 Patienten auf unserer Intensivstation in Behandlung", erklärt Spieth. Zehn Betten seien noch frei. Das Problem sei im Moment auf seiner Station nicht die Kapazität, sondern das Personal, um die noch freien Betten adäquat betreiben zu können. "Mit jedem neuen Patienten, der jetzt kommt, müssen wir neue Pflegekräfte mobilisieren und in der Klinik Umverteilungen vornehmen." Was so viel bedeute, als dass von anderen Stationen fachlich geeignetes Personal abgezogen werden müsse. Die Entwicklung der letzten Tage mit den sich im Zweiwochentakt verdoppelnden Patientenzahlen hätten Spieth nicht überrascht. "Corona war nie weg", sagt er und berichtet von einem Tag im August. "Da hatten wir für vier Stunden die Station einmal kurzeitig ohne Beatmungsfall." Vier Stunden, an einem Tag, seit November 2020. "Wir haben also jetzt über ein Jahr durchgehend Corona-Patienten mit Lungenersatzverfahren in Behandlung." Was ist in dieser vierten Welle nun anders? Spieth berichtet: "Von den aktuell 20 Patienten auf der Intensivstation sind 19 nicht geimpft." Der eine Fall einer geimpften Patientin sei auf erhebliche Vorerkrankungen und eine mangelnde Immunantwort durch die Impfung zurückzuführen. "Anhand dessen, was wir beobachten, muss man schon eine deutliche Empfehlung für das Impfen aussprechen, weil es wirklich die einzige Chance ist, die Infektion einzudämmen", stellt der Mediziner fest. Dass Corona nur für alte Menschen gefährlich sei, höre Spieth immer noch. "Vor allem Jüngere scheinen das zu glauben. [...] Im Schnitt sind die Menschen auf der Intensivstation jetzt aber 55 Jahre alt." In den vorangegangenen Wellen seien die Patienten durchschnittlich um die 75 Jahre gewesen. Spieth erklärt, junge Erwachsene ohne Impfschutz könne es genauso hart treffen wie ältere Menschen. Das Risiko zu sterben, sei für die 20 Patienten, die im Moment auf seiner Intensivstation liegen, unabhängig vom Alter hoch. "Ungefähr 40 Prozent werden es nicht schaffen." Wie lange die aktuelle Coronawelle anhalten wird, vermag niemand konkret vorherzusagen. "Auf unsere Prognosentools konnten wir uns aber in den vergangenen anderthalb Jahren eigentlich immer verlassen." Spieth rechnet noch mit einer weiteren Zunahme der Fälle. "Wir sind noch lange nicht am Peak der vierten Welle angelangt." Die Notfallpläne, die auch die Verlegung von Patienten in andere Regionen Deutschlands vorsehen, lägen noch in der Schublade. Transporte seien immer heikel, erst recht, wenn sie über weite Strecken gehen. Spieth gibt sich trotz der sich zuspitzenden Lage optimistisch. "Wir werden das schaffen! Da bin ich mir sicher." Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
16-11-2021
46 Min.
Impfteams und Ärzte am Limit: Kommen jetzt die Impfzentren zurück?
Die Lage könnte kaum angespannter sein: Kliniken in Sachsen stehen kurz vor der Überlastung, Regierungschef Kretschmer schließt einen Lockdown nicht mehr aus und das Land streitet über Weihnachtsmärkte. Die Impfkampagne stockt, die Menschen sind zunehmend frustriert. Schlangen bei Impfaktionen und Berichte von Hausärzten, die bis in den Januar hinein ausgebucht sind, lassen an Sachsens Krisenfestigkeit zweifeln. Im CoronaCast, dem Podcast von Sächsische.de, erklärt DRK-Sprecher Kai Kranich, was mobile Impfteams aktuell erleben - und mit welchen Maßnahmen wieder Tempo ins Impfen kommen soll. Man müsse nicht groß drumherum reden. "Es sind unzumutbare Zustände", sagt Kranich mit Blick auf das, womit die mobilen Teams des Deutschen Roten Kreuzes in Sachsen derzeit konfrontiert seien. Konzeptionell sei ein solches Team, von denen es aktuell 30 in Sachsen gibt darauf ausgelegt, pro Tag 100 bis 200 Impfungen durchzuführen. "Es kommen jetzt teilweise schon vor Beginn einer Impfaktion so viele Menschen, dass wir die, die nachkommen, vertrösten müssen." Der Frust derer, die man nicht drannehmen könne, entlade sich nicht selten am impfenden Personal. "Ich kann die Leute verstehen. In einem Fall, den ich selbst erlebt habe, kam ein Mann das dritte Mal vergebens", so Kranich. Die Pläne des Sozialministeriums, die personellen Kapazitäten der mobilen Impfteams verdoppeln zu wollen, hält Kranich für nötig. Zudem soll es in 13 Landkreisen wieder feste Standorte geben. Das Wort "Impfzentrum" vermeidet der DRK-Sprecher. "Es wird Winterquartiere geben, an denen die Impfteams fest verankert sein sollen." Zudem seien an diesen Standorten feste Öffnungszeiten geplant. Wann machen diese Winterquartiere auf? "Das entwickelt sich alles im Moment sehr dynamisch", erklärt Kranich. Man sei derzeit mit den Landkreisen, der Regierung und den Ärzteverbänden im Gespräch. Weit gediehen seien Logistik und Planung aber im Vogtland und in Dresden, wo auf dem Messegelände ein vergleichbar großer Standort wie das frühere Impfzentrum geschaffen werden soll. Kranich sagt: "Punktuell werden wir sicherlich in zwei Wochen auf jeden Fall einen Aufwuchs an Kapazität sehen." Einen gleichzeitigen Aufbau von Standorten werde es nicht geben. "Es ist einfach das nacheinander zu machen. Zudem müssen teilweise in Landkreisen erst geeignete Orte gefunden werden." Liegenschaften wie zum Beispiel die Veranstaltungsarena in Riesa seien nicht mehr frei. Und wird der Aufbau der zusätzlichen Impfstellen und die Aufstockung der mobilen Teams die Impflücke schließen? "Wir gehen davon aus, dass wir nach Abschluss des Aufbaus etwa 60.000 Impfungen pro Woche leisten können." Zusammen mit den Kapazitäten niedergelassener Ärzte würde das, so Kranichs Hoffnung, den Bedarf decken können. Außerdem werden in dieser Podcastfolge diese Fragen beantwortet: - Booster oder Neu-Impfungen: An wen richtet sich das entstehende Impfangebot? - Kommt das Buchungsportal für die Terminvereinbarung zurück? - Wie ist das Verhältnis zwischen Kassenärztlicher Vereinigung und dem DRK? Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
12-11-2021
26 Min.
Corona-Vorwarnstufe erreicht: Wie geht es weiter in Sachsen, Herr Professor Dalpke?
In Sachsen gilt ab Freitag die Vorwarnstufe. Um Kliniken vor einer Überlastung zu bewahren, greifen ab dann kontaktbeschränkende Maßnahmen. Der Dresdner Virologe Alexander Dalpke geht angesichts der momentanen Entwicklung von "einem heißen Herbst" aus. "In den kommenden vier Wochen droht bei gleichbleibender Dynamik auch das Erreichen der Überlastungsstufe", prognostiziert Dalpke im CoronaCast bei Sächsische.de. Es gebe eine Reihe von Werten, die auf dieses Szenario hindeuteten. Neben der gängigen Betrachtung von Impfquote, Inzidenz oder Anzahl eingewiesener Corona-Patienten in den Kliniken sei die Wucht der sich jetzt aufbauenden Welle auch im Abwasser zu erkennen. An dem von Dalpke geführten Institut für Medizinische Mikrobiologie und Virologie an der TU Dresden untersuchen Wissenschaftler Proben aus Klärwasser. "Wir weisen darin momentan viel Coronamaterial nach - und erkennen auch einen höheren und schnelleren Anstieg als bei früheren Infektionswellen." Zusammen mit den anderen Indikatoren gebe das nach Ansicht des Virologen Grund zur Sorge. Ob die kommende Welle auch zu einem Anstieg der Todesfälle ähnlich wie im Winter 20/21 führe, sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzbar. "Es ist ein großer Teil der Menschen geimpft. Das könnte die Zahl der Todesfälle drücken", schätzt Dalpke. Jedoch sei es, wie schon jetzt zu beobachten ist, die Gruppe der Ungeimpften, die in den Kliniken den Großteil der zu behandelnden Patienten ausmache. Dass Sachsen seine Corona-Verordnung verschärfen will und ab kommender Woche Montag wohl in einigen Bereichen verstärkt auf 2G setzen möchte, hält Dalpke aus virologischer Sicht und im Hinblick auf die Klinikauslastung für sinnvoll. "2G ist, wenn man so will, ein Lockdown zum Schutz der Ungeimpften und, um eine Überlastung der Intensivstationen zu verhindern." Nun sind in dieser vierten Welle jedoch nicht nur Ungeimpfte von Ansteckungen betroffen. Auch vollständig geimpfte Menschen trifft es. Ein prominentes Beispiel aus Sachsen ist diese Woche Kultusminister Christian Piwarz (CDU). Der 46-Jährige hat sich trotz zweifacher Impfung angesteckt. Im Hinblick auf die 2G-Regeln sei die Möglichkeit, dass auch trotz Impfung eine Infektion und Weitergabe des Virus möglich ist, eine zu diskutierende Frage. Dalpke betont dennoch: "Die Impfung schützt vor schweren Verläufen und den Folgen - für die eigene Gesundheit wie für die behandelnden Kliniken." Ein Auffrischen von Impfungen hält der Virologe in Anbetracht des fortschreitenden Infektionsgeschehens für eine sinnvolle Maßnahme. Jedoch sei es zunächst wichtig, ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen zu erreichen. In Sachsen empfiehlt die Sächsische Impfkommission die Booster-Impfung für alle ab 18 Jahren. "Der Booster schadet jüngeren nicht", so Dalpke. Gebraucht werde er aber vor allem bei immunschwachen Menschen oder Personal in Kliniken und Heimen. Außerdem beantwortet werden in dieser Podcastfolge diese Fragen: - Wie wirken Booster-Impfungen? - Sind teure Antikörpertests im Vorfeld einer Booster-Impfung sinnvoll? - Ist beim Auffrischen die Wahl des Impfstoffs wichtig? - Wie sinnvoll wäre eine Wiedereinführung der kostenlosen Bürgertests? Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
03-11-2021
33 Min.
Steigende Preise, hohe Inflation: Was hat Corona damit zu tun?
Die Preise für Strom und Öl steigen weltweit, auch in Deutschland. Auch viele weitere Waren werden derzeit schnell teurer - die Inflation liegt so hoch wie seit Jahren nicht. Welche Bereiche sind besonders betroffen? Wann ist wieder mit einer Normalisierung der Preisanstiege zu rechnen? Und was hat die momentane Handels- und Wirtschaftslage mit Corona zu tun? Klaus-Jürgen Gern, Konjunkturexperte am Institut für Weltwirtschaft in Kiel, beantwortet im CoronaCast von Sächsische.de diese Fragen und erklärt die Zusammenhänge. Deutlich spürbar ist der Preisschub derzeit beim Tanken. "Doch diese Teuerung hat mit Corona nicht so viel zu tun", sagt Gern. Die Preise für Rohöl seien noch nicht dramatisch über einem Niveau wie vor der Pandemie. Hinzugekommen seien jedoch die CO2-Steuer und die Mehrwertsteuer, die nach einer vorübergehenden Absenkung wieder angehoben wurde. All diese Faktoren zusammen ergäben die Steigerung und erklärten einen großen Teil der aktuellen Inflationsrate in Deutschland. Einen Corona-Effekt würde man Gern zufolge jedoch in anderen Wirtschafts- und Handelsbereichen erkennen können. Bei Nahrungsmitteln wirke sich aus, dass wegen Reisebeschränkungen zum Teil Erntehelfer gefehlt hätten. "Jedoch ist das ein saisonaler Effekt, den man jetzt kurzzeitig spürt." Längerfristige Probleme würden sich aus dem in der Corona-Zeit aus dem Takt geratenen internationalen Frachtverkehr ergeben. Am Kieler Weltwirtschaftsinstitut werden mit einer speziellen Software weltweit Bewegungen von Containerschiffen beobachtet. Bis in den Sommer hinein habe es wegen der Schließungen chinesischer Häfen einen Schiffsstau in Asien gegeben. "Inzwischen verlagert sich dieser Stau auf die Zielhäfen verzögerter Waren." Man komme nun in Europa und Amerika nicht mehr hinterher, die Schiffe so schnell zu entladen, um sie wiederum rechtzeitig zurückzuschicken. "Dieser Effekt, das sehen wir, zieht sich wellenartig durch die Pandemie." Und dieser Effekt hat spürbare Folgen. "Etwa für den Markt von Gebraucht- und Neuwagen", erklärt Gern. Weil Autohersteller wegen verzögerter Lieferungen nicht mehr normal produzieren könnten, werde das Angebot knapp und die Preise zögen sowohl für neue Fahrzeuge als auch für gebrauchte an. Abhängig vom internationalen Güterverkehrt ist auch das Weihnachtsgeschäft. "Aber nicht in so einem Maß, dass man sich Sorgen machen muss für die Weihnachtseinkäufe", schätzt Gern die Lage ein. Zwar sei es möglich, dass man "nicht immer genau das Produkt bekommt, was man haben möchte", aber es würden keine leeren Regale drohen. Auch Händler beklagen die Lieferengpässe. Die alles entscheidende Frage, wann Preise und Warenströme wieder ins Gleichgewicht kämen, ließe sich nur schwer beantworten. Eine schwere Infektionswelle im Winter könnte zudem das Produktions- und Konsumklima noch einmal eintrüben. Das IfW und andere führende Wirtschaftsinstitute gehen jedoch davon aus, dass im Verlauf des Jahres 2022 die deutsche Wirtschaft wieder die Normalauslastung erreichen werde. Außerdem Thema in dieser Folge CoronaCast: Welche Auswirkungen haben die zusätzlichen Gaslieferungen aus Russland? Wieso unterliegen Preise eigentlich Schwankungen? Droht mit einer vierten Coronawelle eine Kostenexplosion im Gesundheitswesen? Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
29-10-2021
36 Min.
Große Post-Covid-Studie aus Dresden: Was sagt sie über Risiken für Kinder aus?
Dass mit einer überstandenen Corona-Infektion auch Folgeerkrankungen einhergehen können, ist bekannt. Doch welche Langzeitfolgen treten wie häufig auf? Gibt es unterschiedliche Symptome je nach Alter? Und welche Erkenntnisse gibt es insbesondere für Kinder und Jugendliche? Eine neue Studie der TU Dresden liefert jetzt Ergebnisse, die die bisherige Bewertung von Long- und Post-Covid verändern könnte. "Es ist die erste Studie dieser Größe. Und es gibt bisher auch keine andere, die insbesondere für Kinder und Jugendliche derartige Evidenz liefert", erklärt Martin Rößler im CoronaCast bei Sächsische.de. Der 35-Jährige forscht am Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung an der Uniklinik. Rößler ist Autor der Studie, die in Kooperation mit den Krankenkassen AOK Bayern, AOK Plus (Dresden), Barmer, BKK, DAK Gesundheit und Techniker Krankenkasse sowie mit dem Robert-Koch-Institut entstand. Und tatsächlich ist die Studie mächtig. "Wir haben auf Grundlage der Daten von 38 Millionen Versicherten in Deutschland unsere Analyse durchführen können", sagt Rößler. Mithilfe der 2019 und 2020 gewonnenen Daten habe man nachvollziehen können, wie oft bestimmte Folge-Symptome bei laborbestätigten und den Krankenkassen gemeldeten Covid-19-Fällen aufgetreten seien. Auf diese Weise habe man bei 11.950 Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahren sowie bei 145.184 Erwachsenen Symptome feststellen können. Um miteinander vergleichbare Daten zu gewinnen, wurde außerdem den Patienten mit Symptomen eine Kontrollgruppe gegenübergestellt, bei der keine Corona-Infektionen gemeldet waren. "Zu jedem nachweislich Infizierten haben wir fünf nach Alter und Geschlecht passende nicht Infizierte in der Kontrollgruppe aufgenommen." Bei dieser Beobachtung, die insgesamt 96 verschiedene Symptome umfasste, sei schließlich aufgefallen, dass Menschen mit Covid-19-Befund mindestens drei Monate später auch häufiger Post-Covid-Symptome aufzeigten als jene, die nicht erkrankt waren. "Das gleiche konnten wir auch bei Kindern und Jugendlichen beobachten", so Rößler. Die Studie zeige demnach, dass insbesondere auch jüngere Covid-Patienten genauso mit Spätfolgen zu kämpfen haben wie Erwachsene. Allerdings würden sich die am häufigsten festgestellten Symptome unterscheiden. Demnach klagten Kinder und Jugendliche, die während der ersten Pandemiewelle an Covid-19 erkrankt waren, später häufiger über Unwohlsein, Müdigkeit und Erschöpfung, über Husten sowie Hals- und Brustschmerzen. Rößler zufolge wurden auch häufiger Diagnosen zu psychischen Erkrankungen gestellt. Bei Erwachsenen kam es dagegen öfter zu Geschmacksstörungen, Fieber und Atemwegserkrankungen. Details zum Aufbau und Ablauf der Studie, und ob sie weitergeführt wird, erklärt Rößler ausführlich in dieser Folge CoronaCast. Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
27-10-2021
27 Min.
Droht den sächsischen Kliniken wieder ein harter Corona-Winter?
Steigende Infektionszahlen und zunehmend höhere Belegung von Betten auf Normal- wie Intensivstationen mit Coronapatienten. Friedrich München, stellvertretender Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Sachsen (KGS), sieht die momentane Entwicklung mit Sorge. "Mehr noch als die aktuelle Zahl von 119 belegten Intensivbetten ist es die Dynamik auf den Normalstationen in den letzten Tagen, die dazu Anlass gibt", sagt München im CoronaCast bei Sächsische.de. Allein zwischen dem 16. und 20. Oktober hat es einen Sprung von 218 auf 299 Patienten in stationärer Behandlung an sächsischen Krankenhäusern gegeben. "Noch vor zwei Wochen lag die Zahl ungefähr bei der Hälfte. Jetzt haben wir binnen vier Tagen rund 80 neue Einlieferungen. Wir müssen das genau beobachten", warnt München. Die Mehrheit der Corona-Patienten sei auch in Sachsen nicht geimpft. Laut München seien etwa 80 bis 90 Prozent der momentan zu behandelnden Menschen ohne Impfschutz. Die übrigen Fälle seien vor allem ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen. Weil Sachsen momentan mit einer Impfquote von 56 Prozent Durchimpfung bundesweit Schlusslicht ist, liegt die Vermutung nahe, dass besonders den Kliniken im Freistaat ein schwieriger Herbst und Winter bevorstehen könnte. "Wir hoffen, dass es nicht so kommt und wir bald wieder ein Stagnieren der Zahlen sehen können." Passiere das nicht und würden Krankenhäuser ähnlich hoch wie im vergangenen Winter belastet werden, müssten auch wieder die gleichen Mechanismen greifen, sagt München. Das hieße: Die Unikliniken Leipzig und Dresden sowie das Klinikum Chemnitz würden als Leitstellen die Koordination von Patienten wieder übernehmen müssen und die Krankenhäuser insgesamt auch ihre Stationen zugunsten von Corona-Patienten frei halten. Und genau das könnte zu einem allein sächsischen Problem werden. Denn eine Freihaltepauschale, so wie sie es im vergangenen Jahr für Krankenhäuser zur Abfederung von Einnahmeausfällen gegeben hat, gebe es nicht mehr. "Das war ein Rettungsschirm des Bundes. Wir gehen davon aus, dass so etwas nicht noch einmal kommen wird." Wenn sich die Situation nun nur in Sachsen so zuspitze, gefährde das die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser im Freistaat. Um einen solchen Effekt abzufangen, fürchtet München, "dazu wird das Land Sachsen mit seinen finanziellen allein nicht in der Lage sein." Konkrete Ideen oder Maßnahmen, ein solches Szenario abzuwenden, gebe es noch nicht. Allerdings sei die KGS bereits mit der Staatsregierung darüber im Gespräch. Wichtig: Das Szenario würde wohl erst beim Erreichen einer starken Überlastung der Kliniken eintreten. Vorher, so erklärt es auch München, würde zunächst auch die sogenannte Vorwarnstufe greifen. Die tritt laut sächsischer Corona-Verordnung in Kraft, sobald 180 Intensivbetten oder 650 Betten auf Normalstation belegt sind. Ab dann müssten etwa im privaten Rahmen wieder Kontakte minimiert werden. Modellrechnungen zeigen, dass das in den ersten November passieren könnte. Außerdem Thema in dieser Folge CoronaCast: - Das von Gesundheitsminister Spahn geplante Ende der "Epidemischen Notlage" - Die Lage an sächsischen Intensivstationen nach anderthalb Jahren Krisenmodus - Was Politik und Krankenhäuser gegen den Pflegenotstand tun müssen Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
21-10-2021
28 Min.
Impfnachweis im Unternehmen: Gehört das in die Arbeitswelt, Herr Schlimbach?
Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Sachsen, Markus Schlimbach, kritisiert einen von Ministerpräsident Michael Kretschmer eingebrachten Vorschlag zu einer möglichen Auskunftspflicht am Arbeitsplatz über eine Corona-Impfung. "Wir sehen im Moment, dass der Druck, sich impfen zu lassen, immer mehr auf die betriebliche Ebene verlagert wird", sagt Schlimbach im CoronaCast bei Sächsische.de. Der DGB-Chef mahnt an, dass Unternehmen, Angestellte, vor allem aber Personal- und Betriebsräte im Fall der Einführung einer solchen Regel die Versäumnisse der Politik ausbaden müssten. "Der Staat, der eine große Aufgabe zur Information und Diskussion mit den Menschen hat, macht sich da einen schmalen Fuß." Die Debatte sei eine gesellschaftliche und keine, die in Betrieben geführt werden sollte, so Schlimbach. Ministerpräsident Kretschmer hatte sich diese Woche am Rande eines Besuchs in der italienischen Hauptstadt Rom dafür ausgesprochen, dass Arbeitnehmer bei ihrem Unternehmen ihren Impfstatus nachweisen sollten. Er hatte dabei auf den öffentlichen und sozialen Bereich verwiesen, wo das in Teilen schon Gang und Gäbe sei. Die Aussage hatte Kretschmer im Lichte seines Italienbesuchs wohl auch deshalb getroffen, weil in dem Land ab 15. Oktober genau diese Regel gelten soll. Für den DGB sei das ein bedenkliches Szenario. Schließlich würden Gesundheitsdaten höchsten europäischen Datenschutzstandards unterliegen. Dass etwas Vergleichbares in Deutschland eingeführt werde, hält Schlimbach wegen EU-rechtlicher Hürden und der Vorgaben des Grundgesetzes nicht für vertretbar. Doch wäre eine Auskunft am Arbeitsplatz nicht eine konsequente Umsetzung der 3G-Regel, so wie sie im privaten Bereich für Restaurantbesuche oder Konzerte inzwischen Standard ist? Einheitliche Regeln für alle Bereiche des Alltags - so schön das auch klingen würde, "es hat gute Gründe, wieso Arbeitgeber nicht über den Gesundheitsstatus von Mitarbeitern Bescheid wissen dürfen", entgegnet Schlimbach. Nur so könne vermieden werden, dass sich wegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen vermeidbare Nachteile am Arbeitsplatz ergeben würden. Außerdem Themen in dieser Folge CoronaCast: - Die ab 11. Oktober in Deutschland kostenpflichtig werdenden Coronatests und die Auswirkungen auf die Arbeitswelt. - Die aktuell geltenden Regeln zum Coronaschutz am Arbeitsplatz. - Die schwierige Balance im Umgang mit Geimpften und Ungeimpften bei der Arbeit. - Veränderungen der Arbeitswelt durch Digitalisierung und Homeoffice während Corona. Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
06-10-2021
42 Min.
Welche Folgen hat der Fall Idar-Oberstein für unsere Gesellschaft, Herr Lob-Hüdepohl?
Das Mitglied des Deutschen Ethikrates Andreas Lob-Hüdepohl sieht in dem Fall des 20-jährigen Studenten, der in einer Tankstelle im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein erschossen wurde, "die Grenzen des zivilen Zusammenlebens weit überschritten". Im CoronaCast bei Sächsische.de bezeichnet Lob-Hüdepohl die Tat zudem als "kaltblütigen Mord", weil die bisher bekannten Informationen zum Ablauf darauf hindeuteten. Nach Ansicht des Berliner Theologen sei eine Affekthandlung auszuschließen, weil der mutmaßliche Täter anderthalb Stunden nach seiner ersten Begegnung mit dem späteren Opfer bewusst und bewaffnet in die Tankstelle zurückgekehrt sei. "Wie der Mann selbst auch aussagt, habe er, um eine erneute Ansage des Studenten zu provozieren, seine Maske abgesetzt." Dies sei eine erschütternde Form der Kaltblütigkeit. Deutschlandweit reagieren Menschen bestürzt auf den Fall und äußern ihr Mitgefühl. In verschwörungsideologischen Kreisen und auf "Querdenker"-Kanälen allerdings wird das Vorgehen des mutmaßlichen Täters zum Teil gewürdigt, das Opfer verhöhnt. "Wer einen Mord begrüßt, bereitet den Weg für neue Gewalt", sagte Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz. Lob-Hüdepohl sieht das ähnlich, und ergänzt: "Was sich in den Sozialen Netzwerken an Beifall und Zustimmung Bahnen bricht, ist ein Angriff auf die Zivilität unserer Gesellschaft." Teile der Szene seien inzwischen so weit radikalisiert, dass sie mit dem eigentlichen Begriff des "Querdenkens" nur noch wenig gemein hätten. Diskussionen und verschiedene Ansichten seien Wesen einer Demokratie, aber: "Hier wird die Coronasekepsis als Vehikel genutzt, um sich an Grundsätzen des zwischenmenschlichen Zusammenlebens zu vergreifen." Dass man über die in der Pandemie beschlossenen Maßnahmen streiten dürfe, sei selbstverständlich. Auch, dass man nicht alles schön finden müsse, was beschlossen werde. "Ich persönlich, und da kann ich auch für den Ethikrat sprechen, wir sind für die 3G-Regel", sagt Lob-Hüdepohl in Anspielung auf die in einigen Bundesländern inzwischen geltenden 2G-Modelle. Dass Ungeimpften teils der Zugang zu Angeboten verwehrt wird, wie auch in Sachsen mit einem 2G-Optionsmodell, sieht der Ethiker kritisch. Es gebe keine gesetzliche Impfpflicht, erklärt Lob-Hüdepohl. "Und deshalb muss es denen, die sich nicht impfen lassen wollen oder können, [...] möglich sein, sich zu allem Zugang zu verschaffen." Eine moralische Legitimität sieht der Ethiker in 2G jedoch erfüllt, wenn eine veränderte Sicherheitslage diese Maßnahme erfordert. Von einer, wie von 2G-Kritikern gesehene "Impfpflicht durch die Hintertür", spricht Lob-Hüdepohl allerdings nicht. Auch nicht bei dem am Mittwoch von der Gesundheitsministerkonferenz beschlossenen Ende der Lohnfortzahlung für Ungeimpfte im Falle einer Quarantäne. Diese Regel soll ab 1. November gelten und könnte Betroffenen erhebliche Einkommensausfälle bescheren. Der Druck auf Ungeimpfte wächst, wird im Zweifel dann auch finanziell spürbar. Dies sei aber keine versteckte Impflicht. "Sondern so ist die seit Jahrzehnten geltende Rechtslage." Das Argument von Impfgegner verfange nicht, weil das Infektionsschutzgesetz nicht erst seit Corona den pandemischen Ausnahmefall so regelt. Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
23-09-2021
43 Min.
Corona im Herbst: Wie wird sich die Lage entwickeln, Herr Professor Dalpke?
Der Sommer ist fast vorbei, der Herbst naht - und das Coronavirus ist immer noch da. Seit einigen Wochen steigen die Infektionszahlen. Auch in Sachsen nehmen die Fälle zu. Allerdings ist die Lage diesmal eine andere als vor einem Jahr. "Was wir jetzt kommen sehen, ist eine Welle bei den Ungeimpften", erklärt der Dresdner Virologe Alexander Dalpke im CoronaCast bei Sächsische.de. Bei einer bundesweiten Quote von aktuell rund 62 Prozent vollständig geimpften Menschen in Deutschland sei das ein ernstzunehmendes Problem, so Dalpke, der an der TU Dresden das Institut für Medizinische Mikrobiologie und Virologie leitet. Auch wenn unter den noch nicht Geimpften eine mögliche Dunkelziffer von nicht erkannt Infizierten und jetzt Immunisierten vorhanden sei, würden immer noch Millionen Deutsche keinen ausreichenden Schutz haben. "Im ungünstigsten Fall könnte das reichen, um das Gesundheitssystem an seine Grenzen zu bringen." Lothar Wieler, der Präsident des Robert-Koch-Instituts, hatte vor einer Woche vor einer "fulminanten vierten Welle" gewarnt. "Dem Urteil stimme ich zu. Genauer hinsehen müssen wir bei den 35 bis 59-Jährigen", ergänzt Dalpke. In dieser Gruppe sei die Zahl Ungeimpfter noch verhältnismäßig hoch. Zudem müssten derzeit vermehrt Personen dieser Altersgruppen in Krankenhäusern behandelt werden. Die Situation für die momentan größte Gruppe Ungeimpfter, nämlich der Kinder, schätzt Dalpke weniger angespannt ein. "Wir sehen an den Zahlen seit Beginn der Pandemie, dass Kinder selten schwer erkranken oder schlimmstenfalls nach einer Ansteckung sterben." Die vom deutschen Lehrerverband zum Beginn des neuen Schuljahrs in Umlauf gebrachte Zahl von bis zu 200.000 zu hospitalisierenden Kindern im Herbst, bezeichnet Dalpke als eine "maximale Überschätzung". Was tatsächlich im Herbst in Sachsen Realität sein dürfte, ist ein flächendeckendes Gelten der sogenannten 3G-Regel. 3G bedeutet, dass man für das Wahrnehmen bestimmten Angebote, etwa der Innengastronomie einen Nachweis braucht, entweder genesen, getestet oder geimpft zu sein. Derzeit gilt die Regel in drei von 13 sächsischen Landkreisen, drei weitere kommen wegen steigender Fallzahlen Mitte der Woche noch dazu. Ist es vor diesem Hintergrund der richtige Weg, dass Tests im Oktober kostenpflichtig werden sollen? "Darüber könnte man lange streiten. Ich möchte das Thema zum Anlass nehmen, einfach nochmals für die Impfung zu werben", schlussfolgert Dalpke und bezieht sich auf Studien aus Israel. Selbst mehr als ein halbes Jahr nach einer erfolgten Impfung würde man sehen, dass man noch zu "rund 90 Prozent" vor schweren Verläufen geschützt ist. Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass es zu Durchbruchsinfektionen kommen kann und man sich trotz Impfung das Virus aufnehmen und weitergeben kann. "Man erkrankt in einem solchen Fall aber nicht schwer." Um das Risiko der Weitergabe zu minimieren, hält Dalpke eine 3G+M-Regel in bestimmten Bereichen für sinnvoll. "Bei uns im Krankenhaus trägt medizinisches Personal deshalb bei der Arbeit am Patienten eine Maske." Weitere behandelte Themen der Folge: - Impfung bei Kindern ab 12 Jahren - Stand der Forschung zur Impfung von Kindern unter 12 Jahre - Was das erhöhte Infektionsniveau nach dem Sommer bedeutet Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
13-09-2021
33 Min.
Droht im Herbst die Durchseuchung der Kinder, Herr Professor Berner?
Am kommenden Wochenende feiern fast 40.000 Kinder in Sachsen den Beginn ihrer Schulzeit. Das neue Schuljahr beginnt offiziell am Montag. Ab dann werden im Freistaat wieder rund 400.000 Schülerinnen und Schüler und das Lehrpersonal in den Klassenräumen sein. Es ist der Start in das dritte Schuljahr, bei dem Corona eine Rolle spielt. Wie groß sind die Gefahren durch das Virus für die Kinder jetzt? Darüber spricht Reinhard Berner, Leiter der Kinder- und Jugendmedizin an der Uniklinik Dresden, im CoronaCast bei Sächsische.de. Der Kinderarzt stellt in dem knapp 40-minütigen Gespräch gleich zu Beginn fest, dass er die momentanen bundesweit geführte Debatte um eine mögliche Durchseuchung in der Altersgruppe von Kindern und Jugendlichen kritisch sieht. Allerdings stimmt er nicht jenen Experten zu, die durch die Rückkehr an die Schulen einen starken Anstieg infizierter oder schlimmstenfalls im Krankenhaus zu behandelnder junger Menschen befürchten. Berner schätzt dieses Szenario als unwahrscheinlich ein. Zuletzt hatte etwa der Virologe Christian Drosten davor gewarnt, Kinder den Risiken einer Infektion leichtfertig auszusetzen. Ähnlich äußerten sich auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach oder der Dresdner Grünen-Politiker Johannes Lichdi. Letzterer hat explizit den sächsischen Weg kritisiert, der eine Durchsetzung des Präsenzunterrichts bis zum Erreichen einer kritischen Marke im Gesundheitswesen vorsieht. Berner begründet seine abweichende Einschätzung der Lage durch Beobachtungen, die er selbst in der Uniklinik Dresden gemacht habe und anhand eines Registers, das von seinem Institut geführt werde. "Darin registrieren wir jede Hospitalisierung von Kindern in Deutschland. Seit Beginn der Pandemie kommen wir da auf 1.800 Fälle." Der Deutsche Lehrerverband hatte kürzlich hochgerechnet, dass im Falle einer Schulöffnung, wie sie in Sachsen und den meisten anderen Bundesländern jetzt durchgeführt werde, bis zu 200.000 Kinder im Herbst und Winter in Krankenhäusern infolge einer Ansteckung behandelt werden müssten. "Solche Zahlen in Umlauf zu bringen, halte ich anhand der gewonnenen Daten im bisherigen Pandemieverlauf für fahrlässig", so Berner. Beim Sächsischen Lehrerverband (SLV) teilt man die Einschätzung des Bundesverbandes ebenfalls nicht. Michael Jung, stellvertretender Vorsitzender des SLV und Oberschullehrer aus Freiberg, bezeichnet die Verwendung des Begriffs Durchseuchung indes als "Panikmache". Das Aufrechthalten von Schutzmaßnahmen in den ersten Wochen nach Schuljahresbeginn sei jedoch sinnvoll. "Auch sollte es geimpften Jugendlichen möglich gemacht werden, sich freiwillig zu testen", so Jung weiter. Berner stimmt dem zu, hält Schnelltests jedoch nur bedingt für sinnvoll und geeignet für Kinder oberhalb des Grundschulalters. Schließlich sieht der Mediziner, genauso wie in der Wissenschaft Konsens, den Weg aus der Pandemie in den Impfungen. Und das auch für Kinder gemäß der aktuellen Zulassung und Empfehlung ab 12 Jahre. "Man kann sich das rechnerisch herleiten. Das Auftreten möglicher Nebenwirkungen bei einer Impfung sind um ein Vielfaches geringer als schwere Infektionsverläufe oder Long-Covid-Symptome." Außerdem berichtet Reinhard Berner ausführlich über den aktuellen Stand der Antikörper-Studie der Dresdner Uniklinik, die seit Frühjahr 2020 an ausgewählten sächsischen Schulen läuft. Es wird über die Wirksamkeit von Einzel- statt Gruppenquarantäne in Schulen und Kitas diskutiert und das sächsische Maßnahmenpaket mit verschärfter Test- sowie Maskenpflicht in den ersten beiden Schulwochen diskutiert. Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
02-09-2021
40 Min.
Was bedeuten die neuen Corona-Regeln für Sachsen?
Anderthalb Jahre Pandemie in Sachsen haben auch schier unzählige Seiten Gesetzestext verursacht. Manchmal war es schon schwer, in den Corona-Verordnungen den Überblick zu behalten. Mit der seit diesem Donnerstag gültigen Fassung geht der Freistaat in vielerlei Hinsicht neue Wege. Die Regierung spricht sogar von einem "Paradigmenwechsel". Was ist neu? Was ist tatsächlich einfacher geregelt? Und welche Faktoren spielen im Krisenmanagement jetzt die tragenden Rollen? Im CoronaCast beantwortet Andrea Schawe, Reporterin von Sächsische.de, die wichtigsten Fragen. Unter anderem wird in dem Podcast-Gespräch genau erläutert, welche Umstände dazu führen, dass in einer Region die sogenannte 3G-Regel zum Tragen kommt. Das ist die Regel, bei der man zum Wahrnehmen bestimmter Angebote nachweisen muss, geimpft, genesen oder getestet zu sein. Betreffen kann diese Regel beispielsweise die Innengastronomie oder Fitnessstudios. Eine zentrale Frage, die sich in Bezug auf die 3G-Regel stellt, wird ebenfalls thematisiert. Nämlich, ob das Erhöhen des Drucks auf ungeimpfte Personen, eine Art "Impfpflicht durch die Hintertür" darstellt. Diesen Begriff verwenden häufig Impfverweigerer- oder Skeptiker. Abschließend werden mit Blick auf den Schulbeginn in Sachsen am 6. September die Corona-Regeln für das neue Schul- und Kitajahr betrachtet. Sachsen will, so viel ist klar, das Jahr im Präsenzunterricht durchführen. Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
26-08-2021
28 Min.
Die 3G-Regel kommt: Wie sieht die Gastro-Branche Sachsens Pläne?
Kommende Woche wird Sachsen eine neue Corona-Verordnung beschließen. Die Eckpunkte sind bereits bekannt. Demnach wird sich künftig nicht mehr allein auf die Inzidenz fokussiert. Die Zahl von Corona-Patienten in Krankenhäusern wird eine größere Rolle spielen, sollte sich die Lage wieder drastisch verschärfen. Dem sächsischen Hotel- und Gaststättenverband geht dieser Kurswechsel in der Corona-Politik nicht weit genug. Im CoronaCast, dem Podcast von Sächsische.de zur Pandemie, erklärt Verbandsgeschäftsführer Axel Klein, wieso. Die Abkehr von der Inzidenz als alleinigen Richtwert für das Lockern oder Verschärfen von Regeln begrüßt Klein. "Ebenso die klare Aussage der Politik, dass es für die Gastronomie keinen harten Lockdown mehr geben soll." Allerdings kritisiert Klein den im sächsischen Entwurf vorgesehenen Mechanismus, der beim Überschreiten einer Inzidenz von 35 an fünf aufeinanderfolgenden Tagen auf Landkreisebene greifen soll. Dann nämlich soll die 3G-Regel zum Tragen kommen. Die besagt, dass Besucher in bestimmten Bereichen ihre Kontakte hinterlassen sowie einen Test-, Genesenen- oder Impfnachweis vorgelegen müssen. Damit könne seine Branche zwar umgehen. "Jedoch müssen in dieser Situation andere Einschränkungen wie etwa die Abstandsregeln zurückgenommen werden." Schließlich sei der Dreiklang von Impfung, Tests oder Genesung eine höher einzustufende Sicherheitsvorkehrung. Klein wirbt darum, sich die Corona-Verordnung Baden-Württembergs zum Vorbild zu nehmen. Dort seien mit Einführung der 3G-Regel auch in der Innengastronomie die Vorgaben hinsichtlich Abstände und Maskenpflicht lockerer geworden. Von dieser Nachforderung abgesehen, spricht Klein allerdings von einer momentan eher optimistisch stimmenden Lage für das Hotel- und Gaststättengewerbe. "Wir beobachten, dass der Inlandtourismus stark angezogen hat." Viele Betriebe hätten dem siebenmonatigen Lockdown auch deshalb getrotzt, weil sie flexibel reagiert hätten. Klein nennt beispielhaft das Einrichten von Abhol- und Lieferdiensten. Die Insolvenzen hätten sich in Grenzen gehalten. "Was aber oft nicht gesehen wird, sind die vielmals privaten Verluste. Nicht wenige Unternehmer haben ihre Ersparnisse fürs Alter angefasst." Für den bevorstehenden Herbst und Winter hofft Klein auf konstante Buchungszahlen. Weil die Menschen jedoch zunehmend kurzfristig planen würden, seien Prognosen etwas schwierig. "Aber ich mache mir da weniger Sorgen als beim Thema Personal." Zwar hätten Betriebe in Sachsen trotz langen Lockdowns etwa 80 Prozent ihrer Mitarbeiter halten können. Weil die Personaldecke aber schon vor Corona dünn war, hat die Krise das Problem verschärft. Im Podcast erklärt Klein ausführlich, welche Hoffnungen die Branche in das Werben um Fachkräfte im Ausland steckt. Und der Dehoga-Chef gibt eine vorsichtige Schätzung ab, wann die Corona-Delle in der Gastronomie überwunden sein könnte. Das Gespräch hören Sie über den eingebetteten Player. Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
20-08-2021
33 Min.
Olympia-Medaillengewinnerin Tina Punzel über die "komplett anderen Spiele"
Europameisterin ist sie schon fünf Mal, auch eine WM-Medaille hat sie bereits. Bronze bei Olympia in Tokio aber ist mit Abstand der größte sportliche Erfolg in der Karriere von Tina Punzel. Die Medaille hat die Wasserspringerin vom Dresdner SC zusammen mit Lena Hentschel im Synchronwettbewerb vom Dreimeter-Brett gewonnen - und damit auch fürs erste Edelmetall im deutschen Team bei diesen Spielen gesorgt. Inzwischen ist Punzel wieder aus Japan zurück. Im CoronaCast bei Sächsische.de spricht sie jetzt über eine erfolgreiche Reise, zwei große olympische Momente und Leistungssport im pandemiebedingten Ausnahmezustand. Anderthalb Woche nach ihrem Medaillengewinn blickt Punzel noch etwas ungläubig auf "das ziemlich schwere Teil", das sie zur Aufnahme des Podcasts mit ins Haus der Presse in Dresden bringt. "Es war ein Kindheitstraum, irgendwann eine olympische Medaille zu gewinnen." Jetzt sei der auf einmal wahr geworden. "Wenn die Familie, Freunde und Verwandten die Medaille anfassen wollen, sind das Momente, bei denen ich jetzt so richtig realisiere, dass ich es wirklich geschafft habe", sagt Punzel. Die 26-Jährige spricht hörbar gelöst über ihren Erfolg. "Ich bin erleichtert und stolz, dass sich die ganze Arbeit der vergangenen fünf Jahre ausgezahlt hat." Dass Olympia in diesem Jahr aufgrund von Corona "komplett andere Spiele" sind, schmälere dieses Gefühl nicht. Im Vergleich zu Rio, wo sie 2016 auch schon dabei gewesen ist, habe sie diesmal sogar neben dem Medaillengewinn noch ein entscheidendes Erlebnis mehr gehabt: die Eröffnungsfeier. Vor fünf Jahren hatte sie sich noch dagegen entschieden, beim Einlauf der Mannschaften im Stadion dabei zu sein, um für den kurz danach anstehenden Wettkampf nichts zu riskieren. "Das empfand ich damals als schade. Deshalb wollte ich das diesmal unbedingt erleben." Die angespannte Corona-Lage in Japan habe ihrem Empfinden nach das Leben im Olympischen Dorf kaum beeinträchtigt. "Die Japaner waren immer freundlich, hilfsbereit und offen. Sie haben gefühlt jeden Athleten in der jeweiligen Landessprache begrüßt." Das habe dafür gesorgt, dass trotz Pandemie für die Athleten der olympia-typische Spirit entstanden sei. Nur selten habe es Situationen gegeben, in denen sie Bedenken hatte, sich irgendwo anstecken zu können. Es werde jeden Tag getestet und positive Fälle würden sofort isoliert, erklärt sie. "Und es gibt überall so viele Hinweise auf das Hygienekonzept, dass es eigentlich schon schwerfällt, es nicht einzuhalten." Zudem sei sie auch mit der Gewissheit angereist, geimpft zu sein. Und wie geht es jetzt weiter? Die nächsten Spiele sind 2024 in Paris, also schon in drei Jahren. Welche Rolle Corona dann noch spielt, weiß niemand. Genauso wenig, ob Tina Punzel dann wieder dabei sein wird. "Drei Jahre können kurz oder lang sein", deutet sie an. Das Podcast-Gespräch wurde in einem Studio aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt.
05-08-2021
27 Min.
Das bedeutet das Zurück zur Maske für Dresden
Lange hat sie nicht gehalten, die Lockerung bei der Maskenpflicht - zumindest in Dresden. In der Landeshauptstadt muss man ab Samstag beim Einkaufen und bei einigen anderen Aktivitäten wieder Maske tragen. Grund dafür ist, dass in Dresden am Donnerstag der fünfte Tag in Folge war, an dem die Inzidenz den Schwellenwert 10 überschritten hat. Die sächsische Corona-Schutzverordnung schreibt vor, dass in so einem Fall ab dem übernächsten Tag in der betreffenden kreisfreien Stadt oder einem Landkreis die Maskenpflicht wieder verschärft werden muss. Im CoronaCast, dem Podcast von Sächsische.de zur Pandemie, fasst SZ-Redakteur Sandro Rahrisch zusammen, was die Bewohner und Besucher der Stadt ab dem Wochenende beachten müssen. Und Gordon Knabe, Centermanager des Elbeparks, stellt als Vertreter des Handels eine klare Forderung an die Landespolitik. "Für den Shopping-Bereich sollte bei der Maskenpflicht eine Inzidenzzahl von 50, eher noch 75, als Grenzwert angesetzt werden", sagt Knabe. Der Chef des Einkaufszentrums Elbepark in Dresden sieht in der aktuellen Regelung den Handel benachteiligt gegenüber anderen Bereichen des öffentlichen Lebens. In Sachsen gebe es Malls mit ausreichend Platz und Lüftungsanlagen, Einkaufsstraßen im Freien und in den meisten Geschäften könnten Betreiber auch auf die nötigen Sicherheitsabstände zwischen den Kunden sorgen. "Schaut man dann beispielsweise in Stadien, wo Menschen eng teils ohne Masken beisammen stehen, ärgert das uns im Handel und mich im Speziellen sehr." Ein Problem mit der Maske als Schutzmittel hat Knabe nicht. Wie viele andere Menschen, die trotz der Lockerung beim Einkauf auch weiter Mund und Nase bedeckt gelassen hätten, habe auch er sich an die Maske gewöhnt. "So komisch das klingen mag, ich erwische mich selbst manchmal dabei, dass ich mich beim Gang durch den Elbepark ohne Maske irgendwie nackt fühle." Doch man müsse unterscheiden, mahnt Knabe an. "Den Bedarfskauf im Supermarkt zieht man mit Maske schnell durch, für richtiges Shopping ist sie ein Knebel." Darunter zu leiden, so Knabe, hätten im Elbepark vor allem Bekleidungsgeschäfte. "Beim Kauf von Bekleidung reden wir schnell mal über eine Stunde, die man dann die Maske tragen muss." Das würde als unangenehm und abschreckend empfunden, sei die Rückmeldung von Kunden. Ein Weg raus aus dem Maskenproblem könnte das Impfen bieten. "Wir im Handel setzen alles daran, einen weiteren Lockdown im Herbst zu verhindern." Knabe blickt mit etwas Sorge auf die Impfquote, die in Sachsen aktuell gerade einmal bei 46,9 Prozent Durchimpfung steht. Anlass zur Hoffnung gebe ihm die nun auf das mobile Impfen umschwenkende Strategie, die der Elbepark auch aktiv unterstützen will. "Wir werden Anfang August zunächst temporär einmal einen Impfbus bei uns haben. Parallel arbeiten wir aber an einer stationären Lösung." Soll heißen: Im Elbepark soll eine Art Mini-Impfzentrum entstehen. Wie das räumlich umgesetzt werden könne, sei aktuell in der Prüfung. Weitere spannende Details dazu sowie alles, was man über die neuen ab Samstag ausschließlich in Dresden wieder verschärften Regeln wissen muss, hören Sie im CoronaCast über den hier eingebetteten Player. Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
30-07-2021
27 Min.
Was würden Sie von einer Impfpflicht halten, Herr Montgomery?
Sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, kann in Deutschland jeder frei für sich entscheiden. Es gibt gute Argumente dafür, aber genauso auch Gründe, die zumindest Anlass für Nachfragen geben. Einen Impfzwang gibt es nicht - aber aktuell eine Diskussion darüber, wie künftig mit nicht geimpften Personen umgegangen werden soll. Schließlich ist inzwischen der Zeitpunkt erreicht, zu dem jeder, der es will, ein Impfangebot bekommen kann. Im CoronaCast, dem Podcast von Sächsische.de zur Pandemie, gibt Frank Ulrich Montgomery, Präsident des Weltärztebundes, Antworten und Lösungsvorschläge in der heiklen Debatte. Eines stellt der Hamburger Medizinier gleich klar: "Ich halte eine generelle Impfpflicht für alle Menschen in Deutschland für nicht durchsetzbar." So etwas sei mit der Verfassung wohl kaum vereinbar und würde, statt bis zum Herbst das nötige Tempo ins Impfen zu bekommen, "nur über Jahre die Gerichte beschäftigen". Anstatt eines vorgeschriebenen Piks' für alle Menschen schlägt Montgomery deshalb eine partielle Impfpflicht vor - und wird konkret. "In medizinischen Berufen oder in der Pflege sind dem Personal Menschen anvertraut. Und diese Menschen müssen darauf vertrauen können, dass sie nicht angesteckt werden." Eine Impfung, so Montgomery, sollte für alle, die direkten Kontakt zu Patienten haben, verpflichtend werden. Und wie sieht es bei Lehrern und Erziehern aus? Schließlich arbeiten Angestellte dieser Berufsgruppen permanent mit Kindern, die sich gegenwärtig nicht oder ab dem 12 Lebensjahr nur mit Zustimmung der Eltern durch eine Impfungen selbst schützen können. Abgesehen davon, dass die Studienlage für die Impfung bei Kindern noch dünn sei, argumentiert Montgomery hier ähnlich. "Eine Impfpflicht zum Schutz von Kindern beträfe dann auch Lehrer." Montgomerys Vorschlag einer berufsbezogenen Impfpflicht würde einem damit verbundenen politischen Entscheidungsprozess ein wenig die Schwere nehmen. Jedoch dürfte es auch für diese Idee noch an Zustimmung mangeln. Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) etwa hatte erst an diesem Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur dpa gesagt, dass er zwar wenig Verständnis für impfunwillige Lehrer und Erzieher habe, sich ihm bei einer Impfpflicht "aber einiges sträubt". Bleibt noch die Frage offen, mit welchen Einschränkungen Ungeimpfte künftig zurecht kommen müssten. Montgomery sieht in der Debatte eine Schieflage. "Es geht nicht um Privilegien für Geimpfte, sondern um das Rückerlangen der Grundrechte." Warum also sollten die, die dazu beitragen, dass sich Menschen nicht mehr gegenseitig gefährden, für diejenigen, die das nicht tun wollen, auf Freiheiten verzichten, argumentiert Montgomery. Welche konkreten Einschränkungen er für Ungeimpfte als realistisch einschätzt, erklärt er in dem Podcast-Gespräch. Außerdem analysiert Montgomery die globale Corona-Lage, richtet den Blick in andere Länder und pflichtet RKI-Chef Lothar Wieler in einer gerade erst wieder neu los gegangenen Debatte um die Inzidenz als Richtwert für Corona-Maßnahmen bei. Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
28-07-2021
34 Min.
Winfried Stöckers heimliche Impfaktion - die Fakten, die Folgen
Mehrere Hundert Personen in Sachsen haben sich bisher freiwillig mit dem nicht zugelassenen Corona-Impfstoff von Winfried Stöcker impfen lassen. Zuletzt hat eine Reportage von Sächsische.de über eine im Verborgenen durchgeführte Impfaktion in Kiesdorf in der Oberlausitz für Aufsehen gesorgt. Im CoronaCast, dem Podcast von Sächsische.de zur Pandemie, erzählt Reporterin Anja Beutler, wie die Aktion ablief und welche Folgen der Vorgang nun hat. Dass der Gründer und frühere Chef des Lübecker Medizinunternehmens Euroimmun vorgibt, einen eigenen Corona-Impfstoff entwickelt zu haben, ist nicht neu. Auch nicht, dass bereits einige Ärzte im Landkreis Görlitz Stöckers Mittel bei Freiwilligen anwenden. Die Impfaktion am 15. Juli im "Kulturzentrum" in Kiesdorf im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien allerdings stellt eine neue Dimension dar. "Etwa für anderthalb Stunden waren die Straßen voll mit Autos und auf dem Gelände befanden sich viele Menschen, die offensichtlich dorthin bestellt worden waren", schildert Anja Beutler ihre Eindrücke. Die Reporterin hatte auch Gelegenheit in das Gebäude, in dem Impfaktion stattfand, einen Blick zu werfen. Zwar sei an der Anmeldung für sie Schluss gewesen. Aber: "Ich konnte mit vielen Menschen reden, wieso sie gekommen sind." Schließlich sei festzustellen gewesen, dass die Leute Corona zwar ernstnehmen würden, aber oft Vorbehalte gegen die derzeit zugelassen Impfstoffe hätten. "Dem von Stöcker entwickelten Impfstoff scheinen sie aber zu vertrauen." Und das, so Beutler weiter, liege wahrscheinlich nicht unbedingt an dem Präparat, sondern der Person Winfried Stöcker. "Viele schätzen ihn in der Oberlausitz. Er genießt das Vertrauen vieler." Zweifellos sei Stöcker in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Investor und Sponsor für viele Projekte in der Region in Ostsachsen geworden, erklärt Beutler. Unternehmensgründungen würden auf sein Wirken zurückgehen, genauso die Sanierungspläne für das Görlitzer Kaufhaus. Selbst umstrittene Äußerungen in der Flüchtlingskrise hätten seinem Ansehen in der Region nicht unbedingt geschadet. Erik Bodendieck, Präsident der sächsischen Landesärztekammer, spricht ebenfalls in dem Podcast. Der Mediziner sieht im Agieren Stöckers eine Gefahr. "Wir wissen nicht, ob das Mittel wirkt oder möglicherweise Schäden verursacht." Zudem kritisiert Bodendieck, dass Stöcker "wenige zur Aufhellung" beitrage und sein Antigen nicht einem normalen Zulassungsverfahren unterziehe. Die ganze Folge mit spannenden Details zur Impfaktion in Kiesdorf und einer medizinischen Einschätzung zum Antigen Winfried Stöckers hören Sie über den hier eingebetteten Player. Der Podcast wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
23-07-2021
22 Min.

0:00