PODCAST

Dreierbob

Sächsische.de

Der "Dreierbob" ist der Wintersport-Podcast von Sächische.de, moderiert von Tino Meyer und Fabian Deicke. Die beiden Reporter laden Akteure unterschiedlichster Disziplinen zu Gesprächen ein. Es geht um Perspektiven, Einblicke und Meinungen zu aktuellen Entwicklungen und Ergebnissen. Neben sportlichem Wettkampf steht vor allem der Sport und sein gesellschaftlicher Stellenwert im Vordergrund. Der Podcast geht im Winter 2021/22 in seine dritte Saison. Erstmals erschienen ist er im Februar 2020 anlässlich der Bob- und Skeleton-WM in Altenberg. Auch im Februar 2021 drehte es sich in dem Format um die aufgrund von Corona erneut in Altenberg stattfindende Bob-WM. Im olympischen Winter wird es von November 2021 bis März 2022 weiter gehen - mit Fakten, Hintergründen und vielen spannenden Gesprächen aus der Welt des Wintersports und insbesondere des Bobsports.

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Corona, Drama und viele Medaillen - die starke deutsche Olympiabilanz
21-02-2022
Corona, Drama und viele Medaillen - die starke deutsche Olympiabilanz
Die Olympischen Spiele in Peking sind Geschichte. Aus rein sportlicher Sicht fällt die deutsche Bilanz überwiegend positiv aus: 27 Medaillen hat Team D gesammelt; zwölf goldene, zehnmal Silber und fünfmal Bronze. Nur Norwegen war besser. Beim genauen Hinsehen fallen in der deutschen Edelmetallsammlung jedoch zwei Dinge auf. Erstens: Mit allein 16 Medaillen, die im Eiskanal von Yanqing gewonnen wurden, tragen die Kufensportlern (Bob, Rodeln, Skeleton) den größten Teil zur erfolgreichen deutschen Bilanz bei. Und zweitens: Acht Medaillen haben sächsische Athletinnen und Athleten geholt. Einen Tag nach der Abschlussfeier ist im Wintersportpodcast "Dreierbob" bei Sächsische deshalb ein guter Zeitpunkt für ein Resümee. Mit dabei in dieser Folge: - Axel Jungk: Der Dresdner Skeletoni hat in Peking Silber gewonnen. In einem ausführlichen Interview spricht er im "Dreierbob" über seinen langen und entbehrungsreichen Weg zu der Medaille, und wie kurz vor Olympia eine Corona-Infektion fast alle Träume hätte zerplatzen lassen. - Francesco Friedrich: Nur wenige Augenblicke nach dem Gewinn der Goldmedaille im Viererbob spricht der Pirnaer Bobpilot kurz mit SZ-Reporter Tino Meyer darüber, was ihm der Doppelerfolg in Peking bedeutet, wie gefeiert wird, und ob er weitermacht. - Christian Dahms: Der Chef des Landessportbundes Sachsen würdigt die Leistungen der sächsischen Athletinnen und Athleten - insbesondere auch derer, die neben Medaillen auch gute Platzierungen eingefahren haben. Mit dieser Folge "Dreierbob" endet auch die Olympiareise unseres Reporters Tino Meyer. Nach drei Wochen in der Blase berichtet er noch ein letztes Mal aus Peking und zieht ein Fazit. Neben einem Bericht über einen letzten gewagten Exkurs in die chinesische Küche schildert er, wie das Arbeiten und Leben inmitten eines Landes war, das er eigentlich gar nicht richtig betreten hat. Aber hören Sie selbst ...
Corona, Drama und viele Medaillen - die starke deutsche Olympiabilanz
21-02-2022
Corona, Drama und viele Medaillen - die starke deutsche Olympiabilanz
Die Olympischen Spiele in Peking sind Geschichte. Aus rein sportlicher Sicht fällt die deutsche Bilanz überwiegend positiv aus: 27 Medaillen hat Team D gesammelt; zwölf goldene, zehnmal Silber und fünfmal Bronze. Nur Norwegen war besser. Beim genauen Hinsehen fallen in der deutschen Edelmetallsammlung jedoch zwei Dinge auf. Erstens: Mit allein 16 Medaillen, die im Eiskanal von Yanqing gewonnen wurden, tragen die Kufensportlern (Bob, Rodeln, Skeleton) den größten Teil zur erfolgreichen deutschen Bilanz bei. Und zweitens: Acht Medaillen haben sächsische Athletinnen und Athleten geholt. Einen Tag nach der Abschlussfeier ist im Wintersportpodcast "Dreierbob" bei Sächsische deshalb ein guter Zeitpunkt für ein Resümee. Mit dabei in dieser Folge: - Axel Jungk: Der Dresdner Skeletoni hat in Peking Silber gewonnen. In einem ausführlichen Interview spricht er im "Dreierbob" über seinen langen und entbehrungsreichen Weg zu der Medaille, und wie kurz vor Olympia eine Corona-Infektion fast alle Träume hätte zerplatzen lassen. - Francesco Friedrich: Nur wenige Augenblicke nach dem Gewinn der Goldmedaille im Viererbob spricht der Pirnaer Bobpilot kurz mit SZ-Reporter Tino Meyer darüber, was ihm der Doppelerfolg in Peking bedeutet, wie gefeiert wird, und ob er weitermacht. - Christian Dahms: Der Chef des Landessportbundes Sachsen würdigt die Leistungen der sächsischen Athletinnen und Athleten - insbesondere auch derer, die neben Medaillen auch gute Platzierungen eingefahren haben. Mit dieser Folge "Dreierbob" endet auch die Olympiareise unseres Reporters Tino Meyer. Nach drei Wochen in der Blase berichtet er noch ein letztes Mal aus Peking und zieht ein Fazit. Neben einem Bericht über einen letzten gewagten Exkurs in die chinesische Küche schildert er, wie das Arbeiten und Leben inmitten eines Landes war, das er eigentlich gar nicht richtig betreten hat. Aber hören Sie selbst ...
Vier sächsische Olympia-Geschichten zwischen Triumph und Tränen
18-02-2022
Vier sächsische Olympia-Geschichten zwischen Triumph und Tränen
So viel ist schon zwei Wettkampftage vor dem Ende der Olympischen Spiele in Peking klar: Die sächsische Bilanz ragt heraus. Dreimal Gold, dreimal Silber, einmal Bronze. Bisher sieben Medaillen gibt es mit sächsischer Beteiligung. Doch nicht nur zählbares Edelmetall liefert Stoff für besondere Geschichten. Es sind auch persönliche Dramen mit Höhen und Tiefen, die sinnbildlich für den vielzitierten und doch manchmal auch leider platzenden "Traum von Olympia" stehen. Um vier solche Geschichten geht es in der neuen Folge des Wintersportpodcasts "Dreierbob" bei Sächsische.de. In dieser Folge zu hören sind: - Katharina Hennig: Die im Erzgebirge geborene und aufgewachsene Ski-Langläuferin gewann Silber in der Staffel und gemeinsam mit Victoria Carl (Thüringen) Gold im klassischen Team-Sprint. Die 25-Jährige berichtet von den Erfolgen und mit noch heiserer Stimme, wie es dazu kam. - Jens Benedict: Der Bürgermeister Oberwiesenthals schätzt die Bedeutung der Medaillen von Athletinnen und Athleten aus dem Erzgebirge ein. Er sei nicht nur "stolz", sondern sehe in den erbrachten Leistungen auch den Beleg dafür, dass sich das sportliche Engagement seiner Region auszahle und zukunftsweisend sei. "In Denise Herrmann und Katharina Hennig sehen unser Nachwuchssportler, dass wir in Oberwiesenthal Olympiastarter - und Sieger hervorbringen." - Anna Seidel: Die Dresdner Shorttrackerin spricht hörbar emotional berührt über ihr frühes Aus bei ihrem Rennen auf der 1.500-Meter-Strecke. Die 23-Jährige war im ersten Lauf gestürzt und ausgeschieden. "Ich kann das noch gar nicht begreifen und wollte am liebsten noch mal starten", sagt sie unter Tränen. - Eric Frenzel: Der Kombinierer erlebt in Peking die "Olympischen Corona-Spiele". Direkt nach der Ankunft muss er wegen zweier positiver Tests in Quarantäne. Zwölf Tage verbringt er in Isolation. Im Team-Wettbewerb holt er sich schließlich Silber nach einem nervenaufreibendem Rennen, das er selbst im Nachhinein als "das schwerste der Karriere" bezeichnet. Ob diesen emotional wie sportlich außergewöhnlichen Geschichten aus sächsischer Perspektive am verbleibenden letzten Olympia-Wochenende noch eine hinzu kommt, daran besteht kaum Zweifel. Am Sonntag fällt im Viererbob-Wettbewerb die Entscheidung. Im Blickpunkt: der Pirnaer Francesco Friedrich, der mit einer weiteren Goldmedaille seinen insgesamt vierten Olympiasieg und die Wiederholung des Doppel-Erfolgs von 2018 klarmachen kann. Doch bevor das sicher ist, muss er genauso wie alle anderen mit hohen Ambitionen auf den Sieg startenden deutschen Bobs vier möglichst fehlerfreie Läufe in den Eiskanal von Yanqing drücken. Ob das gelingt, darum geht es in der nächsten Folge "Dreierbob".
Friedrichs Gold-Geheimnis: Der Bobtausch mit Pilotin Kim Kalicki
16-02-2022
Friedrichs Gold-Geheimnis: Der Bobtausch mit Pilotin Kim Kalicki
Der späte Dienstagabend am olympischen Eiskanal von Yanqing ist ein besonders aufregender. Und das in vielerlei Hinsicht: - Dem Pirnaer Bobpiloten Francesco Friedrich gelingt mit Anschieber Thorsten Margis die Wiederholung ihres Erfolgs im Zweierbob. Sie werden wie 2018 in Südkorea auch jetzt bei den Spielen in China Olympiasieger. - Mit Lochner/Bauer sowie Hafer/Sommer rasen zwei weitere deutsche Duos aufs Podest. Ein kompletter Medaillensatz in einem Wettbewerb für eine Nation, das hat es seit Beginn der olympischen Bobwettkämpfe 1924 noch nie gegeben. - Und schließlich wird ein kurzfristiger Schlittentausch zu einer dieser speziellen Olympiageschichten. Friedrich ist mit dem Bob von Teamkollegin Kim Kalicki gestartet. Schnell taucht an dem Abend der Begriff "Frauenbob" auf. Doch gibt es diesen überhaupt? Und was ist tatsächlich das Einzigartige an dieser schließlich zum Erfolg führenden taktischen Entscheidung? Darum geht es in der aktuellen Folge des Wintersportpodcasts "Dreierbob" bei Sächsische.de. SZ-Sportreporter Tino Meyer, der aktuell in Peking bei den Olympischen Spielen vor Ort ist, erklärt, was in den Bobs steckt, wieso ein teaminterner Tausch unabhängig der Geschlechter von den Pilot:innen überhaupt möglich ist - und was das nun für Kim Kalicki bedeutet. Bobpilotin Kim Kalicki: Mit ihrem Zweierbob hat Francesco Friedrich Olympiagold gewonnen. Die 24-jährige Wiesbadenerin geht am Freitag mit exakt dem Schlitten an den Start, den sie an Friedrich verliehen hat. Der Pirnaer sagt, und auch im Podcast zu hören, dass er Kalicki "unheimlich dankbar" ist, und verspricht: "Sie wird jeden Tipp von uns kriegen, den sie haben will. Und vielleicht klären wir auch noch ein paar Material-Geschichten." Wer die Karriere von Friedrich verfolgt, weiß, dass den Sachsen neben aller athletischer Klasse vor allem eben die "Material-Geschichten" zu dem machen, was er ist: den aktuell Besten in seiner Sportart. Ob das nun eher Bürde oder doch Vorteil für die junge Kalicki ist, die vor ihrem ersten olympischen Bobrennen steht? Hören Sie selbst ... Außerdem Themen in dieser Folge "Dreierbob": - Friedrich-Trainer Gerd Leopold spricht über den Anteil der Mannschaft am Erfolg - Wie sich die Männer auf das Vierer-Rennen am Samstag und Sonntag vorbereiten - Gold-Sensation der deutschen Teamsprinterinnen Hennig und Carl im Langlauf
Olympia in Sachsen: Wieso eigentlich nicht?
14-02-2022
Olympia in Sachsen: Wieso eigentlich nicht?
Die Vision ist nicht neu, doch sie kommt überraschend. Olympia in Sachsen, das hatte Riesas Oberbürgermeister Wolfram Köhler vor ziemlich genau 20 Jahren schon mal vorgeschlagen. Leipzig ging schließlich in den internationalen Wettbewerb für die Sommerspiele 2012, die dann in London stattfinden. Ein Jahr später wagt Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten erneut einen Vorstoß, diesmal für die Winterspiele 2026. Weil er das für den Sport zuständige Innenministerium nicht einweiht, scheitert die Initiative, bevor sie richtig Fahrt aufnehmen kann. Im Dreierbob, dem Wintersport-Podcast von Sächsische.de, bringt Rainer M. Jacobus das Thema nun wieder auf die Tagesordnung. "Olympia in Sachsen, warum denn eigentlich nicht?", fragt der Vereinsvorsitzender des BSC Sachsen Oberbärenburg, Verein von Bobdominator Francesco Friedrich und einer der erfolgreichsten Wintersportklubs weltweit. Er will seine Aussagen zunächst einmal ausschließlich als Gedankenspiel verstanden wissen, hat allerdings auch schon konkrete Ideen: Die Hallenwettbewerbe könnten demnach vor allem in Dresden ausgetragen werden, Eiskunstlaufen am Traditionsstandort Chemnitz, das Skispringen in Klingenthal, die alpinen Wettbewerbe im tschechischen Riesengebirge. "Und das Eishockey-Finale findet in Prag statt. Mit Tschechien hätte man zudem eine wintersportbegesiterte Nation dabei", sagt Jacobus. Und mit dem Altenberger Eiskanal gäbe es auch schon eine international anerkannte Sportstätte für Bob, Rodeln und Skeleton. Ebenfalls in dem Podcast-Gespräch dabei ist Harald Czudaj. Der Viererbob-Olympiasieger von 1994, der mit Hobby-Anschieber Jacobus in Altenberg regelmäßig bei großen Wettkämpfen im Spurschlitten im Einsatz ist, ergänzt: "Ich denke, die Menschen wollen doch gar nicht diese Mega-Olympischen Spiele. Und es gibt doch schon Weltcups, die hier als olympiatauglich durchgehen könnten. Da müssten nicht extra Millionen investieren werden, nur weil man fünf Ringe drauf klebt." Jacobus geht noch einen Schritt weiter. "Wir müssen Olympia neu denken", sagt er. Und da gehe es nicht im Spitzensportbereich los. "Zuallererst muss über den Stellenwert des Sports bei uns in der Gesellschaft diskutiert werden", sagt Jacobus, der jahrelang als stellvertretender Vorsitzender im deutschen Bob- und Schlittenverband tätig war und international sehr gut vernetzt ist. Statt die Winterspiele in China zu kritisieren, da sind sich beide einig, müsse man sich vielmehr fragen, warum bei der Vergabe 2015 lediglich Peking und das kasachische Almaty zur Wahl standen. Auch München hatte eine Bewerbung für 2022 geplant, scheiterte aber an einer Bürgerbefragung. "Dabei sind in der Region dort Wettkampfstätten von internationaler Spitzenklasse vorhanden", so Jacobus. Dass es trotz dieser Voraussetzungen eine Olympiabewerbung schwer habe, zeige für Jacobus, wieso man in Deutschland wieder mehr für den Sport tun müsse. "Ich frage mich ganz ernsthaft, welchen Stellenwert hat der Sport, wenn selbst bei Vorliegen solcher Voraussetzungen und bei der Möglichkeit für die örtliche Wirtschaft auf ökonomisch interessante Winterspiele, die Bevölkerung das ablehnt?" Für eine mögliche sächsische Bewerbung, so Jacobus und Czudaj sinngemäß, sei das Nachbessern im gesellschaftlichen Bereich nötig. Würde man an der Idee festhalten, kämen für Spiele in Sachsen frühestens die im Jahr 2034 infrage. Natürlich geht es in dem Podcast-Gespräch auch um sportliche Fragen. Welche Chancen hat Francesco Friedrich jetzt bei den Wettbewerben im Eiskanal von Yanqing? Undwie sieht es überhaupt aus mit dem Bobsport in Sachsen? Czudajs Sohn Alexander, Jugend-Olympiasieger von 2020, ist eines der großen Talente. Olympia 2034 in Sachsen – er wäre dann im besten Pilotenalter.
Anna Seidel: Deutschlands beste Shorttrackerin und ihr Leidensweg nach Peking
11-02-2022
Anna Seidel: Deutschlands beste Shorttrackerin und ihr Leidensweg nach Peking
Etwas ungewöhnlich ist diese Geschichte schon. Genauso auch die Rahmenbedingungen, unter denen dieses Gespräch im "Dreierbob" aufgrund der Corona-Regeln bei den Olympischen Spielen in Peking geführt wird. Aber der Reihe nach: In dieser Folge des Wintersportpodcasts von Sächsische.de beschreibt die Dresdner Shorttrackerin Anna Seidel, wieso diese Spiele ihre bisher emotionalsten sind. Mit gerade einmal 23 Jahren steht Seidel vor ihrer dritten Olympia-Teilnahme. Kommende Woche Mittwoch beginnt ihr Wettkampf über die 1.500 Meter. Dass sie überhaupt starten kann, davon war vergangenes Jahr nicht unbedingt auszugehen. Anfang März 2021 hat sie sich bei einem Trainingsunfall schwer verletzt, Schien- und Wadenbein gebrochen. Nach Operation und Reha kämpft sie sich zurück. Trotz nur halb erfüllter Olympianorm nominiert der DOSB Seidel schließlich. "Genau das alles ist es auch, was es diesmal emotional für mich alles ein bisschen anders macht. Verglichen mit den Jahren davor, nehme ich alles bewusster wahr und genieße es." Genießen muss Seidel ihre dritte Olympiateilnahme allerdings fast allein. Sie ist die einzige, die im Team D in Peking im Shorttrack antritt. Begleitet wird sie von einem Trainer, der zugleich auch für ihr Material zuständig ist. "Das macht die Sache schon nicht immer so einfach. Zumal auch der ganze Druck jetzt auf mir lastet", sagt sie. Dennoch ist Seidel optimistisch. "Man muss halt einen Weg finden, dass man das nicht als Druck sieht. Ich bin einfach froh, überhaupt hier sein zu können." Als persönliches Ziel steckt sich die Dresdnerin den Einzug ins Halbfinale und merkt an: "Im Shorttrack sind Vorhersagen immer schwierig. Und Olympia hat eigene Gesetze." Vielleicht kann Seidel diese Gesetze zu ihren Gunsten nutzen. Apropos Gesetz. Ein eisernes schreiben die Corona-Regeln bei Olympia vor: Dass man sich mit Sportlerinnen und Sportlern nur in der für Interviews vorgesehenen Mixed-Zone treffen kann. Und so kommt es auch für die Aufnahme in diesem Podcast so, dass man sich im Gespräch in der Eishalle in Peking zwar sehen, aber nicht nah kommen kann. Getrennt durch Gitterzäune, unter den Augen eines Volonteers und auf gut zwei Meter Abstand, ist immerhin, Interviews zu führen. Mit allen Besonderheiten und Tücken, die das mit sich bringt. Aber hören Sie selbst ...
Zwischen Tränen und Triumph - Denise Herrmann und Julia Taubitz über ihre Olympia-Momente
09-02-2022
Zwischen Tränen und Triumph - Denise Herrmann und Julia Taubitz über ihre Olympia-Momente
Yanqing. Die Tränen sind getrocknet, also fast. Zwei Tage nach ihrem folgenschweren Sturz, der sie mindestens die erhoffte Medaille kostete, wenn nicht gar den Olympiasieg, kann Julia Taubitz schon wieder lächeln. "Ich habe ganz, ganz tolle Nachrichten bekommen und viel Zuspruch. Ich war sehr überrascht, wie viele Leute mit mir gelitten haben", sagt sie im Wintersportpodcast "Dreierbob" bei Sächsische.de und stellt zugleich fest: "Mir geht es aber immer noch sehr bescheiden." Die Winterspiele in Peking - das sollte ihre große Chance sein, erst recht nach einer starken Saison und dem Sieg im Gesamtweltcup. "Ich bin eigentlich eine echt gute Rodlerin und bin in zwei von vier Läufen bei den Olympischen Spielen auch Bestzeit gefahren. Doch davon kann ich mir überhaupt nichts kaufen, denn am Ende fahre ich mit leeren Händen nach Hause", erzählt Taubitz im und spricht von einem Gefühlschaos mit immer wieder auch Tränen. Eine Medaille sollte es sein, am Ende war es Platz sieben. "Das ist Olympia, und irgendwie ist es doch auch schön, dass so viele Emotionen rauskommen", sagt sie, äußerlich erstaunlich gefasst. Und tatsächlich, bei Olympia gibt es Heldengeschichten wie die von Teamkollegin Natalie Geisenberger, die knapp zwei Jahre nach der Geburt von Sohn Leo zum fünften Olympiasieg rodelte, und zugleich zerplatzen regelmäßig die schönsten Medaillenträume, nicht nur im Eiskanal. Skispringerin Katharina Althaus versammelt beides in einer Person: erst im Einzel zu Silber gesprungen, dann im Teamwettbewerb wegen eines nicht regelkonformen Anzugs disqualifiziert. Triumph und Tragik - das lag am Montag speziell aus sächsischer Sicht ganz nah beieinander. Denn zwei Stunden vor dem Sturz der Annabergerin wurde die Oberwiesenthalerin Denise Herrmann völlig überraschend Olympiasiegerin in der Königsdisziplin der Biathleten, dem Einzel über 15 Kilometer. "Ich habe das anfangs gar nicht mitbekommen, mich dann aber riesig gefreut für Denise. Und ich muss ehrlich sagen, das hat mich noch mal richtig gepusht und motiviert. Ich dachte, jetzt läuft's für Sachsen so richtig", erzählt Taubitz. Es kam anders. Nach Bahnrekord im ersten Lauf und auf dem Weg zur nächsten Bestzeit passierte es in der ominösen Kurve 13, die selbst Olympiasiegerin Geisenberger bis zuletzt zittern ließ. Taubitz stürzt und rutscht dann bäuchlings mit dem Schlitten auf dem Rücken ins Ziel. Aus der Traum vom Siegerpodest. "Ich bin umgefallen", antwortet sie salopp auf die Frage, wie das passieren konnte. Die Erklärung folgt direkt im Anschluss: "Es war einfach nur ein kleiner Fahrfehler. Das hatte nichts mit Nerven oder sonstigem zu tun. Ich hatte den Schlitten in Kurve 13 ein bisschen zu früh ausgelenkt und dadurch einen Linkszug bekommen. Den Kipper konnte ich noch echt gut abfangen und dachte, ich hab's wieder. Doch dann kam der kleine Buckel in Kurve 16 - und da hast du keine mehr." Am liebsten hätte sie in dem Moment 30 Sekunden zurückspulen wollen, um noch mal alles richtig zu machen. "Es geht halt ganz schnell, von Top auf Flop", meint Taubitz. Dass sie im vierten Lauf wieder die Laufbestzeit erzielt, ging unter im Jubel um Geisenberger und Anna Berreiter, die die Gunst der Stunde nutzte und den zweiten Platz belegte. "Es war ein versöhnlicher letzter Lauf für mich, im Großen und Ganzen bin ich trotzdem enttäuscht", sagt Taubitz. Im Podcast-Gespräch erzählt sie außerdem vom Leben im olympischen Dorf ("ziemlich geil"), das sie am Tag nach dem Wettkampf schon verlassen musste (die Bobfahrer kommen), und sie zieht Bilanz ihrer ersten Winterspiele. Ihre Kampfansage mit Blick auf Olympia 2026 im italienischen Cortina d'Ampezzo: "Nach den Spielen ist vor den Spielen. Ich habe es auch auf meinen Schlitten geschrieben: Jetzt erst recht." Außerdem im Podcast: Was Biathletin Denise Herrmann über ihren Sieg und das Leben bei Olympia unter Coronabedingungen sagt.
Erstes Gold für Team D - Rennrodler Johannes Ludwig am Tag danach im Dreierbob
07-02-2022
Erstes Gold für Team D - Rennrodler Johannes Ludwig am Tag danach im Dreierbob
Nach einer kurzen Nacht mit vielen Gedanken und noch mehr Emotionen, wie er sagt, beginnt für Olympiasieger Johannes Ludwig die zweite Disziplin bei diesen Winterspielen in Peking: der Medien-Marathon. Es ist sozusagen die Pflicht nach der Kür am Abend zuvor, als der Rodler im Eiskanal von Yanqing zur Goldmedaille fuhr. Noch dazu ist es die erste fürs deutsche Team - und das Interesse am 35-Jährigen noch einmal größer. Zwischen Fernseh-Interview und Telefonat mit der Heimatzeitung in Thüringen nimmt Ludwig auch Platz im Dreierbob, dem Wintersportpodcast von Sächsische.de. Im Podcast-Gespräch gesteht er, dass er es immer noch nicht so richtig fassen kann. "Ich werde mir jetzt im Nachhinein alles noch mal in Videos anschauen, was überhaupt passiert ist. Und dann werde ich das wahrscheinlich so Stück für Stück verarbeiten", erzählt Ludwig und verrät, dass er die Medaille wie angekündigt in der Nacht unterm Kopfkissen nahe bei sich hatte. "Jetzt habe ich sie in der Hand und streichle sie nebenbei immer ein bisschen." Dass Ludwig, der noch nie einen Einzeltitel gewonnen hat, in Peking triumphiert - wer hätte das schon gedacht? Tatsächlich wohl nicht mal unbedingt er selbst, wobei Ludwig in dieser Saison so gut wie nie unterwegs ist. Fünf Weltcups hat er für sich entschieden, außerdem den Gesamtweltcup. Vor allem aber verblüfft die souveräne Art und Weise, mit der er den technisch anspruchsvollen Eiskanal im Griff hatte. Start- und Bahnrekord im ersten Lauf, noch einen Bahnrekord im dritten Lauf, seinem besten, wie er meint. Schließlich die nervenstarke Fahrt zu Gold. "Dieses Level zu finden zwischen der richtigen Anspannung und Entspannung, das ist mir ganz gut gelungen. Ich war wirklich überrascht, wie gut ich über die Nacht gekommen bin", sagt Ludwig. Im Podcast beantwortet der neue Olympiasieger auch die zwei wichtigsten Fragen, die sich nun stellen: Beendet Ludwig als bald 36-Jähriger auf dem vermeintlichen Höhepunkt jetzt wirklich seine Karriere? "Ich habe nicht gesagt, dass ich aufhören werde, und ich habe nicht gesagt, dass ich weitermache", sagt er. Jetzt wolle Ludwig erst einmal genießen, Luft ranlassen und dann mit seiner Familie reden, "ob ich mir eine weitere Saison gönnen möchte oder nicht". Verlockend ist die WM 2023 in Oberhof natürlich schon. Eine WM, die für den Thüringer im doppelten Sinne eine Heim-WM wäre. Und wie hat er eigentlich jetzt die Goldmedaille gefeiert? Seine Mannschaftskollegen hatten schließlich so eine Vorahnung. "Das wird eine fette Party geben. Ganz egal, ob mit Cola, Wasser oder Bier", sagte der Sechsplatzierte Max Langenhahn am Sonntagabend im Ziel. Der weitaus erfahrenere viermalige Olympiasieger Felix Loch, diesmal Vierter, wusste da schon mehr. Er frohlockte, dass die Österreicher im Olympischen Dorf gleich nebenan wohnen und immer einen guten Schluck dabei haben. Und so kam es dann auch. Aber hören Sie selbst ... Außerdem in dieser Folge: Hören Sie, wie sich Eisschnellläuferin Claudia Pechstein kurz nach ihrem 3.000-Meter-Rennen und ihrer achten Teilnahme an Olympischen Spielen geäußert hat.
Olympischer Traum hinter Zäunen - Reporter Tino Meyers erste Eindrücke von den Spielen in Peking
04-02-2022
Olympischer Traum hinter Zäunen - Reporter Tino Meyers erste Eindrücke von den Spielen in Peking
Es ist kalt in Peking in diesen Tagen, eisig kalt und die Sonne trügerisch, sehr trügerisch. Sie sorgt für schöne Bilder, wärmt aber nicht – was ganz gut passt zu diesen Olympischen Winterspielen, die am Freitag in Peking eröffnet werden. SZ-Reporter Tino Meyer ist seit Dienstag in Peking und berichtet über die Spiele in der chinesischen Hauptstadt. Im Wintersport-Podcast Dreierbob erzählt er vom Ankommen im Land, aus dem das Coronavirus kam, und von seinem Leben in der olympischen Parallelwelt mit täglichen Tests und abgeriegelten Sportstätten und Unterkünften. Vom der historischen Idee, dass sich bei Olympia die „Jugend der Welt“ zum sportlichen Wettstreit trifft, ist nicht viel geblieben. Das habe erst mal nichts mit Peking im Speziellen zu tun, stellt Meyer fest. Doch falle es ein mehr auf als bei früheren Spielen. Neben dem Dauer-Thema Corona, das schon die Sommerspiele im vergangenen August in Tokio überlagert hat, kommt nun ein explizit chinesisches hinzu: der Umgang mit Menschenrechten wie die freie Meinungsäußerung. Von speziellen Umständen ist zuletzt bei Sportlern und Trainern immer wieder die Rede gewesen, und das hat schon vor der Einreise angefangen. Normalerweise müssen die Athleten eine sportliche Norm erreichen, um sich den Traum von Olympia zu erfüllen. Zweimal beim Weltcup unter den besten 15 oder einmal in den Top 8 – das sind beispielsweise die Kriterien in Deutschland. Mannschaften müssen sich extra bei Turnieren qualifizieren - und Journalisten einen Akkreditierungsantrag beim Deutschen Olympischen Sportbund einreichen. Doch damit ist es diesmal eben nicht getan ... Den langen Weg nach Peking, der vor allem ein bürokratischer Marathon war, und die ersten Eindrücke vor Ort schildert der SZ-Reporter in dieser Podcast-Folge. Zudem kommt Francesco Friedrich zu Wort, der Bobdominator aus Pirna - und nun auch Fahnenträger. Bei der Eröffnungsfeier am Freitag führt er zusammen mit Eisschnellläuferin Claudia Pechstein die deutsche Mannschaft ins Olympiastadion. Das heißt auch für ihn: Noch einen Corona-Test extra, so sind die Regeln.
Absolute Isolation und Training: Bob-Trainer Gerd Leopold über die letzten Tage vor Olympia
25-01-2022
Absolute Isolation und Training: Bob-Trainer Gerd Leopold über die letzten Tage vor Olympia
Die Uhr tickt runter, die heiße Phase vor Olympia hat begonnen. Das Kürzel im Leistungssport dafür lautet UWV, unmittelbare Wettkampfvorbereitung. So steht es auch diesmal wieder in den Trainingsplänen von Gerd Leopold. Und kaum einer weiß besser, worauf es jetzt ankommt: Kräfte sammeln, Konzentration schärfen. Seit 40 Jahren arbeitet der Riesaer nun schon als Bobtrainer, seit 2011 ist er Heimtrainer von Francesco Friedrich. Vor den Olympischen Spielen, die am 4. Februar in Peking eröffnet werden, kommt diesmal noch ein geradezu zentraler Punkt hinzu, mahnt der Trainer im Wintersportpodcast "Dreierbob" bei Sächsische.de an: "Kontakte meiden!" Um sich vor dem Coronavirus zu schützen, hat sich die gesamte deutsche Bob-Nationalmannschaft, Techniker, Serviceleute und Physiotherapeuten inklusive, eine Woche vor dem Abflug nach Peking aus der Öffentlichkeit komplett zurückgezogen. Im Trainingszentrum Kienbaum am Rande von Berlin bestreitet das Team nun also die UWV. "Wir haben es die ganze lange Weltcup-Saison jetzt ohne Infektion geschafft, da wollen wir auf die letzten Tage nichts anbrennen lassen", sagt Leopold und klopft sich dreimal leicht auf den Kopf. Das Motto für den Aufenthalt in Kienbaum lautet also: "Noch mal gut trainieren. Aber bloß nicht infizieren!" So kurz vor dem herausragenden Saisonhöhepunkt, der maßgeblich über den weiteren Karriereverlauf der Athleten entscheidet und zudem die Förderung der gesamten Sportart in Deutschland bestimmt, könnte ein positiver Fall empfindliche Folgen haben. Leopold weiß das, er hat auch schon oft genug Krisen und Extreme erlebt. Harald Czudaj, mit dem er mittlerweile Fitnessstudios mit dem vielsagenden Namen "Olympia" in Riesa und Coswig betreibt, und dessen Vierer-Team hat Leopold 1994 in Lillehammer zum Olympiasieger gemacht, danach trainierte er Jamaikaner, Franzosen und Niederländer. Und seit 2011 ist der frühere Marathonläufer vom SC Einheit Dresden (Bestzeit 2:32 Stunden) an einem besonders ambitionierten Projekt beteiligt. Die Erfolge von Bobdominator Francesco Friedrich aus Pirna, dem Rekordweltmeister und zweimaligen Olympiasieger von 2018, gehen auch auf ihn zurück. Leopold schreibt die Trainingspläne, er ist zudem so etwas wie die Vaterfigur, zugleich Motivator, Netzwerker und einer, der immer wieder innovative Ideen einbringt. Zum Beispiel, dass auch Yoga gut ist für starke Männer, die sonst Kniebeuge mit einer 200-Kilo-Hantelstange im Nacken machen. Einmal pro Woche versammelt er Team Friedrich, zu dem die Anschieber Thorsten Margis, Candy Bauer, Martin Grothkopp, Alexander Schüller sowie in diesem Jahr auch der überaus erfahrene Alexander Rödiger gehören, zum gemeinsamen Training auf der Anschubstrecke in Riesa. Und selbstverständlich ist Friedrichs Ziel, die Olympiasiege Nummer drei und vier, auch seines. "Wir haben in dieser Saison 16 von 18 Rennen gewonnen. Etwas anderes als zu sagen, wir fahren um den Sieg, kann nicht unser Anspruch sein", sagt Leopold - und schiebt nach: "Doch es gibt keine Garantie." Am Samstag fliegt die Bob-Mannschaft nach Peking. Von dort geht es dann weiter in die gut 80 Kilometer nordwestlich gelegenen Berge nach Yanqing, wo auf der neu gebauten Olympia-Bahn kurzfristig noch vor der Eröffnung zwei Trainingstage für die Bobfahrer vorgesehen sind. Eine unverhoffte Chance, die sich der Perfektionist Friedrich nicht entgehen lässt. Die Männer-Rennen stehen dann am 14. und 15. (Zweier) sowie am 19. und 20. Februar (Vierer) im olympischen Programm. Vorab wartet auf Friedrich womöglich jedoch noch eine besondere Aufgabe. Er steht als Fahnenträger der deutschen Mannschaft für die Eröffnungsfeier zur Wahl, die Abstimmung läuft bis zum 30. Januar. "Diese ehrenvolle Aufgabe würde Francesco sehr gerne übernehmen", sagt Leopold.
Michael Rösch über Biathlon, China und wieso bei Olympia immer etwas schiefgeht
14-01-2022
Michael Rösch über Biathlon, China und wieso bei Olympia immer etwas schiefgeht
Technisch macht ihm keiner etwas vor, schon gar nicht seit seinem Seitenwechsel. "Aufnahme läuft", sagt Michael Rösch, Biathlon-Olympiasieger von 2006, bei seiner Premiere im Wintersport-Podcast "Dreierbob" bei Sächsische.de. Und statt die erste Frage an ihn, den Talk-Gast, abzuwarten, stellt er die lieber selbst: "Bin ich Pilot, der Bremser oder sitze ich mittendrin?" Schlagfertig ist der Altenberger also wie eh und je, was ganz gut passt zu seinem neuen Job als TV-Experte. Bei Eurosport kommentiert Rösch jetzt zusammen mit Sigi Heinrich die Weltcups, auch in diesen Tagen wieder. Nach Oberhof macht der Biathlon-Tross momentan Halt in Ruhpolding, für den 38-Jährigen ein besonderer Ort. Vor ziemlich genau drei Jahren beendete der Olympiasieger von 2006 im bayrischen Biathlon-Mekka seine Karriere. Im Podcast erzählt Rösch natürlich auch von jener sportlichen Sternstunde damals in Turin - wobei er sich gar nicht mehr genau erinnern könne, wie er gesteht. Erst diese Woche habe er mit seinem damaligen Teamkollegen Sven Fischer, der jetzt als ZDF-Experte arbeitet, beim Abendbrot zusammengesessen und über die Winterspiele 2006 gesprochen. "Fisch hat noch alles präsent und weiß jedes Detail, da sind auch bei mir wieder viele Erinnerungen hochgekommen", sagt Rösch. Als Toptalent hatte er es sozusagen auf Anhieb in die Olympia-Staffel geschafft und mit schnellen Schießzeiten die Fachwelt verblüfft - und sogar eine kleine Revolution in seiner Sportart ausgelöst. Unvergessen sein legendäres 17-Sekunden-Schießen beim Weltcup-Sprint 2008 in Oslo, das es zum Klick-Hit bei Youtube geschafft hat. Solche Zeiten sind heute immer noch die Ausnahme, doch an die 20 Sekunden kommen inzwischen viele Biathleten heran. Schnelles Schießen gehört inzwischen dazu. Das weiß auch Rösch, der in Anlehnung an seinen nicht minder erfolgreichen Vater Eberhard unverändert von allen Ebs genannt wird. Im Podcast redet Rösch zudem ausführlich über den Leistungsstand der deutschen Biathleten, neue Talente auch in Sachsen, die Perspektive für Sachsens derzeit Besten, Justus Strelow, der Olympia sehr wahrscheinlich verpasst, sowie die Erfolgsaussichten generell bei den Winterspielen in Peking. Er selbst ist ganz froh, nicht selbst nach Peking zu müssen. "Schönes Stadion, breite Strecke, doch selbst ohne Corona würden dort keine Zuschauer sein. Biathlon interessiert in China keinen. Das ist das eine", sagt Rösch. Das andere sind die vieldiskutierten Corona-Bedingungen vor Ort und nicht zuletzt die kritische Menschenrechtslage: "Olympische Spiele haben in so einem Land einfach nichts zu suchen. Aber dafür können wir nichts, das liegt am IOC. Und das IOC macht mit dem den Handschlag, wo es das meiste Geld gibt - so sieht es zumindest aus." Rösch, der aus dem Eurosport-Studio in München berichten wird, bemängelt jedoch zugleich, dass beispielsweise in Europa keiner mehr Olympia haben wolle. Seine Begründung: "Die Werte sind einfach mehr da, wenn selbst Nationen wie Deutschland, Norwegen und Schweden die Spiele nicht mehr wollen. Ich finde es nicht schön, dass Olympia in China stattfindet." Rösch selbst erfindet sich also immer wieder neu, er lebt dabei nach dem Prinzip Hinfallen, Aufstehen, Weitermachen. Weltklasse-Sportler ist er gewesen, dabei ein Stück weit immer auch sein eigener Manager, erst recht in den Jahren als Wahl-Belgier, nach der Karriere war er dann für kurze Zeit auch Trainer, er ist zudem Werbegesicht und nun eben Journalist. Der Bezugspunkt ist dabei stets der gleiche: Biathlon. Es bleibt seine Leidenschaft.
Das China-Trauma: Georg Hackl über schockierende Erlebnisse der Rodler am Olympia-Ort
27-12-2021
Das China-Trauma: Georg Hackl über schockierende Erlebnisse der Rodler am Olympia-Ort
Geht es ums Rodeln in Deutschland, kommt man an ihm nicht vorbei: Georg Hackl - oder wie man den dreimaligen Olympiasieger längst nicht mehr nur in seiner bayerischen Heimat nennt: der Hacklschorsch. "Was mich als Kind schon fasziniert hat, dass es möglich ist, dass ein Rennrodler an einer senkrechten Wand entlang fahren kann und da nicht runterfällt", erzählt der 55-Jährige im "Dreierbob", dem Wintersport-Podcast von Sächsische.de - der in dieser olympischen Saison auch mal schnell zum Dreierrodel wird. Im Gespräch mit Hackl, der in Berchtesgaden zu Hause ist und mittlerweile als Stützpunkttrainer arbeitet, kommt man natürlich auch an dem alles beherrschenden Thema dieser Tagen nicht vorbei: Corona. Hackl wirbt mit Nachdruck fürs Impfen, das sei die einzige Chance im Kampf gegen das Virus. Die Pandemie beschäftigt auch den Leistungssport mehr denn je, erst recht mit Blick auf die Olympischen Winterspiele im Februar 2022 in Peking. Auch das erfolgsverwöhnte und vor allem Erfolg gewöhnte deutsche Rodel-Team ist betroffen. Olympiasieger Felix Loch sowie Dajana Eitberger fehlten beim letzten Weltcup vor Weihnachten in Innsbruck aufgrund einer Corona-Infektion. Mehr noch wirkt allerdings das Erlebte von den Trainingswochen auf der neuen Olympiabahn in Yanqing nach, sowohl bei den Sportlern als auch bei Hackl selbst. "Die Gefahr einer Ansteckung mit Corona halte ich in China für sehr, sehr gering, weil hier starke Maßnahmen gegen eine solche Ansteckung ergriffen wurden", sagt der gebürtige Bayer. Etliche Maßnahmen seien allerdings wenig sinnvoll und würden vielmehr die Freiheit des Individuums stark einschränken. So habe er beispielsweise beim Einchecken ins Hotel seinen Ausweis abgeben müssen und habe den erst am letzten Tag wiederbekommen. Dies sei ein kleines, aber aussagekräftiges Beispiel. Die Corona-Quarantäne habe sich wie Strafvollzug angefühlt mit Stacheldraht rund ums Hotel, meint Hackl mit leiser, ernster Stimme. Ursächlich verantwortlich dafür macht er "ein anderes Menschenbild, ein anderes Weltbild, das man in diesem Land hat und Dinge handhabt, die wir in freien, demokratischen Ländern unter ,geht gar nicht' einordnen würden. Da ist der Mensch nichts wert, und da ist es wurscht, wenn der Mensch nicht raus darf." Unter diesen Voraussetzungen, stellt Hackl weiter fest, "hat das Große, Schöne und Tolle, was Olympia immer war, für mich ganz grundsätzlich seinen Zauber verloren". Es falle ihm daher auch sehr schwer, sich für eine erneute Reise nach China im Februar zu motivieren, er verbucht es inzwischen vielmehr als reine Arbeitsreise. "Mir tun vor allem die Sportler leid, die um das Erlebnis Olympia und die großartigen Momente, wie ich sie mehrfach erleben durfte, betrogen werden", sagt Hackl und macht dafür gleichermaßen die Pandemie und den Austragungsort verantwortlich. Hackl kommt nicht zuletzt aufgrund der anhaltenden Menschenrechtsverletzungen in China zu dem Schluss: "Augen auf bei der vergabe der Olympischen Spiele." Es tue ihm für die Sportler leid, es tut ihm für Olympia leid. "Und mir tut es für alle sehr, sehr leid, die unter solch einem Regime leiden", betont er. Was bleibt, ist der sportliche Wettbewerb - auch in Peking und trotz der widrigen Umstände, die auch von den Athleten anderer Länder kritisiert wurden. "Wir sind gut aufgestellt, sind gut vorbereitet. Und wir haben unsere Erfahrungen mit der Bahn gemacht", sagt Hackl. Er spricht von einer sehr aufwendig und großzügig gebauten Anlage. "So etwas hat der Rodelsport bisher noch nicht gesehen. Eigentlich eine Vorzeige-Anlage." Im Podcast erzählt der erfolgreichste Rodler aller Zeiten zudem von der Leidenschaft für seinen Sport, vom Tüfteln am Schlitten und auch über den zerstörten Eiskanal am Königssee sowie den Stand der Planungen zum Wiederaufbau dieser Bahn. Und Hackl verrät das Erfolgsgeheimnis der Rodelnation Deutschland, die selbstverständlich auch diesmal wieder
Ist Corona der größte Konkurrent in diesem Winter, Herr Spies?
21-12-2021
Ist Corona der größte Konkurrent in diesem Winter, Herr Spies?
Weihnachten kam noch nie so ungelegen und doch genau zum richtigen Zeitpunkt. Da geht es den Bobfahrern in diesem Jahr wie wohl allen Wintersportlern. Nach fünf Weltcup-Wochen sehnen sie sich nach einer Pause, doch die Füße hochlegen will und kann gut einen Monat vor den Olympischen Spielen in Peking niemand. Selbst Bob-Bundestrainer René Spies macht da keine Ausnahme. "Weihnachten ist schon sehr willkommen, doch ich glaube, abschalten kann jetzt keiner, Es geht eher darum, sich mental noch mal ein bisschen runterzufahren, um wieder zu Kräften zu kommen", sagt Spies im "Dreierbob", dem Wintersport-Podcast von Sächsische.de. Wenigstens zur Bescherung will er das Handy ausmachen und die Zeit mit seiner Familie genießen - nachdem sich vorher alle getestet haben. So viel Vorsicht und auch Professionalität muss sein. Nach harten Vorbereitungswochen soll Olympia nicht durch solche Nachlässigkeiten in Gefahr geraten. Ein positiver Corona-Fall und alles kann vorbei sein. Einreisen nach China darf nur, wer kurz vor dem Abflug zwei negative PCR-Tests vorweisen kann. Olympia - das ist nicht nur ein großer Traum für die Aktiven, es ist der Höhepunkt schlechthin für Nischensportarten wie auch den Bobsport. Weil eine Olympia-Medaille nicht zuletzt um ein Vielfaches mehr zählt als Podestplätze bei Welt- oder Europameisterschaften. "Das ist in jedem Fall so", betont Spies, spricht vom wertvollsten Wettkampf und sagt auch warum: "Wir werden nach dem Ergebnis abgerechnet und der Verband danach eingeordnet, wie viele Fördermittel er in den kommenden vier Jahren bis zu den nächsten Olympischen Spielen erhält." Auf eine Medaillenvorgabe will sich der Bundestrainer im Podcast nicht festlegen, doch er nennt seine prinzipielle Herangehensweise: Vor dem entscheidenden vierten Lauf solle in jeder der vier Bob-Disziplinen mindestens ein deutsches Team die Chance auf die Goldmedaille haben. Da ist es gut, und das weiß auch Spies, einen wie Francesco Friedrich in der Mannschaft zu haben. Über dessen unglaubliche Dominanz, Friedrich hat im Kalenderjahr 2021 alle Rennen gewonnen, und auch dessen Standing innerhalb der Nationalmannschaft spricht Spies ebenfalls wie auch über seine Arbeit als Bundestrainer und den mutmaßlich größten Gegner für alle: Corona. "Das ist in der Tat nicht nur für die Aktiven, sondern auch für uns als Trainer eine riesige Angst und auch Sorge, was passiert, wenn du dort positiv bist oder wenn du dich dort irgendwie ansteckst", erklärt Spies, der seit 2016 als Cheftrainer der deutschen Nationalmannschaft arbeitet und als Bobpilot selbst zweimal bei Olympischen Spielen am Start war. Eine Ansteckung hundertprozentig vermeiden, das könne man nicht. Es gehöre auch etwas Glück dazu, dass man verschont bleibe. Und das gehe bei der Anreise nach China los. "Wir müssen im Flugzeug dahin fliegen. Wenn da zwei, drei Infizierte im gleichen Flieger zufällig neben einem oder in der Nähe sitzen, hat man ganz schlechte Karten." Spies weiß um die Erlebnisse der deutschen Rennrodler, die bei ihrem Aufenthalt kürzlich in China aus genau diesem Grund in Quarantäne mussten. Im "Dreierbob" sprach die sächsische Rodlerin Julia Taubitz anschließend von "menschunwürdigen" Zuständen. Seine Wünsche fürs neue Jahr sind für Spies deshalb klar: Gesundheit - für seine Familie, die Sportler und auch sich selbst. "Und was mir echt Sorgen macht, und da kenne ich auch ein paar Leute, ist diese Corona-Radikalisierung. Die hat extrem zugenommen, da trifft man im Sport wie in der Gesellschaft auf verhärtete Positionen. Ich hoffe, dass wir da zurückfinden und im Dialog bleiben. Das ist ein Wunsch von mir für den Sport, aber auch für ganz Deutschland."
Langlauf-Cheftrainer Peter Schlickenrieder über Dresdens Weltcup und Olympia
17-12-2021
Langlauf-Cheftrainer Peter Schlickenrieder über Dresdens Weltcup und Olympia
Letzte Ausfahrt Elbufer. Am Wochenende trifft sich die Weltelite im Skilanglauf zum letzten großen Wettkampf des Jahres in Dresden, es ist zugleich das vorerst letzte Sprintrennen überhaupt am Elbufer. Fünf Jahre Weltcup am Fluss - und jedes Jahr aufs Neue die gleichen Diskussionen. Skilanglauf-Bundestrainer Peter Schlickenrieder hat zu dem nach wie vor viel diskutierten Cityevent eine klare Meinung: "Die Dresdner setzen das in vielerlei Hinsicht vorbildlich um", sagt Schlickenrieder im Podcast Dreierbob bei Sächsische.de. Der 51-Jährige, seit 2018 verantwortlich für die die deutschen Langläufer, hat zwar Verständnis für jene, die gegen das künstliche Erschaffen solcher Strecken argumentieren. Jedoch deute in Dresden allein schon der Umstand, dass statt einer großen Runde nur eine kleine doppelt zu fahrende aufgebaut werde, auf eine bewusste Verwendung der Ressourcen hin, so Schlickenrieder. Zudem könnten in diesem Jahr auch wieder Schulkinder die Strecke im Rahmen des Unterrichtes nutzen. "Und es ist so, dass Dresden nicht wie andere Wettkampforte manchmal irgendwo fernab von Wintersportgebieten liegt", betont der Bayer. Die nähe zum Erzgebirge, laut Schlickenrieder eine der wichtigsten Langlaufregionen Deutschlands, sei für ihn ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Events in der sächsischen Landeshauptstadt. "Als Nationaltrainer sehe ich auch diesen sportlich-nachhaltigen Nutzen. Ein Kind, das in Dresden vielleicht das erste Mal auf Langlaufski steht, das diesen Sport dann weiter betreiben will, kann das im Gebirge direkt vor der Haustür tun, weil es dort viele Vereine gibt", sagt er. Schlickenrieder spielt damit eher indirekt darauf an, wie schwierig die Nachwuchsarbeit im Langlauf ist. "Da sind wir Welten von den großen Nationen wie Norwegen entfernt. Die haben einfach die drei oder vierfache Menge an Trainern und eine andere Kultur." Doch auch in Deutschland tut sich was. Ein Achtungserfolg zuletzt war zum Beispiel der dritte Platz von Katharina Hennig aus Annaberg-Buchholz über 10-Kilometer beim Weltcup im finnischen Ruka. Ist das Frühform oder ein Fingerzeig in Richtung Olympia? "Da muss man die Erwartungen zurückschrauben", sagt Schlickenrieder. Die Medaillen, so sieht es der Trainer, werden Schweden, Norwegen, Finnland und Russland unter sich ausmachen. "Ich freue mich, wenn wir uns auf Schlagdistanz zum Podest befinden werden." Mit Blick auf die Winterspiele in Peking ärgert er sich jedoch über die Bedingungen beim großen Saisonhöhepunkt. "Die Olympia-Anlage ist im Endeffekt in eine Wüste, in eine Steppe gebaut worden." Nur weil man den Platz habe, um große Dinge in die Welt zu bauen, müsse man das nicht gleich tun. "Das gleicht, würde ich sagen, einem Gigantismus", sagt Schlickenrieder. Skeptisch ist er aber nicht nur hinsichtlich der Nachnutzung der Wettkampfstätte im Anschluss an die Spiele. Schlickenrieder hält den Austragungsort grundsätzlich für bedenklich. Die Strecken befinden sich auf über 2.000 Meter Höhe. Bei den Rennen sind sehr kalte Temperaturen zu erwarten. "Strecken in dieser Höhe bevorzugen immer einen bestimmten Typ von Athleten. Die eher kräftigen, muskulösen Läufer haben einen Nachteil", sagt Schlickenrieder, und er hält es für eine falsche Entwicklung im Langlauf, dass Strecken "immer höher und steiler" würden. "Der Sport ist ein Gesamtpaket aus Athletik, Taktik und Können. Den Langlauf macht ja nicht unbedingt der asketische Typ aus."
Olympia fest im Blick: Rodlerin Julia Taubitz über Erfolge, Ziele und Corona
07-12-2021
Olympia fest im Blick: Rodlerin Julia Taubitz über Erfolge, Ziele und Corona
Deutschlands derzeit stärkste Rennrodlerin Julia Taubitz sieht rund zwei Monate vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Peking noch Nachbesserungsbedarf bei den Corona-Abläufen im Gastgeberland. Im Podcast Dreierbob bei Sächsische.de berichtet die 25-Jährige von Erfahrungen, die sie gemeinsam mit der Nationalmannschaft kürzlich bei den Trainingswochen samt abschließenden Weltcup auf der neuen Olympiabahn gemacht hat. Taubitz betont, dass die Anlage in Yanqing gut 80 Kilometer von Peking nordwestlich "traumhaft" sei. "Die Bahn schlängelt sich wie ein Drachen in die Landschaft." Sie sei außerdem schnell und aufgrund ihres verhältnismäßig milden Kurvenprofils nicht wie frühere Olympiabahnen so beschaffen, dass sie die Athleten an körperliche Belastungsgrenzen oder darüber hinaus bringe. Dem sportlichen Teil ihrer jüngsten China-Reise kann die sächsische Rodlerin viel Positives abgewinnen, nicht zuletzt wegen ihres zweiten Platzes beim Weltcup-Rennen. Anders sieht es beim zweiten großen Thema aus, das in dieser Saison auch die Wintersportler wieder intensiv beschäftigt: Corona. Nach der Ankunft in China, so erzählt es Taubitz, wurden drei Passagiere an Bord eines Flugzeugs, das den internationalen Rodlertross beförderte, positiv auf das Coronavirus getestet. Sie selbst sei nicht betroffen gewesen. Teamkollegen wurden allerdings als Kontaktperson ersten Grades eingestuft, weil sie im Flugzeug in der Nähe eines Infizierten gesessen haben sollen. Dass auf jenen Plätzen aufgrund von Kapazitätsproblemen jedoch nachweislich Gepäck gelagert wurde, spielte für die Sicherheitskräfte im Olympialand keine Rolle. Bei Corona kennen die Chinesen kein Pardon. Zudem berichtet Taubitz von "menschenunwürdigen" Zuständen in der Quarantäne-Unterkunft, wo sie sich genauso wie viele weitere Mitglieder des deutschen Teams in 14-tägige Isolation begeben musste. "Man wurde früh um 5 Uhr und abends um 23 Uhr getestet. Das Essen wurde vor die Tür gestellt, meistens war das dann auch kalt. Noch dazu klappte die Verständigung nicht, weil niemand wirklich Englisch sprach", sagt Taubitz in der aktuellen Folge des Wintersport-Podcasts Dreierbob, der diesmal ganz pragmatisch das Sportgerät wechselt und zum Dreierrodel wird. Weil sie nicht positiv getestet wurde, konnte sich innerhalb der Unterkunft bewegen und auch trainieren. Schlechter erwischte es ihren Teamkollegen Tobias Arlt. Er wurde vor Ort positiv getestet und in eine andere Unterkunft gebracht. "Er war ja kein Schwerverbrecher und hat dann dort echt viel durchmachen müssen." Sein Zimmer sei sehr klein gewesen, "noch schlimmer aber war, dass da tote Tiere waren". Taubitz meint schließlich: "Wenn man schon in Quarantäne geht, macht man eh eine schwere Zeit durch. Dann sollte wenigstens die Unterkunft in Ordnung sein." Der Olympia-Winter hätte also kaum turbulenter und aufregender beginnen können. Erst die drei Wochen Peking, dann zwei Weltcups in Sotschi, jetzt weiter nach Altenberg - und das alles inmitten der Corona-Pandemie. Doch Taubitz versucht entspannt zu bleiben. Lockerheit, das hat sie in den vergangenen Jahren gelernt, ist auf dem Rennschlitten entscheidend. In Bezug auf die Corona-Entwicklung gerade auch in Sachsen vertritt Taubitz, die in Annaberg-Buchholz zu Hause ist, eine klare Meinung. "Ich frage mich schon, wie können manche Menschen ihre Augen verschließen und einfach so hinnehmen, dass alles irgendwie den Bach runter geht." Die Impfung, der sie zunächst auch skeptisch gegenüberstand, sieht sie als "den ersten Schritt, den man in die richtige Richtung" machen könne. Selbst wenn die kommenden Tage in Altenberg nicht ganz so normal und unbeschwert wie üblich sind, zumindest sportlich läuft es. Die offizielle Olympia-Norm hat Taubitz erfüllt, und auch im internen Duell liegt sie gut platziert. Es sieht danach aus, als würde sie sich im Februar ihren großen Traum erfüllen können: die Olympia-Teilnahme.
Olympia und Corona: Wie wird dieser Winter, Francesco Friedrich?
30-11-2021
Olympia und Corona: Wie wird dieser Winter, Francesco Friedrich?
Die neue Wintersportsaison hat gerade erst begonnen, da ist klar: Große Events vor Zuschauern wird es in den nächsten Monaten kaum geben. Das gilt für die Olympischen Spiele in Peking (4. bis 20. Februar) und die Wettkämpfe bis dahin - unabhängig von der Sportart. Doch wie wird dieser Sportwinter, der erneut von der Pandemie gezeichnet ist? Im "Dreierbob", dem jetzt wieder startenden Wintersport-Podcast von Sächsische.de, geht es um genau diese Frage. Zum Auftakt zu Gast ist der Pirnaer Bobpilot Francesco Friedrich. Der Rekordweltmeister und zweimalige Olympiasieger erklärt, wie ernst er und sein Team das Thema Corona nehmen - inklusive der weitreichenden Folgen der Selbstschutz für die Sportler und ihr privates Umfeld haben. "Wir wissen alle, was wir zu tun und zu lassen haben", erklärt Friedrich. Dadurch sei bei Wettkämpfen das Risiko überschaubar. "Doch die Gefahr, sich irgendwo anzustecken, fährt überall mit." Friedrich weiß, wovon er spricht. Im März hatten er und seine Crew Corona. Die Infektion verlief für alle folgenlos. "Wir haben dabei aber unsere Erfahrungen gesammelt", sagt er. In seinem Team gehe man mit dem Thema Corona auch deshalb sehr sensibel um. Friedrich selbst beobachtet die momentane Entwicklung genau - insbesondere in seiner Heimat. "So wie sich das jetzt wieder zuspitzt, kann man nicht damit rechnen, dass wir das Ganze bald überstanden haben", meint Friedrich, dessen sportliches Zuhause die Bobbahn in Altenberg ist. Am kommenden Wochenende findet dort der erste von zwei Heim-Weltcups in diesem Winter statt, aufgrund der Corona-Notfallverordnung in Sachsen ohne Zuschauer. Privat versuchen er und seine Familie jedes Risiko zu meiden. Um die Sicherheit bei Olympia macht sich Friedrich wenig Sorgen. Erst kürzlich war der gesamte Bob-Zirkus für drei Wochen an der neuen Bahn, die rund 80 Kilometer entfernt von Peking in Yanqing liegt. "Die Chinesen nehmen das Thema sehr, sehr ernst", betont Friedrich. Er berichtet von täglichen PCR-Tests und reibungslosen Abläufen, wie sie auch während der Spiele zu erwarten sind. Unabhängig von der sportlichen Vorbereitung, die in der Bob-Gemeinschaft wohl niemand so akribisch betreibt wie er, beschäftigt Friedrich das gesellschaftliche Miteinander. Er selbst sei genauso wie seine Teammitglieder geimpft. Die Impfung sieht er aber nicht als allein entscheidendes Kriterium an. "Nur weil man geimpft ist, kann man nicht die Hände hoch nehmen und sagen: 'Es liegt doch nicht an mir'". Weil auch eine Impfung nicht davor schütze, das Virus weiterzugeben, müsse jetzt jeder auf sich und andere aufpassen. "Egal, ob man nun geimpft ist oder nicht. Hauptsache, jeder hält sich an die Regeln." Für ihn ist das eine Selbstverständlichkeit.
Preisgekrönt an den Start: So wird der Olympiawinter im Dreierbob
01-10-2021
Preisgekrönt an den Start: So wird der Olympiawinter im Dreierbob
Für Wintersportler beginnt spätestens jetzt die heiße Phase in der Vorbereitung auf die neue Saison. Höhepunkt sind im Februar 2022 die Olympischen Spiele in Peking. Auch Sächsische.de wird dabei sein und geht in einer eigenen Disziplin an den Start: im Dreierbob. Der Podcast, der in den vergangen zwei Jahren von den Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaften in Altenberg berichtet hat, wird fortgesetzt. Die Reporter Tino Meyer und Fabian Deicke laden in dem Podcast ab November regelmäßig Gesprächspartner aus der Welt des Bobsports und anderer Wintersportarten ein. Zuletzt hat der Podcast beim Veltins Lokalsportpreis, einem Sportjournalistenpreis, den ersten Platz in der Kategorie Online belegt. In einer Sonderfolge berichten die Reporter von der "Siegerehrung" und über die genauen Pläne für den Winter 2021/22. In dieser Episode erzählt unter anderem auch Bob-Dominator Francesco Friedrich, wie er in Richtung Peking blickt und "beim Dreierbob wieder mit von der Partie" sein will. Pilotin Laura Nolte berichtet von ihrer Sommervorbereitung und Altenbergs Bahnchef Jens Morgenstern freut sich auf einen Dezember mit Wettkämpfen an jedem Wochenende in seinem Eiskanal.
Dreierbob 2021: Bilanz einer WM, die nur wegen Corona etwas anders war
15-02-2021
Dreierbob 2021: Bilanz einer WM, die nur wegen Corona etwas anders war
Mit dem elften WM-Sieg von Rekordweltmeister Francesco Friedrich sind am Sonntag die Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaften in Altenberg zu Ende gegangen. Eine gute Gelegenheit also, um die unglaubliche Leistung des 30 Jahre Piloten aus Pirna zu würdigen, und höchste Zeit, um Bilanz zu ziehen. Darum geht es in der letzten Folge im Dreierbob, dem WM-Podcast von Sächsische.de. 13 Tage Renn- und Trainingsbetrieb liegen hinter Athleten und Organisatoren mit insgesamt 1.400 Fahrten im Eiskanal - umgerechnet 22 Stunden nonstop. Ein großes Thema dieser Tage, natürlich auch in Altenberg: Corona. Rund 280 Helfer sorgten in über 900 Einsatzstunden dafür, dass die WM unter strengen Hygieneregeln und dem Ausschluss der Zuschauer stattfinden kann. Es gab 2.500 Corona-Tests, dokumentiert und protokolliert auf 3.200 Blatt Papier. Im Ergebnis halten die Organisatoren fest: "Die WM-Blase hat gehalten." Die Besatzung des Dreierbobs, also die SZ-Reporter Tino Meyer und Fabian Deicke, sind von dieser Aussage direkt betroffen. Wegen eines positiven Corona-Tests bei einem der beiden haben sie ihren Podcast von der ersten bis zur letzten Folge jeweils von zu Hause über Video-Konferenzen aufgenommen und produziert. Und sportlich? Die neuen Weltmeister von Altenberg sind die alten. Sowohl Francesco Friedrich als auch Kaillie Humphries verteidigten ihre Bob-Titel aus dem Vorjahr an gleicher Stelle, im Skeleton wiederholten Tina Hermann und Christopher Grotheer die Siege. Ein weiteres Novum: Erstmals bei einer WM wurde Monobob. Unterm Strich also sehr ereignisreiche Tage. "Wir sind sehr zufrieden, denn das war ein spezielles Jahr. Wir hatten das Glück, dass wir hier noch einmal auf unserer Heimbahn fahren durften", sagt Friedrich danach. Ein Fazit, dem sich die Podcast-Besatzung komplett anschließt. Noch schnell Kufen polieren, dann stellen wir den Dreierbob mal kurz in die Ecke. Denn wie bei Friedrich und den anderen Athleten und Trainern, die in den vergangenen Tagen zu Wort gekommen sind, geht der Blick schon voraus: Im nächsten Jahr ist Olympia. Dann hoffentlich ohne Corona ... Alle Podcast-Gespräche im Dreierbob werden aufgrund der Corona-Situation über Videoanrufe aufgezeichnet. Die am Gespräch beteiligten Personen sitzen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
Dreierbob 2021: Großer Finaltag bei der WM in Altenberg
14-02-2021
Dreierbob 2021: Großer Finaltag bei der WM in Altenberg
Der Dreierbob biegt in die Zielkurve, und auch die Weltmeisterschaft in Altenberg steht kurz vorm Abschluss. Sechs von sieben Entscheidungen sind gefallen, bis auf die Königsdisziplin Viererbob stehen Sieger und Besiegte fest. Zeit also für eine erste sportliche Bilanz. Und die fällt, setzt man die schwarz-rot-gelbe Brille auf, überaus positiv aus. Die Erwartungen an die deutschen Bob- und Skeletonsportler waren ja keineswegs gering, erst recht nach dem sehr erfolgreichen Abschneiden vor einem Jahr an gleicher Stelle. Dazu der Vorteil auf der Heimbahn - doch ganz so einfach ist die Sache dann doch nicht. Mit den Witterungsbedingungen kam ein Gegner hinzu, den selbst die Gastgeber so eher selten in Altenberg erleben: dichter Schneefall am ersten WM-Wochenende, extreme Kälte in der zweiten Woche. Doch sie haben wieder abgeliefert, wie die Bundestrainer René Spies (Bob) und Christian Baude (Skeleton) im Dreierbob, dem WM-Podcast von Sächsische.de, bilanzieren. Und dabei beide auch feststellen: Die Erwartungen wurden deutlich übertroffen. Die Skeletonis gewannen alle drei zu vergebenen WM-Titel, dazu sechs von neun möglichen Medaillen. Viel besser geht nicht. Entsprechend zufrieden ist die neue alte Weltmeisterin Tina Hermann. Die Frau vom Königssee wiederholte ihren Vorjahres-Erfolg ebenso wie der Oberhofer Christopher Grotheer, und zusammen siegten beide im neuen Mixed-Team-Wettbewerb. Eine neue alte Weltmeisterin gab es auch im Zweierbob der Frauen: Kaillie Humphries. Und die gebürtige Kanadierin, die für die USA startet, setzte bei der WM-Premiere der gänzlich neuen Disziplin Monobob noch einen drauf. Souverän fuhr die Ausnahmekönnerin, wie Bundestrainer Spies feststellt, zum nächsten WM-Titel. Doch weiteren Plätze auf dem Siegerpodest sind an die Deutschen vergeben: im Zweier für Kim Kalicki und Laura Nolte, im Mono an Stephanie Schneider und erneut Nolte. Bleibt die Frage nach dem Sieger in der Königsdisziplin, dem Viererbob. Vieles spricht für den Rekordweltmeister Francesco Friedrich aus Pirna, der nach zwei von vier Läufen in Führung liegt. Ob er einmal mehr gewinnt? Eines steht fest: Wenn der Dreierbob am Montag ins Ziel fährt, dann auch mit der WM-Bilanz von Organisations- und Bahnchef Jens Morgenstern, wird der Weltmeister mit an Bord sein. Also entweder Friedrich oder derjenige, der den Dominator entthronte. Alle Podcast-Gespräche im Dreierbob werden aufgrund der Corona-Situation über Videoanrufe aufgezeichnet. Die am Gespräch beteiligten Personen sitzen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
Dreierbob 2021: Nico Walther ist jetzt Flugzeugpilot
13-02-2021
Dreierbob 2021: Nico Walther ist jetzt Flugzeugpilot
"Guten Tag, ich bin Ihr Pilot, das Wetter in Altenberg ist eisig, die Bedingungen schwierig", könnte er sagen. Tut er aber nicht. Nico Walther ist eben nicht der Typ, der dick aufträgt. Als er sich mit Reportern von Sächsische.de zum Video-Anruf für den Podcast Dreierbob trifft, grüßt der 30-jährige Sachse aus Essen in Nordrhein-Westfalen. Das Zimmer, in dem er sitzt, ist genauso aufgeräumt wie seine Gedanken an die große Sportlerkarriere, die nun schon ein Jahr ruht. "Ich bin mit mir völlig im Reinen", sagt er. Auch als er ein Statement vorgespielt bekommt, das er hörbar von Emotionen berührt unmittelbar nach seinem letzten Rennen vor einem Jahr bei der WM in Altenberg abgegeben hatte. "Ich bleibe dabei. Es war der richtige Zeitpunkt zum Aufhören. Ich habe mich mit meinem Team mit einer Bronze-Medaille bei einer WM verabschiedet, noch dazu vor heimischem Publikum." Man solle gehen, "wenn sich noch jemand an dich erinnert". Das sei doch besser, als irgendwann von der Bühne zu gehen, weil man als alter Mann immer wieder an der Selektion für Weltcupstartplätze scheitert, so Walther. Doch warum jetzt eigentlich Essen? "Ich mache gerade meinen Pilotenschein. Und meine Flugschule befindet sich hier." Direkt nach dem Karriereende hat er mit der Ausbildung angefangen, um sich seinen Kindheitstraum zu verwirklichen. Inzwischen ist Walther schon geflogen. "Zunächst aber nur mit kleinen Propellermaschinen. Die Jet-Stunden sind ja auch wahnsinnig teuer." Doch einen großen Jumbo wird er, wenn alles nach Plan läuft, noch dieses Jahr fliegen. Auch Walthers Flugschule muss wegen Corona teils pausieren, teils im Fernunterricht stattfinden. "Es kann also auch sein, dass sich alles ein bisschen verzögert. Vielleicht werde ich dann auch erst im Frühjahr 2022 fertig." Walthers Plan steht allerdings und ist unabhängig von Zeiten. Im Übrigen ein entscheidender Unterschied zu seiner Bob-Karriere, wo es ja nicht selten um Hundertstel-Sekunden gegangen ist. "Egal, wann es soweit ist. Ich werde jedenfalls Frachtpilot und von Leipzig aus Waren in die Welt bringen." Vielleicht, auch das sagt er in dem Podcast-Gespräch, lädt er auch einmal die Bob-Schlitten des deutschen Teams auf, um sie zu einem Wettkampf nach Amerika zu bringen. Das Jahr 2025 bietet sich an. Dann soll in Lake Placid (USA) die wegen der Corona-Pandemie nach Altenberg verschobene WM nachgeholt werden. Außerdem spricht Walther offen über seine emotionalsten Momente als Bob-Pilot, wieso er "nicht der größte Draufgänger" gewesen ist, und er blick zurück auf seinen Silber-Erfolg bei Olympia 2018. Alle Podcast-Gespräche im Dreierbob werden aufgrund der Corona-Situation über Videoanrufe aufgezeichnet. Die am Gespräch beteiligten Personen sitzen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
Dreierbob 2021: Die Macher des sächsischen Bob-Erfolgs
12-02-2021
Dreierbob 2021: Die Macher des sächsischen Bob-Erfolgs
Die WM in Altenberg ist auch ihr absoluter Saisonhöhepunkt: Sachsens Bob-Legende und Olympiasieger Harald Czudaj sowie Rainer M. Jacobus, der Vorsitzende des BSC Sachsen Oberbärenburg. Beide sind nicht nur nahe dran am Geschehen im Eiskanal, sie sind mittendrin und beinahe täglich im Einsatz. Pilot Czudaj und Anschieber Jacobus fahren Spurbob. Ohne sie, das legt das Reglement fest, wird kein Rennlauf gestartet. "Spurbob ist man deswegen, um eine Spur zu ziehen für die unerfahrenen Piloten, die nach uns folgen", erklärt Czudaj im WM-Podcast Dreierbob - und meint das natürlich nicht ernst. "Spaß beiseite, der Spurbob hat die Aufgabe, zu schauen, ob die Wetterbedingungen passen, die Lichtschranken für die Zeitmessung funktionieren und auch sonst alles in Ordnung ist. Wir sind sozusagen das Sicherheitsrelais der Bobbahn." Während der WM-Tage hatten sie die insgesamt 50. gemeinsame Abfahrt. "Irgendwann habe ich angefangen, Strichlisten zu machen", erzählt Jacobus. Angefangen hat alles vor 15 Jahren, als ihn Czudaj mal zu einer Fahrt überredete. Inzwischen sind beide längst ein eingespieltes Team, das sich auf eine WM aber auch extra vorbereitet. "Man kann nicht Bob fahren ohne Training. Wir haben im Herbst begonnen und haben zum Europacup Anfang Januar hier in Altenberg fünf Trainingseinheiten mit Start- und Laufbestzeit durchgezogen. Danach waren wir ganz schön platt", sagt Jacobus. Dass nicht immer alles glatt geht, hat das Vorjahr gezeigt - als er es vor dem dritten Lauf bei der Viererbob-Entscheidung nicht in den Bob geschafft hat und Czudaj den Spurbob allein ins Ziel gebracht hat. "Das war doch geplant. Der Bundestrainer René Spies hat sofort gemerkt, dass es ein Marketing-Gag war", meint Jacobus, der nun aber an der Bahn namentlich verewigt ist. Die Mechaniker des deutschen Verbandes haben nach der WM ein Schild gebastelt. Der Startbereich in Altenberg heißt jetzt "Jacobusweg". Mit der Leidenschaft, die sie in der Bahn treibt (Czudaj: "Bobfahren ist immer noch Adrenalin pur"), engagieren sich die beiden demnächst 59-Jährigen (Jacobus: "Bis 60 ziehen wir durch") beide auch außerhalb für den sächsischen Bobsport. Nicht ganz zufällig ist der BSC Sachsen Oberbärenburg derzeit der erfolgreichste Kufenklub der Welt, und die nächste Generation hinter Dominator Francesco Friedrich aus Pirna steht schon bereit. Einer ist Czudajs Sohn Alexander, im Vorjahr immerhin Jugend-Olympiasieger geworden. Auch das ist Thema im Podcast-Gespräch und natürlich die Frage, wer das Viererbob-Rennen bei der WM gewinnt. "Es wird ein sehr viel engeres Rennen als im Zweier, den Franz ja mit mehr als zwei Sekunden Vorsprung gewonnen hat", sagt Jacobus und nennt neben Friedrich, Spitzname Franz, dessen Kumpel Benjamin Maier aus Österreich als großen Favoriten, zudem den Letten Oskars Kibermanis, Justin Kripps aus Kanada und Johannes Lochner vom Königssee. Die Favoritenrolle aber liegt ganz klar bei Friedrich, sagt auch Czudaj: "An der Nummer kommt er natürlich nicht vorbei, aber es wird deutlich schwerer als im Zweier. Seine Extraklasse am Start dürfte ihm den Vorteil verschaffen, in der Bahn den einen oder anderen kleinen Fehler mehr machen zu können." Beide sind sich zudem sicher, dass die Gesamtzeit nach den vier WM-Läufen mit anderthalb bis zwei Sekunden deutlich schneller sein wird als im Vorjahr. Am 1. März 2020 gewann Team Friedrich mit 3:36,09 Minuten. Alle Podcast-Gespräche im Dreierbob werden aufgrund der Corona-Situation über Videoanrufe aufgezeichnet. Die am Gespräch beteiligten Personen sitzen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.