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BauertothePeople (B2P) - Durchs Reden kommen die Leut zam

Wilhelm Geiger

... der Podcast für Perspektiven rund um Essen, Menschen und Landwirtschaft
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B2P045 Matthias Kopetzky - Dem Honig auf der Spur
B2P045 Matthias Kopetzky - Dem Honig auf der Spur
Ein Glas. Darin eine goldene, zähe und vor allem süße Flüssigkeit. Man gibt sie aufs Brot, süßt seinen Tee oder macht was auch immer einem einfällt. So kurz so einfach. Honig halt. Määäää! (soll den Ton einen Buzzers darstellen, wenn eine Antwort aber so richtig falsch war!) Honig, Plural Honige, ist das nächste, hochkomplexe Thema, in das wir in unseren Gesprächen getappt sind. Also einfach mal schnell den Honig, die Bienen und die Imkerei abfrühstücken ist nicht. Mit dem Wirtschaftsforensiker Matthias Kopetzky haben wir jedoch den idealen Gesprächspartner für unser erstes "Frühstück" gefunden. Es ist es gewohnt, den Dingen auf den Grund zu gehen, die Zusammenhänge zu erkennen und vor allem auch erklären zu können. Und Matthias macht das mit einer Mischung aus erfrischend trockenem Humor und geradezu demonstrativer Entspanntheit. Wir sprechen über Bienenarten und das komplexe Verhalten in Bienendemokratien. Über die unglaublichen Fähigkeiten der kleinen Fluginsekten und deren Bedeutung für das Ökosystem. Und natürlich sprechen wir über den etwas kontraintuitiven Umstand, dass die Stadt eigentlich einen Idealen Lebensraum für Bienen darstellt.Ok, die Folge ist wieder etwas länger geworden. Dafür gibt es aber Kapitelmarken und ein Transkript. Und wir es von Büchern schon lange gewohnt sind, so kann man auch eine Folge „beiseitelegen“ und am nächsten Tag wieder ein Stück weiterhören. Auch mit dieser Folge erhaltet ihr die B2P-Ahaa!-Garantie. Und gerade weil es Honig ist, bleibt fix irgendetwas picken.
Vor 2 Tagen
3 Std. 16 Min.
B2P044 Miha Zablatnik - Gandalf der Schlaue | Gandalf Pameten
Friedlich wirkt er, wie er da an seinem Esstisch sitzt. Der graue Bart, der fließend in den ebenso grauen Haarkranz übergeht, der sonnengebräunte Kopf mit den sanften Stirnfalten, darunter ein ruhiger und entspannter Blick. Er könnte der beste Freund von Gandalf dem Grauen sein und ich sehe sie ehrlich gesagt gerade vor mir, wie sie gemeinsam an einem Tisch sitzen und Pfeife rauchen. Aber Gandalf konnte auch streng sein und kämpfen. Und stur und zäh war er auch, wenn Unrecht im Anmarsch war, und schlau.Wenn also Miha nicht grade mit Gandalf abhängt und Pfeife raucht, dann ist er selbst aktiv und blickt auf ein wahnsinnig spannendes und ereignisreiches Leben zurück. Dass er Bauern werden sollte, war irgendwie lange nicht klar. Mathematik und Physik waren seine Leidenschaft. Früh war er schon ein schlauer Fuchs, hat seinen Mitschülern die fertigen Rechenaufgaben verkauft und rasch auch Lehrmethoden und Lehrplan hinterfragt. Dann passierte wieder viel, Klavierfabrik dort, Jugendbetreuer da, was konsequenterweise dazu führte, das Miha dann 12 Jahre lang ein Reisebüro führte, Yugotours. Klar, oder? Eine weitere Verkettung von Ereignissen brachte Miha dann aber zurück an den elterlichen Hof, den er dann nach seinen Vorstellungen weiterführte und vor ein paar Jahren an seine Tochter und ihren Mann übergab. Mit Miha machen wir den Anfang einer Serie, in der wir mit der Generation der "Alten und Weisen" darüber sprechen möchten, wie sie die Veränderung der Welt in den letzten 50, 60, 70 Jahren erlebt haben. Erinnerungen an die Zukunft heißt das Format deshalb, weil wir über die Geschichte oftmals ein besseres Verständnis von Gegenwart und neue-alte Ideen für die Zukunft gewinnen können. Mihas Geschichten aus seiner Jugend sind jedenfalls zum Schmunzeln und zum Nachdenken und bestärken uns in dem Vorhaben, noch mit vielen weiteren Menschen aus seiner Generation zu sprechen.
21-11-2021
2 Std. 27 Min.
B2P043 – Weinbau und Heuriger Stoiber
Jessas! Gut, alles ist kompliziert, wenn man sich damit im Detail befasst. Wein dürfte hier jedoch noch ein bisserl spezieller sein. Keine Lebens- bzw. Genussmittel hat eine derart spannende Entwicklung hinter sich, wie der Wein. Vom gefährlichen Fake-Fusel aus dem Hinterhoflabor der 90er Jahre zum facettenreichen Boutique-Produkte der Gegenwart. Mit Terroir, Hirn und Herz machen sich österreich- und weltweit Winzerinnen, Weinhauer und Weinbauern (same same) an die Arbeit, das beste aus Boden, Rebe und Traube zu produzieren.Die Familie Stoiber ist hier keine Ausnahme. Wir erfahren die Geschichte eines Weinbaus, der sich von der Leidenschaft des Großvaters nach und nach zu einem kleinen aber feinen Betrieb entwickelt hat. Und weil die Stoibers den Wein nicht nur in die Flaschen abfüllen, sondern mit besonderem Talent auch gleich direkt in die Gäste, findet man am Kremser Weinzierlberg auch gleich den passenden Heurigen dazu.Mit Papa Hannes und seinen beiden Töchtern Johanna und Theres (ohne „a“, dafür mit „h“) haben wir versucht, die Basics des Weinbaus herauszuarbeiten. Von der Rebe bis in die Flasche. Auf einige Hörerinen und Hörer wartet hier gleich eine ganze Reihe von Ahaa!-Momenten. Wie macht man Wein? Weißer Wein und rote Trauben? Schwefel? Und und und …Ganz nebenbei haben wir auch noch den Begriff des Heurigen aufgearbeitet. Ist übrigens gleichbedeutend mit der Buschenschank, kann aber überall was anderes sein, weil der Begriff nicht geschützt ist. Letztlich, und auch hier wieder der Ahaa!-Moment, ist ein echter Heuriger eine bäuerliche Direktvermarktung mit der Möglichkeit zur Ausschank offener Getränke. Alles kalt natürlich.Neugierig? Reinhören! Hungrig, durstig? Auf zum Heurigen!
07-11-2021
2 Std. 39 Min.
B2P042 Hannes Royer - Land schafft LebenB2P041 Hannes Royer - Dynamischer Bergbauer & Unternehmer
Alles steil! Flächen, Leistungskurve, Karriere. Hannes empfängt uns entspannt und wirkt dabei, als käme er gerade vom Werbedreh für irgendwas mit Sport und Protein. Das Laiberl liegt eng an, die riesige Sportuhr am Handgelenk passt in diesem Fall zum Gesamteindruck. Cornetto, nicht das Eis. Wir haben ein wenig Angst, dass wir zum Gespräch auf den Berg laufen müssen. Glücklicherweise sind es aber nur 20 flache Meter in die Stube. Ich kann meine nur etwas kleinere Sportuhr also in Uhrzeitanzeigemodus belassen und mich im Ruhepulsbereich mit dem Aufbau der Mikros beschäftigen. Bianca hat auch Luft und sie und Hannes legen gleich los. Wir lernen in diesem Gespräch einen Menschen kennen, der es von jüngster Kindheit gewohnt ist, die volle Leistung abzurufen. Mit neun Jahren selbstständig am Traktor unterwegs, mit 14 quasi den ersten Hof übernommen, mit 20 Geschäftsführer beim Maschinenring und mit 21 dann noch ein zweiter Hof. Speziell der Vater war hier sehr prägend. Ein bisserl was hat es auch mit dem starken evangelischen Charakter der Region zu tun, ergänzt Hannes sinngemäß. Mit der Milchviehhaltung hat Hannes rasch aufgehört, weil er in dieser Form der Landwirtschaft keine Zukunft mehr für den Betrieb sah. Heute liegt der Fokus auf Kalbinnen-Aufzucht. Ein paar Ziegen mähen den Rasen rund ums Haus und eine Horde von Gänsen dürfte für die Begrüßung der Gäste verantwortlich sein. Wir sprechen mit Hannes auch über das Image und die Zukunft der Landwirtschaft und noch ein paar andere spannende Themen. In der nächsten Folge könnt ihr dann hören, wie es zur Gründung von Land schafft Leben gekommen ist. Jup, das Gespräch war ein weniger länger. Aber wenn man schon mal in Schladming ist, muss man die Zeit auch nutzen! Wir sind dann übrigens gefahren und Hannes ist laufen gegangen.
17-10-2021
1 Std. 56 Min.
B2P040 Christof Unfried – Bio-ObstbauerB2P039 David Richter (VGT) - Mit Ruhe und Megafon auf der Seite der Tiere
Wie ruhig kann ein Mensch sein, der beruflich das Megafon schwingt und für den VGT (Verein gegen Tierfabriken) seit mittlerweile 25 Jahren für die Rechte der Tiere eintritt. Ungewöhnlich ruhig, geht in Richtung tiefenentspannt. Und ein weiterer Beweis dafür, dass eventuell wieder einmal ein Klischee (zumindest im Kopf des Herrn Geiger und der Frau Blasl) nicht ganz so eintraf, wie schubladistisch geplant. In diesem Fall, jenes des polternden Demonstrationsführers. David ist in seiner Jugend zumindest teilweise auf dem Bauernhof der Großeltern im Waldviertel aufgewachsen. Er hat beim Ausmisten geholfen, beim Füttern, war auch bei Hofschlachtungen und der Verarbeitung der Produkte dabei. Auch am Schlachthof war er schon in jungen Jahren, damals faszinierte ihn dieser, wobei er das Schlachten an sich nicht sah. Ein Film von Martin Karremann über Tiertransporte in den 90er Jahren machten den jungen David dann jedoch schlagartig zum Vegetarier, bald darauf zum Veganer. Politisch aktiv war David schon immer. So besetzte er schon in jungen Jahren für Greenpeace ein Sägewerk in Hamburg oder erkletterte den Wiener Stephansdom im Kampf gegen die Gentechnik. Das er sich jedoch schließlich für den VGT als Fokus für sein Engagement entschied, führt er selbst auf seine Erfahrungen und Wurzeln in der Landwirtschaft zurück. Sowohl im Kampf gegen ungerechte Nutzungsformen als auch im Dialog mit der Landwirtschaft kommen ihm diese Erfahrungen immer wieder zu gute. In dieser Folge erfahren wir viel über den Menschen David Richter und wie er zu einem zentralen Akteur der Österreichischen Tierrechtsbewegung wurde. Wir erfahren viel über die Entwicklung des VGT und bekommen Einblicke in dessen Arbeit und Standpunkte. Eine wunderbare Möglichkeit sich mit einer weiteren Perspektive rund um Essen, Menschen und Landwirtschaft vertraut zu machen und einen neuen Menschen kennenzulernen.
19-09-2021
2 Std. 34 Min.
B2P038 Thomas Eichwald - Ein Koch am Wörthersee
Am Beruf des Kochs ist der Wandel der Zeit besonders gut zu erkennen, wenn man ein wenig in die Profession hineinschaut. Thomas Eichwald gewährt uns diesen Einblick und nimmt uns quasi mit auf seine persönliche Reise vom jungen Heißsporn in der Gastronomie der 90er-Jahre hin zum teamorientieren Primus inter pares der Gegenwart. Das Image des Koch hat in den letzten 20 Jahren massiv verändert. Fernsehköche sind heute Superstars, inspirieren viele Menschen sich beruflich und privat wieder an den Herd zu stellen. Aber diese Entwicklung hat nicht nur positive Seiten, wie wir im Podcast lernen, ist das Handwerk doch nicht so einfach, wie es auf Netflix und Co daherkommt. Thomas hatte Glück. Hart war die Lehrzeit schon, er dürfe aber die richtigen Lehrmeister gehabt haben. Gebrochen haben sie ihn, meint er, die Flügel gestützt. Aber sie haben auch auf ihn aufgepasst und den jungen Mann langsam an das Handwerk herangeführt. Freilich musste der junge Heißsporn noch ein paar mal anlaufen um zum heutigen Küchenchef zu werden. Völlig verändert habe er sich und ist froh darüber, meint der 3-fache Familienvater. Der Weg dorthin zum Teil hart aber auch lehrreich. Von der Schlacht am Pass (dort wo die Gericht an das Service gehen) hin zu einem Miteinander im Betrieb, die offene Einbeziehung der Lieferanten, der Wert von regionalen Produkten und das Zulassen anderer Perspektiven. Für Thomas hat dieser Weg geklappt aber leicht war er nicht. Und nein, auch heute ist nicht alles perfekt und süß und in Watte einwickelt aber die positive Veränderung ist deutlich spürbar. Heute ist Thomas der Chef, reich an Erfahrung, die gebrochenen Flügel der Jugend sind verheilt. Nun ist es an ihm, das gelernte weiterzugeben, den Nachwuchs unter seine Schwingen zu nehmen und den jüngen Köchinnen und Köchen langsam das Fliegen beizubringen.
05-09-2021
2 Std. 20 Min.
Ahaa! - Was passiert mit den männlichen Küken in der EierproduktionB2P37 Markus Freiinger (vomLand) - Landwirtschaft, Daten und DirektvermarktungAhaa! - Woher kommt der typische Geschmack der FrankfurterB2P036 - Rudolf Winkelmayer - Tierarzt, Großwildjäger, VeganerAhaa! - Der Weg der LegehenneB2P035 Martina, Roman und Martin Schmit - Die Bio-Ackerbau Familie
Die Familie Schmit sind für sich selbst: Familie, Eltern, Kinder, Mitarbeiter und Freunde. Dann sind sie Bio-Ackerbauern, Direktvermarkter und auch ein wenig Lohnunternehmer. Papa Roman ist pensionierter Polizeibeamter und drischt jetzt gegen Bezahlung :) (Sorry Roman, der musste sein) - Natürlich drischt er und zunehmend auch sein Sohn Martin mit dem Mähdrescher die Felder der Bauern im Umland. Das hat sich so ergeben, weil die Maschine für die eigenen Flächen anfangs zu klein war. Romantisch wie sie sind, haben Martina und Roman mit dem Hochzeitsgeld gleich den ersten großen Mähdrescher gekauft und damit ging die Reise irgendwie los. Mit ca. 14 Hektar startete man vor ca. 25 Jahren in die Landwirtschaft, heute bewirtschaftet man ca. 160 Hektar. Ein für diese Gegend durchschnittlich großer Ackerbau-Betrieb. Man produziert Soja, Hafer, Kürbisse und eigentlich alles, was potentiell auf Feldern als Marktfrucht angebaut werden kann. 25% gehen in die Direktvermarktung, der Rest wird an Zwischenhändler verkaufte. Die entscheiden dann, was mit den Rohstoffen passiert. Für Martin, den Sohn der zwei, war es irgendwie schon immer klar, dass er Landwirt werden wollte. Sein Vater, Freund und Mitarbeiter Roman hat ihn mit viel Vertrauen und der eigenen Liebe zur Landwirtschaft inspiriert. Hofübergabe brauchte es somit keine wirkliche, das läuft alles irgendwie ziemlich reibungslos und Hand in Hand. Mit Mama Martina hat Martin dann vor ein paar Jahren das eigene Popcorn bei einem Fernsehabend erfunden. Es gab einfach kein heimisches und bis man den geeigneten Nicht-Hybrid-Mais gefunden hatte, musst man eine Weile suchen. Inzwischen ist aus dem Popcorn die Direktvermarktung geworden, deren kreativer Geist Martina ist. Im Laufe des episch langen Podcasts lernen wir viel über die Entwicklung einer Region, eines Betriebes und auch einer Familie und ganz nebenbei bekommen wir einen tollen Einblick in das Metier des Ackerbaus.
18-07-2021
2 Std. 51 Min.
Ahaa! - Der Weg vom Schwein zum SchinkenAhaa! - Der Unterschied zwischen Boden- und Freilandhaltung bei LegehennenB2P034 Thomas Reisecker - Ackerbau, Schweinmast und ein nachdenklicher Landwirt
Thomas Reisecker sitzt uns am großen Familien-Esstisch gegenüber. Hinter uns auf der Kuschelecke liegen die drei Kinder. Sie werden im Laufe des Gespräches mehrmals einschlafen. Am Ende des Tisches sitzt seine Frau Martina und ist sichtlich gespannt, was auf ihren Mann zukommt. Thomas blickt noch einmal zu Martina, wir drücken auf Aufnahme. Thomas ist gut vorbereitet. Vor ihm liegen Statistiken in einem Klarsichtumschlag und die aufgeschlagene Meisterarbeit der Landwirtschaftsschule. Zwei Stunden später wird er feststellen, dass er nicht einmal hineingeschaut hat. Wir haben natürlich über den Hof gesprochen, der seit 1772 ein Erbhof der Familie Reisecker ist. Vulgonamen gibt es auch, „Niedermeier“. Neben der Entwicklung des Hofes haben wir auch über den Ackerbau, die Schweinmast und sehr spannend, die Kosten der Schweinemast gesprochen. Als wir auf das Thema Tierwohl uns Vollspaltenböden zu sprechen kommen, merken wir, wie Thomas mit sich zu ringen beginnt, nach den richtigen Worten sucht. Die letzten Jahre und die Diskussionen, vor allem auf Social Media sind nicht spurlos an ihm vorübergegangen. Nach und nach erkennen wir dann auch die vielen Dimensionen, die für Thomas damit einhergehen. Der Betrieb ist sein Lebenswerk. Ein Vermächtnis seiner Eltern, die ihn bereits sehr früh in ganz wesentliche Entscheidungen für seine Zukunft eingebunden hatten. Er hat den Betrieb selbst geplant und zusammen mit seinem Vater um- und aufgebaut. Eine Investition für ein ganzes Leben, wie er erklärt, laufen doch die Abschreibungen für einen großen Umbau gerne mal über 30 Jahre. Mit Mitte 40, Anfang 50 nochmals alles niederreißen? Damit würde er nicht nur einen neuen Hof, sondern in erster Linie seinem Nachfolger (einem seiner drei Kinder) die Freiheit verbauen, über ihrer Zukunft selbst zu entscheiden. So wie er es einst selbst konnte. Mit seinen 40 Jahren muss er bereits jetzt darüber nachdenken. Seine Argumente klingen nachvollziehbar. Gleichzeitig wiegt sein eigenes Lebenswerk, auf das er so gerne stolz wäre, immer schwerer. Wir sehen ihm an, dass es in ihm arbeitet, dass er nach einer Lösung sucht. Wenn man über den Betrieb geht, erkennt wird auch klar warum. Alles hat seinen Platz, sogar die „Arbeitsmäntel“ der Kinder sind beschriftet und im betrieblichen Hygienekonzept integriert, auch die Gummistiefel. Alles, von der Tastatur beim Computer bis zu den Globuli und dem Kräuterextrakt für die Schweine, ist durchdacht. Er liebt seine Tätigkeit und seine Tiere. Gleichzeitig belasten sie ihn. Wir erleben, wie sich die Sichtweisen mit der Zeit verändern, wie aus Gewissheit Unsicherheit entsteht und wie das innerhalb nur einer Generation geschieht. Wir lernen aber auch einen Optimisten kennen, der nicht nur mit sich und seiner Aufgabe ringt, sondern vor allem auch nach Lösungen sucht. Schaut bzw. hört selbst hinein, wie das Gespräch auf euch wirkt. Wir freuen uns über eure Kommentare und Sichtweisen. Am Ende des Podcasts waren dann übrigens alle Kinder wieder wach, was jedoch ganz sicher nicht am Kuchen lag, der schon am Tisch stand. ;-)
04-07-2021
2 Std. 24 Min.
B2P033 Franz und Markus Pannagl - Mit Herz und Ochsenherz(paradeiser)
Kennt ihr die Filme, wo es irgendwo mitten im Meer, im Urwald oder sonst wo, auf einmal einen verborgenen Ort gibt, von dem die restlichen acht Milliarden Menschen auf der Welt noch nie etwas mitbekommen haben? Dort leben auch noch Dinosaurier, unbekannte Völker und unbekannte Tierarten.  Wir deuten jetzt mal den Kollegen Jules Verne phonetisch, also so wie man es ausspricht, und gelangen über diesen sprachlichen Spagat in die österreichische Hauptstadt. Die geheimnisvolle Insel, von der hier die Rede ist, liegt in der Simmeringer Haide.  Dort wohnen zwar keine Dinosaurier und unbekannte Völker, zu entdecken gibt es dort aber so einiges. Hier reiht sich ein Glashaus an das andere. In der einen Minute steht man noch in der Wiener Wohnsiedlung, ein paar Schritte weiter glaubt man sich schon in einer völlig anderen Welt. Allein deshalb lohnt sich ein Spaziergang.  Was wir im Gespräch mit Vater und Sohn, Franz und Markus Pannagl gleich mal lernen: Wir sprechen hier nicht mit Landwirten, sondern korrekterweise mit Gärtnern. Und auch die Dimensionen ändern sich. Spricht man im Ackerbau nur von Hektar Anbaufläche, geht es hier wieder um den uns Konsumenten besser vertrauten Quadratmeter.  Die Pannagls haben sich auf Ochsenherztomaten spezialisiert. Wer im Osten von Österreich im Handel eine solche kauft, kann ziemlich sicher sein, dass sie von diesem Betrieb stammt. „Wir haben uns immer schon auf die spezielleren Sorten fokussiert“ lachen die beiden.  Papa Franz war auch bei der Gründung der LGV Genossenschaft dabei, in der sich die vielen Gemüsebauern zusammenschlossen, um eine stärkere Position gegenüber dem Handel zu erreichen.  Wir erfahren in dieser Folge viel über die Entwicklung der Landwirtschaft rund um Wien und lernen, dass die Wiener Landwirte vielfach aus dem Waldviertel stammen. Wir sprechen über die Grundlagen des Gemüsebaus sowie den Handel und Verkauf der Ware. Dabei lernen wir auch wieder zwei interessante und sehr nette Menschen kennen und vor allem eine neue Perspektive auf unsere Lebensmittel.
20-06-2021
2 Std. 38 Min.
B2P032 Christian Dürnberger - Moral, Ethik, Tiere und Philosophie
Was das eigentlich alles für uns bedeutet? Ob wir Tiere töten dürfen, um sie zu essen? Welchen moralischen Umgang wir ihnen schulden? Was genau Tierwohl ist? Wie wir über Landwirtschaft reden (können)? Und wer  letztlich die Verantwortung trägt? Diese schweren Themen macht Christian Dürnberger mit uns leicht verdaulich.Wir sprechen mit dem Philosophen Christian Dürnberger … Zitat Dürnberger: „Ich bin kein Philosoph“. Wir prüfen die Unterlagen, hinterfragen unsere Vorbereitung. Dürnberger setzt fort. Philosophen hätten einen originellen Gedanken, der lange nachwirkt und da wolle er sich nicht einreihen. Er habe aber Philosophie studiert. Phu, wir sind beruhigt, doch richtig recherchiert.  Ob Herr Dürnberger sein Licht unter den Scheffel stellt oder doch den einen oder anderen originellen Gedanken für die Nachwelt hinterlässt, das müsst ihr beurteilen. Wir haben jedoch versucht zusammen mit Christian (vulgo Herr Dürnberger) den Bogen von den grundlegenden Begriffen und der Theorie hinein in die angewandte Praxis zu spannen. Wir reden viel über Begriffe wie Werte, Moral, Philosophie und Ethik und greifen dann ein paar spannende Themenfelder auf. Wie steht es beispielsweise um das Verhältnis zwischen Gesetz und öffentlicher Meinung oder wie kann ein öffentlicher Diskurs (mit und über Landwirtschaft) stattfinden. Und natürlich haben wir uns über das Thema Ethik in der Tierhaltung unterhalten, speziell auch darüber, ob und woher wir als Menschen das Recht haben, Tiere letztlich zu töten. Ein neue Perspektive rund um die Themen Essen, Menschen und Landwirtschaft und hoffentlich auch der eine oder andere Ahaa!-Moment der hängenbleibt.
30-05-2021
2 Std. 30 Min.
B2P031 Roland Soyka (Stuwer) - Ein Tiroler und das neue Wiener Beisl
„Ich bin als Kind gerne in die Kirche gegangen“, lacht Roland Soyka, um dann zu ergänzen, „weil ich wusste, dass es danach immer ins Gasthaus ging."Kurzversion: Ich bin als Kind schon gerne ins Gasthaus gegangen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Nur dass er halt heute in sein eigenes Gasthaus gehen kann, besser gesagt in sein eigenes Wiener Beisl, wie er seine Melange aus Gasthaus und Restaurant im ehemals berühmt berüchtigten Stuwerviertel nennt. Die Vergangenheit des ehemaligen „Bauchstichbeisls“ kann man etwa erahnen, wenn Roland von den kugelsicheren Scheiben im mittlerweile renovierten Gastraum im Souterrain des Lokales spricht, wo wir auch den Podcast aufgezeichnet haben. Nicht immer ist es die Familie, welche die Karriere der nächsten Generation prägt. Roland hatte weder gastronomische noch landwirtschaftliche Wurzeln, die ihm eine gastronomische Karriere näher legten. Erst über einen Eignungstest an der Schule ist Roland auf die Gastro gekommen und dann irgendwie hängen geblieben. Das es letztlich ein Beisl in Wien wurde, verdanken die Wiener dem Umstand, dass Roland und seine Frau Gerhild nicht mit einem exzentrischen britischen Millionär ein Ressort auf einer indonesischen Insel eröffnet haben. Aber das ist eine andere Geschichte. Wie es sich gehört, haben sich Roland und Gerhild beim Apres Ski in Tirol kennengelernt. Mit einem kleinen Umweg über Griechenland sind die beiden dann in Wien gelandet. Jahrelang lief Roland auf seinem Arbeitsweg am Lokal vorbei, bis er 2018 die Gelegenheit beim Schopf packte. In nur einem Monat wurde renoviert und eröffnet. Seit Tag 1 läuft es gut. Auch die Zeit während Corona hat man gut überstanden. Auch wenn es nicht leicht war, am ersten Tag des Lock-Downs, einem Freitag, einem 13ten, alle Mitarbeiter zu entlassen. Mir ist nichts anderes übrig geblieben, meint Roland abgeklärt. "Aber, wir konnten die Entwicklung schon erahnen, also habe ich alles an Take-Away-Geschirr zusammengekauft, was ich kriegen konnte und so hatten wir bereits ab Tag 1 ein Abhol-Service. Wir waren so ziemlich die ersten in Wien, die damit angefangen haben, das Geschäft ist sehr gut gelaufen. Auf diese Weise konnten wir mit einem kleinen Team weiterarbeiten", meint Roland sichtlich stolz. Im Podcast haben wir mit Roland über das Wirt-Sein gesprochen, über die Zusammenstellung der Speisekarte, Arbeitsbedingungen in der Gastronomie, Herkunftskennzeichnung, Lieferantenauswahl, Lebensmittelabfälle und noch ein paar andere Dinge. Mit diesem Gespräch erweitern wir unsere Perspektiven entlang der Lebensmittel-Wertschöpfungskette um die Gastronomie. Wenn ihr einen Wirten kennenlernen und ein wenig in die Welt hinter dem schönen Essen und sprudelnden Getränken eintauchen möchtet, dann könnt ihr hier beginnen. Nutzt die Kapitelmarken auf der Website und in euren Apps, sofern die es ermöglichen. Wir werden jedenfalls weitere Perspektiven aus der Gastronomie einfangen und mit euch teilen. Wir sind schon gespannt, ich hoffe ihr auch. Mahlzeit!
18-05-2021
2 Std. 15 Min.

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