Apropos Psychologie!

Junfermann Verlag

Warum wir "ticken" wie wir "ticken" - und was Du draus machen kannst! Antworten, Tipps und persönliche Einblicke von Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen und Coaches. Mit und von Expert*innen aus dem Junfermann Verlag. read less

Apropos ... neurowissenschaftliches Coaching!
vor 5 Tagen
Apropos ... neurowissenschaftliches Coaching!
Wir haben drei Gedächtnisse Viele Coachingmethoden sind zwar wirksam, aber es gibt keinen internationalen Standard, mit dem die Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen werden kann. Das genau wollte Dr. Alicia Ryba, Wirtschaftspsychologin ändern und entwickelte das „Scientific 3 Mind® Coaching“. „Ein gutes Coaching sollte eine wissenschaftliche Fundierung haben“, sagt sie und sieht eine der Ursachen für die bislang fehlende Basis darin, dass Coaching eine noch junge Disziplin ist. Während die Psychotherapie, die mit Freud auf eine 120-jährige Geschichte blicken kann, kassenärztlich abgerechnet werden darf, ist dies für den Coach nicht möglich. Ein Coach darf nur dann heilend tätig sein, wenn er auch einen Heilpraktiker in Psychotherapie vorweisen kann. Vorteil bei Coachings: es gibt keine Beschränkung auf nur wenige Richtlinienverfahren wie in der Psychotherapie, die beschränkt ist auf Psychoanalyse, psychodynamische Ansätze, Verhaltenstherapie und neuerdings auch die systemische Therapie. Der oder die Coach kann seine Verfahren also je nach Bedarf und Klient:in frei fehlen. Rybas Ansatz, das Scientific 3 Mind Coaching®, ist eine Weiterentwicklung des „Integrativen Neurocoachings nach Roth/Ryba“ und überführt die Erkenntnisse der Neurowissenschaft in praktische Handlungskompetenz. Aus neurowissenschaftlicher Sicht gibt es drei verschiedene Gedächtnisebenen - 3 Minds - , die für ein effektives Coaching angesprochen werden sollten: Das Körpergedächtnis repräsentiert die unbewussten Anteile von Psyche und Persönlichkeit und unsere nonverbale Kommunikation wie Gestik, Mimik, Blick, Stimmführung und Körperhaltung. Das deklaratives Gedächtnis verfügt über bewusstes Wissen. Wir sind damit in der Lage, auf Sachfragen zu antworten, wie z.B. Wie heißt deine Mutter? Wo hast du deinen letzten Urlaub verbracht? Und schließlich das prozedurale Gedächtnis, das sich auf unser Verhalten und unsere Fähigkeiten, z.B. Klavier spielen zu können, bezieht. Mit diesem Wissen lassen sich im Coaching individuell und passgenau Interventionen einsetzen, um eine größtmögliche Wirkung zu erzielen. Wie sie die Erkenntnisse aus der Hirnforschung nutzt, um zu belegen, wie bestimmte Coachingmethoden im Gehirn wirken, erklärt Dr. Alica Ryba uns im heutigen Podcast. *** Dr. phil. Alica Ryba ist Dipl. Kauffrau mit Schwerpunkt Wirtschaftspsychologie und hat bei Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth zum Thema Coaching und die Rolle des Unbewussten promoviert. Sie ist Inhaberin des Instituts für wissenschaftliches Coaching in Hamburg und bildet dort fortgeschrittene Coaches weiter. Hier geht es zur Homepage von ARYBA Coaching.: Coaching Weiterbildung | Dr. Alica Ryba (alica-ryba.de) Mehr über die Fortbildung zum Scientific 3 Mind Coaching ® erfährst du in dieser Broschüre. Unser Buchtipp zum Vertiefen: „Coaching und Beratung in der Praxis“  *** Ideen, Fragen, Anregungen? Schreib' uns an podcast@junfermann.de!   Folge direkt herunterladen
Apropos ... Lächeln!
18-01-2023
Apropos ... Lächeln!
"Random Acts of Kindness" oder: Seid nett zueinander! Was macht Menschen wirklich glücklich? Was wirkt nachhaltig, um leichter und optimistischer durchs Leben zu gehen? Mit u.a. diesen Fragen beschäftigt sich die Positive Psychologie. Sie kann uns helfen, uns und unseren Blick auf unseren Alltag positiv zu verändern. Darum geht es auch Maike Schwier. Sie ist Life Coach und von den Ansätzen der Positiven Psychologie so angetan, dass sie derzeit ein Masterstudium für Positive Psychologie und Coaching an der Deutschen Hochschule für Gesundheit und Sport abschließt. 2021 hat sie zusammen mit Prof. Dr. Sven Sohr das Buch "Mit einem Lächeln: 100 Übungen zur Positiven Psychologie" veröffentlicht. Reicht es also, mit einem Lächeln durchs Leben zu gehen, um glücklicher zu sein? Jein, lautet die Antwort! Denn ob für uns ein Glas halb leer oder halb voll ist, darüber entscheidet auch unsere genetische Disposition. Die Gehirnstrukturen von Pessimisten und Optimisten sind nachweislich verschieden. Aber, und das ist entscheidend: Optimismus lässt sich trainieren! Zum Beispiel mit der Übung „Put it into perspective“. Stell Dir vor, du sollst vor einer großen Menschenmenge eine Präsentation halten. Mal dir jetzt dazu folgende Szenarien aus: 1.       Als erstes: Was könnte im schlimmsten Falle passieren?‘ – Du stotterst, wirst rot, verlierst komplett den Faden, der ganze Saal verfällt in betretenes Schweigen. 2.       Dann überleg dir: Was passiert realistischerweise? Du bist natürlich ein bisschen nervös, gerätst kurz in ein leichtes Stocken, bringst deine Inhalte aber gut rüber, dein Publikum geht mit. 3.       Schließlich stell dir vor: Wie sieht der Bestfall aus? Du meisterst die Präsentation mit Bravour, es macht dir regelrecht Spaß, am Ende gibt es begeisterte Standing Ovations. Jetzt überleg dir, welche konkreten Schritte dir helfen können, den realistischen oder sogar den bestmöglichen Fall zu erreichen? Z. B. eine gründliche Vorbereitung, du kannst die Präsentation üben, Freunde einbeziehen … Das Ergebnis dieser Übung ist: dein Optimismus wird gesteigert -  und mit großer Wahrscheinlichkeit gelingt dir die Präsentation jetzt richtig gut! Maike Schwier kennt viele solcher Übungen, die entweder Reflexion und Aktivierung bedeuten. Eine typische Reflexionsübung ist zum Beispiel das Schreiben eines Dankbarkeitstagebuchs, mit dem du dich wirklich in den Moment hineinfühlst. Eine aktivierende Übung wäre dagegen die achtsame Atemmeditation. Um häufiger mit einem Lächeln durchs Leben zu gehen, rät sie außerdem zu „Random Acts of Kindness“, also Gesten der Freundlichkeit: Wer anderen freundlich begegnet, erfährt selbst auch Freundlichkeit. Das macht gute Laune und hält gesund! ** Zusammen mit Sven Sohr hat Maike Schwier das Buch geschrieben „Mit einem Lächeln -  100 Übungen zur positiven Psychologie!“ *** Maike Schwier entdeckte ihre Leidenschaft für Persönlichkeitsentwicklung und Schreiben auf ihrer Reise durch Australien nach dem Abitur. Deshalb begann sie Life Coaching zu studieren. Sie arbeitet als Trainerin im Sportbereich und in der betrieblichen Gesundheitsförderung. Wenn Du mehr über sie wissen willst: Home - Maike Schwier - Coaching  *** Fragen, Ideen oder einfach Lust, uns zu schreiben? Gern: podcast@junfermann.de Folge direkt herunterladen
Apropos ...  Arbeit und Gesundheit!
04-01-2023
Apropos ... Arbeit und Gesundheit!
Mental Health im Job *** Gewinne einen 25-Euro-Thalia-Gutschein! Welches Thema brennt dir unter den Nägeln? Gibt es jemanden, den wir unbedingt in den Podcast einladen sollten? Mach mit bei unserer Umfrage und gewinnt einen von drei 25-Euro-Gutscheinen für Thalia! Hier geht's zur Umfrage*: https://www.surveymonkey.de/r/apropospsychologie Danke, dass du mitmachst! Marion und das Podcast-Team *Gültig vom 21.12.2022-08.01.2023 *** Wie wichtig eine gesunde Psyche am Arbeitsplatz ist, wissen wir spätestens seit Corona: plötzlich Homeoffice, Mehrfachbelastungen durch Haushalt, Kinder, Arbeit, aber auch ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen, Mobbing, schlechte Führung. Krankenkassenreports berichten regelmäßig davon, dass krankheitsbedingte Fehlzeiten zunehmend psychische Ursachen haben. – Was aber tut mein Unternehmen eigentlich für mich? Wie ist mein Arbeitsumfeld? Wann ist eine Arbeitsatmosphäre schlecht? Wie viel hängt von der Führungskraft und meinem oder meiner unmittelbaren Vorgesetzten ab? Seit 2014 fordert das Arbeitsschutzgesetz explizit die Berücksichtigung der psychischen Belastung in der Gefährdungsbeurteilung. Es verpflichtet Unternehmen also dazu, für ein gutes Arbeitsklima zu sorgen, in dem alle Mitarbeitenden körperlich wie seelisch gesund bleiben. Aber: Es sagt weder, wer im Unternehmen dafür verantwortlich sein soll, noch wie das gehen soll. Antworten auf diese Fragen wissen die beiden Wirtschaftspsychologinnen Melanie Faltermeier und Melanie Meyer-Tischler. Sie sind die Gründerinnen der innovativen Münchener Mental-Health-Agentur WE ARE MENTAL und stellen fest: „Ein Unternehmen ist nicht allein verantwortlich, dass Mitarbeiter:innen gesund sind. Aber es sollte den Rahmen schaffen, in dem gesundes Arbeiten ist. Arbeit hat nicht die Aufgabe, gesund zu machen, aber sie darf auch nicht krank machen.“ Wie wir das Bewusstsein für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz verbessern und wie es dabei um unsere Eigenverantwortung steht, möchte ich von den beiden im heutigen Gespräch erfahren.  *** WE ARE MENTAL ist eine innovative Münchener Mental-Health-Agentur mit Fokus auf Mental-Health-Kampagnen. Sie schafft deutschlandweit nachhaltig gesundheitsförderliche Unternehmen, indem alle Menschen und Strukturen im Unternehmen berücksichtigt werden. Die Gründerinnen, Melanie Faltermeier und Melanie Meyer-Tischler, sind studierte Wirtschaftspsychologinnen und begleiten Unternehmen von den Herausforderungen zwischen Arbeit und Mensch bis hin zu dem Weg einer nachhaltigen und psychisch-gesundheitsförderlichen Arbeitsplatz- und Unternehmenskultur. Sie sind spezialisiert auf die Themen emotionale und psychische Belastung im Arbeitskontext und im Speziellen auf das Thema der Psychischen Gefährdungsbeurteilung. In einem kleinen Booklet, das kostenlos zum Download zur Verfügung steht, erhältst du leicht umsetzbare Impulse, dich selbst, deine Kolleg:innen oder deine Mitarbeitenden mental fit zu halten. Folge direkt herunterladen
Apropos ... Sex!
21-12-2022
Apropos ... Sex!
Welche Vorlieben hast du? Deine Meinung ist gefragt >> Gewinnspiel siehe unten! Vorlieben wie Swinger-Clubs, Sado-Maso-Vorlieben oder die Ménage à trois … Wenn das Thema Sex überhaupt offen und öffentlich besprochen ist, ist es fast immer mit Scham behaftet. Dabei ist Sex nachweislich gesund für den Organismus – und  eine echte Wohltat für die Seele. Warum das sexuelle Wohlbefinden so wichtig für uns Menschen ist und wie wir dahin kommen, entspannt darüber zu sprechen, weiß Lea Holzfurtner, Sexologin aus Berlin. „Sexcoaching ist ein sex-positiver, nicht-pathologisierender, zielorientierter und klientenzentrierter Ansatz, der einen Safe Space für seine Klienten kreiert und deren Selbstwirksamkeit fördert“, beschreibt sie ihre Arbeit. Sie unterscheidet responsives oder spontanes Verlagen. Diesen Unterschied anzuerkennen bei sich selbst ist ein erster Schritt, sich von Druck und Erwartungshaltung zu befreien. Ganz wichtig: den Orgasmus auch zuzulassen. Das bedeutet, die Gedanken einmal abzuschalten, den entspannten Zustand genießen. Leichter gesagt als getan! Ein Trick: Statt sich Gedanken komplett zu verbieten, sie durch andere ersetzen. Durch Phantasien zum Beispiel und erotische Bilder, durch die man selbst ein hohes Erregungsniveau erreicht und leichter Genuss empfindet. Wer mag, erzählt seinem/seiner Partner:in vom eigenen Kopfkino. Ein Anfang, seine inneren Bilder in Worte zu fassen, kann dabei sein, einfach einmal spielerisch das Wörtchen „Ja!“ auszusprechen, wenn es lustvoll heiß wird. So weiß der Partner, die Partnerin, was guttut, ohne, dass man gleich in ganzen Sätzen darüber reden muss. Für Lea Holzfurter steht fest: Wir lernen Sexualität aus den falschen Quellen, denn Pornos, Bücher oder Artikel im Zeitschriften vermitteln ein Bild von Sex, dass kaum der Wirklichkeit entspricht und selten nur den Bedürfnissen der meisten Menschen. Wie also bekommen wir Wunsch und Wirklichkeit zusammen?  *** Lea Holzfurtner ist zertifizierter Sexcoach und psychologische Beraterin. In ihrer Privatpraxis in Berlin hilft sie Menschen mit Vulva, die mit Orgasmus, Scham oder Schuldgefühlen zu kämpfen haben, ein befriedigendes, genussvolles und aufregendes Sexualleben zu führen. Mehr über sie erfährst du auf ihrer Website www.leaholzfurtner.de *** Umfrage & Thalia-Gutscheine zu gewinnen! Wir wollen wissen, was Euch unter den Nägeln brennt! Welches Thema möchtet Ihr als Nächstes hören? Gibt es jemanden, den wir unbedingt in den Podcast einladen sollten? Macht mit bei unserer kurzen Umfrage und gewinnt einen von drei 25-Euro-Gutscheinen für Thalia! Hier geht's zur Umfrage*: https://www.surveymonkey.de/r/apropospsychologie Danke, dass Ihr dabei seid! Euer Podcast-Team *Gültig vom 21.12.2022-08.01.2023 Folge direkt herunterladen
Apropos ... Gelassenheit!
07-12-2022
Apropos ... Gelassenheit!
Warum wir psychisch flexibel werden sollten Es gibt Werkzeuge, um bei Stress, Trauer oder den ganz alltäglichen Belastungen in Balance zu bleiben. Sie wirken gut, wenn wir unsere psychische Flexibilität bewahren konnten. Dazu gehört vor allen Dingen eines: Akzeptanz. Einerseits der Situation, die wir gerade erleben, anderseits unserer eigenen Grenzen. Denn die schieben wir gern weit von uns. Es gilt als erstrebenswert, sich jeder Herausforderung zu stellen, jede Hürde mit Bravour zu nehmen, alle Hindernisse „tough“ und ohne Selbstmitleid aus dem Weg zu schaffen. Aber muss das so sein? Wäre ein anderes Verhalten nicht gesünder für uns? Vielleicht sogar effizienter, als sich allem und jedem entgegen zu stemmen? Darüber spreche ich heute mit Diana Huth aus Hamburg. Sie ist Psychologin und Medienproduzentin und hat 2022 die Firma ACTITUDE gegründet, ein Unternehmen, das Online-Kurse zur Resilienz- und Stressbewältigung anbietet, um die emotionalen Herausforderungen des Lebens zu meistern. Und dies – wie der Name vermuten lässt – auf der Basis der ACT, der verhaltenstherapeutischen Akzeptanz- und Commitment-Therapie. Akzeptanz steht dabei dafür, dass wir Dinge, die wir nicht ändern können, annehmen. Commitment bezieht sich auf den Mut, Dinge zu verändern, um der Mensch zu werden, der man sein möchte. „Du kannst die Wellen nicht stoppen, doch du kannst lernen auf ihnen zu surfen“, sagt Jon Kabat-Zinn. Oder, um ein ähnliches Bild zu verwenden: Versuche einmal, einen prall mit Luft gefüllten Wasserball unter Wasser zu drücken. Wie lange kannst Du ihn so halten? Wie lange kannst Du Dein Problem ausblenden, bevor es mit aller Kraft wieder durchdrückt? Viele von uns sind damit sozialisiert worden, sich „an den Riemen zu reißen“, sich eine schier unendlich belastbare „Ich-schaff-das-schon-Mentalität“ anzueignen. „Wir müssen uns gar nicht jeder Riesenwelle stellen“, erklärt Diana Huth, „Wir können vielmehr üben, die Dinge anders zu sehen. Sich einer anrollenden Welle zum Beispiel nicht frontal entgegenzusetzen, sondern sich seitlich zu stellen, um der Welle so eine viel geringere Angriffsfläche zu bieten.“ Was du in stressigen Phasen außerdem für dich tun kannst, welcher Stresstyp du bist und welche Entspannungsübungen dir deshalb am besten helfen, erzählt mir Diana Huth in der heutigen Podcastfolge. Übrigens entspannt sie selbst ganz hervorragend mit der buddhistischen Kampfkunst Shaolin!   *** Wer mehr wissen möchte über Diana Huth und die achtsamkeitsbasierte ACT, wird hier fündig: www.Actitude.de Viele Entspannungstipps gibt Diana auch im Podcast „Die Aufwärtsspirale“ auf Spotify | Apple oder sieh dir die Übungen an auf YouTube Auf Instagram findest du sie hier: Instagram  *** Fragen, Ideen, Themenwünsche? Schreib an Marion und Saskia vom Podcast-Team: podcast@junfermann.de Folge direkt herunterladen
Apropos ... Hochbegabte Kinder!
09-11-2022
Apropos ... Hochbegabte Kinder!
Mythos Wunderkind? Woran zeigt sich, ob mein Kind hochbegabt ist? Kann es im Alter von zwei Jahren flüssig sprechen und lernt eine Fremdsprache, hat es im Kleinkindalter sich selbst das Klavierspielen beigebracht und diskutiert im Grundschulalter über Quantenphysik? Sind es die schulischen Überflieger, die Alleskönner, die kleinen Genies? Als hochbegabt gilt, wer in einem Intelligenztest einen IQ von mindestens 130 erreicht; das entspricht 2-3% der Menschen. Doch Vorsicht vor Tests im Internet, die nicht aussagekräftig sind, warnt Melanie Mewes, Begabungspsychologische Beraterin aus Hannover: „Die Intelligenzdiagnostik gehört in die Hände von spezialisierten Pycholog:innen oder Psychotherpeut:innen, die eine differenzierte Diagnose stellen. Wenn es zugleich Anzeichen auf ADHS oder das Asperger-Syndrom gibt, ist der/die Kinder- und Jugendpsychiater:in die erste Adresse“, erklärt sie. Doch ein „Wunderkind“ ist nicht gleich hochbegabt. Denn Begabung beschreibt lediglich das leistungsbezogene Potenzial eines Menschen. Hochbegabung ist dabei in der Tat ein besonderes Potenzial, das aber nicht ohne weiteres gleichzusetzen ist mit Höchstleistung. Ein herausragender Notenschnitt in der Schule hat also mit Hochbegabung noch nicht viel zu tun. Nicht selten äußert sich ein herausragender IQ auch im genauen Gegenteil und wird in der Kita oder Schule gar nicht bemerkt, erklärt Melanie Mewes. Gerade hochbegabte Jungen neigen zu Unangepasstheit, Zappeligkeit, Wut, erhöhter Aggressionsbereitschaft, zu ständigem Diskutieren und zum in Frage stellen von Regeln. Neben diesem externalisierten auffälligen Verhalten überwiegt bei hochbegabten Mädchen eine internalisierende, also nach innen gerichteter Verhaltensweise, die sich in Rückzug oder sehr ausgeprägter Umweltanpassung zeigen kann. Auch das Meiden von Gruppen Gleichaltriger kann ein Indiz für Hochbegabung sein. Oft fällt das ungewöhnliche viele Fragen auf: Woher kam das erste Affenbaby, bevor es Affeneltern gab? Warum heißt es Zahnpasta, obwohl man sich doch mehrere Zähne putzt, also „Zähnepasta“ richtig wäre? Hochbegabte Kinder haben oft eine besondere Merkfähigkeit, ein fehlender Satz in der Gute-Nach-Geschichte fällt sofort auf. Sie habe auch schon in der Kita eine sehr schnelle Auffassungsgabe, können Erlernte ohne Probleme schnell auf andere Kontexte übertragen. Aber reicht all das schon, um beim eigenen Kind Hochbegabung zu erkennen? Wie kann ich als Elternteil reagieren? Vor welchen Herausforderungen stehen Pädagog:innen, wenn sie besondere Fähigkeiten vermuten und wir können sie Eltern unterstützen? Denn es wird nicht leichter für Eltern, wenn zur Hochbegabung auch die Hochsensibilität noch hinzukommt. Ein verbreitetes Phänomen. Die besondere Ausprägung ist dann nicht nur auf kognitive Fähigkeiten begrenzt, sondern auch auf emotionale. Das führt schnell zu einer Reizüberflutung. Manch ein Kind lädt sich den Kummer der Welt auf seine Schultern. Melanie Mewes beschreibt Situationen aus ihrem Beratungsalltag und gibt Tipps, wie wir es hochbegabten Kindern und ihrem Umfeld leichter machen können. +++ Melanie Mewes ist Begabungspsychologische Beraterin (BPB), Beraterin für Hochsensibilität bei Kindern und Jugendlichen (IFLW) und Bachelor-Psychologin für Angewandte Psychologie, B.Sc. Mehr über sie erfährst du auf ihrer Webseite: www.begabungsberatung-mewes.de  +++ Fragen? Ideen zu Themen? Schreib uns -  Marion und Saskia vom Podcast-Team -  an podcast@junfermann.de Folge direkt herunterladen
Apropos ... Gute Entscheidungen!
26-10-2022
Apropos ... Gute Entscheidungen!
Freiheit oder Fluch: Die Qual der Wahl Ist der Studiengang richtig? Die Hochzeit? Der Umzug? Das Haus? Wie beeinflussen Werte, frühe Prägungen und gerade vorherrschende Gefühle unsere Entscheidungen? Inwiefern ist das Belohnungssystem daran beteiligt, was wir gerade für das Beste halten? Je klarer wir diese Komponenten für uns einordnen können, so die Erfahrung von Dr. Thomas Bergner aus 25-jähriger Beratungstätigkeit, desto erfolgreicher treffen wir unsere Entscheidungen. Die überragende Mehrheit aller Entscheidungen treffen wir unbewusst. Zu Beispiel setzen wir beim Spazierengehen einen Schritt nach dem anderen, ohne groß darüber nachzudenken. Wir habe diese Entscheidungen schon so oft getroffen und eingeübt, dass sie jetzt automatisch ablaufen. So wie Zähneputzen oder spontanes Bremsen an der roten Ampel. Neben den automatisierten Entscheidungen gibt es weitere: Pseudo-rationale Entscheidungen beispielsweise, die eigentlich aus dem Bauch heraus getroffen werden können, aber mit von uns immer wieder aus unterschiedlichsten Perspektiven viel Zeitaufwand rational durchdacht werden. Die Urlaubsplanung ist ein gutes Beispiel dafür. In der Schule lernen wir dann Verstandesentscheidungen. Sie sind Ergebnisse aus konsequentem Nachdenken und haben den Vorteil, dass man anschließend sagen kann: „Ich habe entschieden!“, ein Satz, der zu einem Gefühl von Selbstwirksamkeit führt. Das wiederum ist einer der wichtigsten Faktoren für seelische Gesundheit. Bei jeder Entscheidung geht es letztlich um die Freiheit. Oder genauer gesagt: um unsere Entscheidungsfreiheit, so Thomas Bergner, denn sie gibt uns das Gefühl, grundsätzlich frei zu sein. Dabei ist unsere Motivation zu einer Entscheidung immer die Erwartung einer Belohnung. Diese Erwartungshaltung wird durch unsere Erfahrungen gestärkt. Je weiter das Ziel der Motivation in der Zukunft liegt, umso attraktiver muss das Ziel sein. Die Klimakrise z.B. ist scheinbar noch Jahrzehnte entfernt, daher ist die Bereitschaft vieler, hier etwas zu unternehmen, eher gering oder nicht vorhanden. Zudem haben wir keinerlei Erfahrung, warum es gut sein sollte, sich für Klimaneutralität einzusetzen. Folglich fehlt die Motivation. Außer drei verschiedenen Formen des Entscheidens differenziert Bergner auch zwei Typen von Entscheider:innen: die erfolgszuversichtlichen Typen, die eher optimistisch durchs Leben gehen und realistische Ziele verfolgen, und die misserfolgsängstlichen Typen, die im Gegensatz meist zu schwache Ziele oder viel zu hohe haben. Beiden gemeinsam ist: Egal wie sie sich verhalten, sie treffen damit eine Entscheidung. Denn: „Man kann sich nicht nicht entscheiden.“ Dieser Satz, den Bergner in Anlehnung an das Watzlawicksche Axiom „Man kann nicht nicht kommunizieren“ formuliert, bringt das Paradox der Entscheidungen auf den Punkt: Wir haben die Qual der Wahl.  *** Dr. med. Thomas Bergner studierte Humanmedizin in Erlangen und München. Nach der Facharztausbildung zum Dermatologen, psychotherapeutischen und systemischen sowie Coaching-Ausbildungen, war er von 1993 bis 2002 in eigener Praxis im Raum München niedergelassen. Seit 1994 ist er als Coach für Führungskräfte mit dem Fokus auf Burnout-Prävention, Lösung von Überlastungsreaktionen und persönlichem Change-Management tätig. Mehr gibt’s auf seiner Homepage: Dr.med. Thomas Bergner Homepage Wenn du mehr wissen möchtest zum Thema „Entscheidungen“: Thomas Bergners neuestes Buch „Gute Entscheidungen treffen“ ist 2022 bei Klett-Cotta erschienen. Folge direkt herunterladen
Apropos ... toxische Beziehungen!
12-10-2022
Apropos ... toxische Beziehungen!
Du tust mir nicht gut! Der Partner versteht mich nicht, die Freundin frotzelt ewig rum, der Kollege wälzt seine Arbeit auf mich ab, die Chefin übersieht mich tagtäglich. Wenn Menschen in und mit ihrem Leben unzufriedene sind, geht es im Kern eigentlich immer um ungute Beziehungen. Viele denken dabei sofort an eine Paarbeziehung, zum Beispiel mit einem Narzissten oder einer Narzisstin. Darum aber geht es in den seltensten Fällen, sagt Annika Felber, Systemische Beraterin und Coach. Es gehe vielmehr darum, eigenverantwortlich wieder in die Aktion zu kommen. Woran aber erkenne ich, dass eine Beziehung einfach nicht mehr gesund ist? Wann ist es genug? „Zentrale Aspekte sind“, so Annika Felber, „wenn ich bemerke, dass ich dauerhaft psychisch oder physisch leide, ich traurig bin, bedrückt, gestresst, und dennoch nicht in der Lage bin, daran etwas zu ändern bzw. diese schädliche Beziehung zu verlassen.“ In diesen Fällen spricht man von einer dysfunktionalen Beziehung. Wichtiger Punkt dabei: es geht um Beziehungen, also etwas, das zwischen zwei oder mehreren Menschen passiert. „Es kommt immer ein wenig darauf an, wer einem gegenübersitzt“, fasst Felber zusammen. So können toxische Dynamiken besonders leicht dann entstehen, wenn zwei Menschen aufeinandertreffen, die wie ein Schlüssel zum Schloss passen. Soll heißen: Trifft zum Beispiel ein Gebertyp, der sich immer Kümmern möchte, auf einen Nehmertyp, ergibt sich möglicherweise eine Dynamik, die beide generieren, und die für beide toxisch ist. Beide sind in einer solchen Beziehung unglücklich. Annika Felber hat sieben Merkmale einer Beziehung herausgearbeitet, die fast immer auf eine toxische Beziehung zutreffen. Meist gesellen sich weitere Merkmale hinzu. So muss beispielsweise die Ordnung stimmen, d.h. in einer Beziehung zwischen zwei Erwachsenen muss Augenhöhe herrschen. Sobald einer z.B. in eine Art Elternrolle rutscht, ist die Schieflage vorprogrammiert. Stimmen muss außerdem die Kosten-Nutzen-Rechnung, also der Ausgleich, wie der Systemiker sagt. Warum Ordnung und Ausgleich so entscheidend sind, erklärt mir Annika Felber. Sie ist systemische Beraterin (DGsP – Deutsche Gesellschaft für systemische Pädagogik) in eigener Praxis in Koblenz und Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für systemische Therapie, Beratung und Familientherapie e.V. (DGSF). Ihr Buch „Du tust mir nicht gut!“ erscheint im Oktober 2022. Sie beschreibt es als einen Hybrid aus Sachbuch und Workbook: Neben Übungen gibt es Checklisten bzw. kleine Tests, mit denen man sich selbst die Frage beantworten kann, wie es denn um eine Freundschaft oder in der Partnerschaft etc. aus. +++ Du hast Themenvorschläge für uns oder möchtest, dass wir eine(n) bestimmte(n) Experten/Expertin einladen? Schreib uns an podcast@junfermann.de. Wir, Saskia und Marion vom Podcast-Team, freuen uns auf Deine Ideen! Folge direkt herunterladen
Apropos ... Drogen neu denken!
28-09-2022
Apropos ... Drogen neu denken!
Rauschmittel als Heilmittel: Mit Drogen gegen Traumata Bei bewusstseinsverändernden Substanzen denken wir schnell an Drogen: wie Heroin, LSD oder Chrystal Meth, und haben schmuddelige Bahnhofsviertel vor unserem inneren Auge. Die positiven Effekte von Drogen oder von Methoden, mit deren Hilfe das Bewusstsein beeinflusst werden kann, sind wenig bekannt, die Forschung dazu zu wenig beachtet. „Jeder Mensch sollte sich stärker mit seinem eigenen Bewusstsein auseinandersetzen!“, fordert deshalb die Anästhesistin und Notfallmedizinerin Dr. Andrea Jungaberle. „Das eigene Bewusstsein ist morgens nach dem Aufwachen ein ganz anderes, als in dem Moment, wo man auf die Autobahn auffährt, und wieder anders vor dem ersten Espresso oder nach dem dritten Glas Rotwein.“ Unter „Drogen“ versteht Andrea Jungaberle alle Substanzen, die mit unserer Psycho-Biologie interagieren, also auf hirnorganischer Ebene eingreifen in unsere Bewusstseinsprozesse. Dazu gehören auch Nikotin, Alkohol, Kaffee, Zucker und starke Schmerzmittel, Antidepressiva, aber eben auch LSD und Chrystal Meth. Andrea Jungaberle betont: „Nicht alles, was erlaubt ist, ist gut und gesund. Und nicht alles was verboten ist, ist an sich schon schädlich.“ In Deutschland werden psychoaktive Substanzen zu oft sofort verteufelt, nur das Risiko gesehen, nicht aber die nachweislich vorhandenen positiven Effekte. Anders dagegen in der Schweiz, wo rund 20 Psychiater eine offizielle Sondergenehmigung haben, nach Einzelentscheidungen Patient:innne auch z.B. mit LDS und MDMA, dem als „Partydroge“ Ectasy bekannten Amphetaminderivat, zu behandeln. Andrea Jungaberle verweist auf den eigentlichen Wortsinn von „Psychodelikum“. So sind bewusstseinsverändernde Substanzen als Methoden zum Verändern des Wachbewusstseins, also zum „Öffnen des Bewusstseins““, vergleichbar mit verschiedenen Eingangstüren, und zwar zu ein und demselben Raum. Auch Pranayama, die Atemtechnik im Yoga, kann durchaus geeignet dazu sein, den „Geist zu offenbaren“ (griech. psycho + delos). Ob Trance, Trommelkreise, Massage, Sexualität, monochromes Atmen, Meditationen oder substanzgebundene Mittel: Nicht alles funktioniert bei jedem. Man muss ausprobieren. Wie das unter therapeutischer Anleitung aussehen kann, erfahre ich im Gespräch mit Dr. Andrea Jungaberle genauso wie die Richtigstellung, dass ich während der Narkose für eine OP eben nicht einfach schlafe: ich gebe mein ganzes Bewusstsein, mein Leben, für eine gewisse Zeit wirklich in die Hände eines anderen Menschen.  +++ Dr. med. Andrea Jungaberle ist ärztliche Leiterin der OVID-Kliniken, Anästhesistin und Notfallmedizinerin, medizinische und ethische Beraterin des Vorstands der Mind-Foundation und Yoga-Lehrerin. Außerdem forscht sie in der psychedelischen Therapie. Mehr über sie kannst Du auf ihrer Webseite lesen: Andrea – Jungaberle Mehr darüber, wie man Drogen neu denken kann, erfährst Du in Dr. Andrea Jungaberles Buch „Yoga, Tee und LSD – Bewusstseinsveränderung in Wissenschaft und Alltag“, das in unserem Partnerverlag, dem Schattauer-Verlag, erschienen ist.  +++ Du hast Themenvorschläge für uns oder möchtest, dass wir einen bestimmte(n) Experten/Expertin einladen? Schreib uns an podcast@junfermann.de. Wir, Saskia und Marion vom Podcast-Team, freuen uns auf deine Ideen! Folge direkt herunterladen
Apropos ... Stimme!
14-09-2022
Apropos ... Stimme!
Der Ton macht die Musik Stimme bewusster wahrnehmen, gezielt trainieren, wirkungsvoll einsetzen. Überzeugend vor Menschen sprechen, bei der Präsentation im Job punkten, im privaten Gespräch nicht nur die richtigen Worte finden, sondern auch den Ton treffen. Gar nicht so leicht, wenn man das Rampenlicht eher scheut oder einfach weniger extrovertiert ist. Jeder hat aber viel verborgenes Potenzial in seiner Stimme. Ein Schatz, der gehoben werden kann. Wie das geht, weiß Stimmtrainerin und Mezzosopran Uta Christina Georg. Sie ist überzeugt: „Wer das Ohr beleidigt, dringt nicht zur Seele vor“ (Quntilian). Soll heißen: Wenn wir sprechen senden wir unbewusst viele kleine Mikroirritationen mit aus. Sie hindern dem Empfänger der Nachricht daran, sie störungsfrei zu hören. Was mitschwingt sind Botschaften, die der Sender oder Sprecher gar nicht äußern wollte, die aber beeinflussen, wie der Inhalt wahrgenommen wird – im schlimmsten Falle: ob überhaupt! Gemeint ist dabei nicht ein häufiges Räuspern, ein sehr gepresstes Sprechen oder ein ständiges Zischeln, wie es bei den Lauten „s““ und „z“ gerade am Mikrofon häufig ist. Dagegen hilft übrigens „der kleine Hai“: „Sonst saßen Sänger selbst am See.“ Wenn jemand etwas sagt, sollte es „rundum stimmig“ sein: Körper, Geist und Stimme müssen zusammenpassen. Mach‘ einmal folgenden Versuch: Gehe in eine gebeugte Körperhaltung, lass die Schultern hängen und den Kopf, die Arme schlenkern lustlos nebenher. Und nun sprich einmal: „Ich schaffe das!“ Nun streck dich, mach dich groß, die Brust nach vorn, beide Beine fest am Boden, aufrecht und mit wachem Blick nach vorn und sag: „Oh je, mir gehts so schlecht.“ Na, hast du etwas bemerkt? Was also macht z.B. eine gelungene Präsentation aus? Inhalt, Stimme und Körpersprache. Klar, aber was ist am wichtigsten? Untersuchen haben gezeigt: Auf den Inhalt entfallen ganze 7 %, während die Stimme zu 38% am Erfolg beteiligt ist, die Körpersprache sogar zu 55%. Diese Wirkung ist u.a. evolutionär bedingt. Denn: Bevor wir Laute verwendet haben, hat der Mensch sich bewegt. Und erst ganz zum Schluss hat der Mensch die Sprache gelernt. Verblüffend! Darüber und wie meine Stimme meine Emotionen spiegelt, ob ich mich auch stimmlich verstellen kann und wie man eigentlich sein „Brustregister“ bespielt spreche ich mit Uta Christina Georg. Sie ist klassische Sängerin und Dozentin für Gesang an der HfMT Köln. Darüber hinaus ist sie Coach, wingwave-Coach und als Expertin für Stimmigkeit Inhaberin von „Stimme. Bühne. Coaching“. Mit ihren Klientinnen und Klienten arbeitet sie zu Themen wie Präsentation, Ausstrahlung, innere und äußere Haltung. Mehr über sie und ihre Arbeit findet du auf ihrer Homepage: www.stimme-buehne-coaching.com  Viele praktische Technikübungen gibt in Uta Christina Georgs Buch „Rundum stimmig!“, das 2022 erschienen ist. Rundum stimmig! | Junfermann Verlag +++ Du hast Themenvorschläge oder Fragen an uns oder unsere Expert:innen? Schrieb an Saskia und Marion vom Poadcast-Team: postcast@junfermann.de Folge direkt herunterladen
Apropos ... Aromatherapie!
31-08-2022
Apropos ... Aromatherapie!
Apropos … Aromatherapie! Heilen mit Düften? Ist was dran an der Wirkung von Gerüchen auf die Gesundheit? Keine Frage beim allgemeinen Wohlbefinden: da hat jeder von uns schon einmal die Erfahrung gemacht, dass ein angenehmer Duft unsere Stimmung hebt! Erinnerungen an einen entspannten Urlaub weckt, das Gefühl von wohligem Geborgensein aus der Kindheit wieder wachruft oder einfach munter und gutgelaunt macht. Aber Düfte und Gerüche können weit mehr als nur schön sein: Sie sind mit unseren ältesten Erinnerungen verknüpft. Ein Duft kann ein Erlebnis auf immer in uns speichern – und sich mit ebendiesem Geruch wieder hervorrufen lassen. Viele Erinnerungen sind dabei ganz unbewusst von uns mit einem bestimmten Geruch verknüpft abgespeichert. Ingeborg Stadelmann, Hebamme, Aromatherapeutin, Autorin und Gründerin von Stadelmann Verlag und Stadelmann Natur, nutz die Kraft der Aromen und Düfte seit Jahrzehnen in der Geburtshilfe für die Kinder wie die Mütter. Denn als erste aller Sinne, die wir entwickeln, ist der Geruchssinn prägend für die Mutter-Kind-Bindung. So findet das Neugeborene nicht etwas tastend, sondern über den Geruch die Brust der Mutter. Schon seit Jahren Teil der ganzheitlichen Naturheilkunde, nämlich der Phytotherapie, der Pflanzenheilkunde, zählt die Aromatherapie auch in der Medizin zu den sog. komplementären Methoden. Sie hat eine hilfreiche, gesundheitsfördernde Wirkung, die eine schulmedizinische Behandlung positiv verstärken kann, einen zusätzlichen Nutzen einbringt und in manchen Fällen sogar anstelle einer schulmedizinischen Behandlung treten kann. Die Aromatherapie wirkt sowohl über den Geruchssinn als auch über die Haut.  Wissenschaftlich nachgewiesen wurde die Wirkung bestimmter Duftmoleküle in z.B. den ätherischen Ölen. Doch was hilft die nachgewiesene Wirkung eines Duftstoffes, wenn er vom Patienten als unangenehm empfunden wird! Dann kann die Wirkung nicht in dem Maße eintreten oder erst nach viel längerer Zeit oder in Verbindung mit anderen Düften als bei einem anderen Patienten. Diese komplexen Zusammenhänge, wie man Düfte und Gerüche einsetzen kann in der Heilkunde, dass wir sie überhaupt beachten müssen, um eine heilsame Wirkung auf die menschliche Gesundheit zu erzielen, erläutert mir die Expertin Ingeborg Stadelmann in einem eindrücklichen Gespräch.   *** Ingeborg Stadelmann (*1956) ist freiberufliche Hebamme, dreifache Mutter und siebenfache Großmutter. Sie ist Hebamme mit langjähriger homöopathischer Erfahrung, Aromatherapeutin, Heilpraktikerausbildung, Fortbildung Phytotherapie in der Medizin an der Universität Bochum, Referentin, Autorin und Gründerin von Stadelmann Verlag und Stadelmann Natur. Seit 1988 ist die Fachfrau mit ihrer Expertise in beratender Funktion für die Bahnhof-Apotheke Kempten tätig, in der die mit Apotheker Dietmar Wolz gemeinsam entwickelten Original-Stadelmann®-Aromamischungen hergestellt werden. Sie ist dort zudem verantwortlich für das Fort- und Weiterbildungsprogramm, das gemeinsam mit dem Stadelmann-Verlag durchgeführt wird.   Ingeborg Stadelmann wurde 1999 für Ihre Verdienste als Hebamme und Initiatorin einer der ersten Hebammenpraxen und dem Geburtshaus „Erdenlicht“ von der Kempt`ner Frauenliste mit dem „Goldenen Apfel“ ausgezeichnet. 2004 erhielt sie für ihre Verdienste die Brillant-Ehrenbrosche des Bayerischen Hebammen Landesverbandes. Seit 2009 ist sie Präsidentin von Forum Essenzia e.V., und Herausgeberin der Fachzeitschrift F.O.R.UM für Aromatherapie, Aromapflege und Aromakultur.   Folge direkt herunterladen
Apropos ... Große Gefühle!
19-08-2022
Apropos ... Große Gefühle!
Mut zum eigenen Gefühl Stell dich nicht so an! Heul nicht rum! Gibt Schlimmeres! Wer in Kindheit und Jugend zu oft solche Sätze gehört hat, hat vielleicht nie gelernt, mit großen Gefühlen umzugehen, geschweige denn, sie zu zeigen. Es entsteht eine regelrechte Emotions-Phobie: an die Stelle der Gefühle tritt die Angst davor! Dabei sind Gefühle, gerade auch die weniger angenehmen, für den Menschen ganz entscheidend, um sich angemessen zu verhalten, erklärt Dr. Veronika Stegmüller, Psychologin und Psychotherapeutin aus München. Natürlich sind eine tief empfundene Trauer, seelischer Schmerz oder Gefühle wie Ekel und Angst manchmal regelrecht zermürbend und auf den ersten Blick alles andere als erstrebenswert. Sie mobilisieren aber geistige und körperliche Kräfte in uns, die ohne diese Emotionen nicht ausgelöst worden wären. „Fight – flight – freeze!“ Was in den Anfängen der Menschheit galt und überlebenswichtig war, ist auch heute noch eine notwendige Reaktion. Denn starke Emotionen geben uns eine Orientierung und steuern unser Verhalten. Wir kennen das von der Angst: Wer sie verspürt, hat ein Bedürfnis nach Sicherheit. Sie versetzt den Körper in eben jenen Zustand geistiger und körperlicher Höchstleistung, der nötig ist, sich der Situation angemessen zu verhalten: Kämpfen, flüchten oder erstarren. Leider, so erzählt Veronika Stegmüller, sind wir Menschen aber auch Meister im Vermeiden von unangenehmen Gefühlen. So wird als vermeidlichen Ausweg die Flucht in Alkohol, Drogen, Essen, Arbeit oder digitale Parallelwelten gesucht. Andere ziehen sich komplett zurück, gehen schlicht nicht mehr in die Situationen, die sie so belasten. Das Fatale: Diese Strategie hat zunächst einmal Erfolg! Die unangenehme Emotion bleibt aus oder wird merklich verkürzt, der Lerneffekt lautet: So mache ich es jetzt immer! Abhängigkeit oder Vereinsamung führen aber in eine Endlosspirale, meist früher oder später begleitet von Depressionen. Was unmittelbar helfen kann: richtiges Atmen und Bewegung! Im Podcast will ich, Mrion, mehr darüber wissen: Können solche simplen „Tricks“ wirklich gegen die Angst vor den eigenen Gefühlen helfen?  +++ Über Dr. Veronika Stegmüller erfährst du auf ihrer Homepage mehr: https://www.psychotherapie-stegmueller.de/ Ihr Buch “Gefühle surfen. Eine Reise zu dir selbst“ ist 2022 im Schattauer Verlag erschienen: https://www.klett-cotta.de/buch/Verhaltenstherapie/Gefuehle_surfen/585706 +++ Du hast Themenvorschläge? Wünschst dir einen bestimmten Gast bei uns im Gespräch? Schreib uns an podcast@junfermann.de! Wir freuen uns und versuchen, deinen Wunsch umzusetzen! Viele Grüße Marion und Saskia vom Podcast-Team Folge direkt herunterladen
Apropos ... Karriere!
03-08-2022
Apropos ... Karriere!
Werde Unternehmer:in in eigener Sache! Ist der Traumjob immer noch der Traumjob? Oder haben sich mit der Zeit Präferenzen und Wertigkeiten verändert, sodass ein Spurwechsel guttun würde? Dr. Claas Triebel, Psychologe in München, spricht von Laufbahnübergängen, zu denen man sich in bestimmten Lebensphasen besonders hingezogen fühlt. Zunächst ist das Ende der Schulzeit ist eine solche „Sollbruchstelle“, auch das Ende der Ausbildung oder des Studiums ist eine Gelegenheit, nochmal eine neue berufliche Richtung einzuschlagen. Der 40. Geburtstag ist für manch einen ein Datum, sich die Frage zu stellen, ob die eigene Karriere in die gewollte Richtung geht; bei vor allem Frauen, ist das Flüggewerden der Kinder oft Anlass zu beruflicher Neuorientierung. Wann ist es Zeit, im Beruf nochmal neu zu starten? Kann es irgendwann zu spät sein? Wie sieht eine „gute“ Laufbahn heute aus? Wie sehr darf man seinem Bauchgefühl trauen, wenn es um die persönlichen, beruflichen Kompetenzen geht? Wie wichtig ist die Marktorientierung? Dr. Claus Triebel erzählt aus seiner Praxis und erklärt, warum es so wichtig ist, sich drei Fragen zu beantworten: Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich? Seine Empfehlung: Machen! Anfangen und ruhig ausprobieren!  *** Dr. Claas Triebel ist Psychologe, Autor und Unternehmer in München. Er entwickelte die Kompetenzbilanz, ein Verfahren zur Entwicklung persönlicher Kompetenzen, die von „Stiftung Warentest“ als beste Karriere-Coaching-Methode bewertet wurde. www.kompetenzenbilanz.de Claas Triebel ist Gründer der Performplus GmbH, ein Coaching-Unternehmen, sowie der Growth Academy GmbH, ein Unternehmen, das sich mit der Digitalisierung von Lernen und Personalentwicklung in Unternehmen beschäftigt. Claas Triebel lebt mit seiner Familie in Gräfelfing bei München. https://growth-academy.de Sein Buch „Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich?“ ist 2022 im Verlag Klett-Cotta erschienen. Klett-Cotta – Claas Triebel Biographie, Bücher, Informationen Folge direkt herunterladen
Apropos ... Chronische Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen
20-07-2022
Apropos ... Chronische Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen
Jedes dritte Kind in Deutschland berichtet, in den letzten drei Monaten Schmerzen gehabt zu haben, viele von ihnen zum wiederholten Male. Oft wissen Eltern gar nichts davon. Wie aber erkenne ich das als Elternteil? Ab wann sind Schmerzen bei Kindern chronisch? Dr. Lea Höfel, leitende Psychologin an der Kinderklinik Garmisch-Patenkirchen, erklärt: „Schmerz ist eine sensorische, emotionale Erfahrung, die nicht gleichzusetzen ist mit dem Auslöser des Schmerz‘. Jeder Mensch, jedes Kind nimmt ihn daher anders wahr.“ Zu den selbst von Fachleuten oft viel zu spät erkannten Schmerzen gehören auch solche, die eben nicht wie ein Beinbruch sichtbar sind. Bei kleineren Kindern sind dies oft Bauchschmerzen, bei Jugendlichen kommen vielfach Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen hinzu, oder Schmerzen des Muskel- und Gelenksystems. Durch seelischen Stress kann aus einem solchen “normal“ akuten Schmerz ein chronischer Zustand werden. Die Behandlung chronischer Schmerzen ist äußerst schwierig – gerade bei Kindern. Medikamente helfen hier nicht, bei Kindern sind sie ohnehin nicht geboten, bei Erwachsenen können z.B. Kopfschmerzen gerade durch Medikamente induziert werden. Vielfach steckt hinter dem Schmerz etwas anderes: die Rückenschmerzen des Schülers entpuppen sich z.B. als Schulangst, die Bauchschmerzen sind durch stete Hänselei durch die Mitschüler verursacht. Das Aufzudecken braucht viel Zeit. Zu den Fragen während einer gründlichen Schmerzanamnese gehören daher auch: Gibt es soziale Belastungen? Gibt es Mobbing oder Ausgrenzungserfahrungen? Wie verhalten sich die Eltern? Wie lässt sich die Lebensführung positiv verändern? Diese und viele weitere Aspekte chronischer Schmerzen, und was ich tun kann, wenn ich den Verdacht habe, dass mein Kind davon betroffen ist, erläutert mir heute Dr. Lea Höfel. Dr. Lea Höfel leitet die Abteilung Zentrum für Schmerztherapie junger Menschen und den psychologischen Dienst an der Kinderklinik Garmisch-Partenkirchen gGmbH. Ihr Buch "Chronische Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen" ist letzten Monat bei Junfermann erschienen. Folge direkt herunterladen
Apropos ... wingwave!
06-07-2022
Apropos ... wingwave!
Wie kann ich mit einem gesunden Selbstbewusstsein, mit Tatenlust und Freude das Leben meistern? Häufig steht einem guten, leichteren Leben etwas im Weg. Solche Blockaden aufzuspüren und möglichst rasch aufzulösen ist das Ziel von wingwave-Coaching. „wingwave“ ist eine Kurzzeit-Coachingmethode, die erstaunlich schnell ein positives Emotions-Klima in der Erlebniswelt von Menschen schaffen kann. Cora Besser-Siegmund, Dipl.-Psychologin aus Hamburg, erklärt: „wingwave ist eine Kombination von Elementen aus dem NLP, einem Muskeltest aus der Kinesiologie und der Nutzung wacher REM-Phasen. Im Mittelpunkt steht dabei das Emotionscoaching.“ Die Methode nutzt die natürliche Informationsverarbeitung des Menschen, die zu großen Teilen während des Schlafs, in den sog. REM- oder Tiefschlafphasen stattfindet. In diesen Phasen bewegt der Mensch unbewusst die Augen hin und her. Es bewirkt, dass die beiden Gehirnhälften besser verbunden werden und zusammenarbeiten. Eine gute Verbindung der verschiedenen Bereiche im Gehirn verbessert z. B. die Merkfähigkeit und macht Gelerntes leichter abrufbar. Wer viele REM-Phasen im Schlaf hat, lernt leichter. Im Schlaf räumt das Gehirn quasi auf. Der Rat, „mal eine Nacht drüber zu schlafen“ ist also ein sehr sinnvoller. Um diese Art der Informationsverarbeitung auch im wachen Zustand nutzen zu können, lassen sich die schnellen Augenbewegungen durch ein Hin- und Herwedeln mit der Hand vor den Augen herbeiführen. Zusammen mit dem Myostatik-Test und Elementen aus dem Neurolinguistischen Programmieren Die Wirksamkeit dieser Methode wurde inzwischen auch wissenschaftlich bestätigt. Frank Weiland, Sportpsychologe bei der HSV Fußball AG, konnte in seiner Doktorarbeit nachweisen, dass Kinder, die mit wingwave gecoacht wurden, z. B. signifikant geringere Schulangst haben, als die, die nicht gecoacht wurden. Mehr noch: Viele gingen nach dem Kurzzeit-Coaching sogar mit Freude in die Schule! Lola Siegmund, Wirtschaftspsychologin und selbst Mutter, bestätigt: „Die wingwave-Methode lässt Informationen schnell und punktgenau abrufen!“ Sie ergänzt: „Auch die Lieblingsmusik kann die Lernleistung steigern!“ Noch besser gelingt es, den wingwave-Effect zu nutzen, indem man z. B. wingwave-Musik hört: Mit exakt 63 Beats pro Minute geht sie von einem Ohr zum anderen. Für die wingwave-Musik wurden echte Musikinstrumente verwendet, keine Synthesizer. So verbessert sie, z. B. über die App, während der Arbeit oder der Lernzeit die Aufnahmefähigkeit, sie beruhigt und reduziert Anspannung. *** Wer mehr über diese wirksame Methode wissen möchten, dem sei das Buch „wingwave-Coaching für Kinder und Jugendliche“ Von Cora Besser-Siegmund und Lola Siegmund empfohlen. Mehr zum EMDR im Coaching erfährst du auch in „wingwave-Coaching“, das Von Cora Besser-Siegmund und Harry Siegmund *** Cora Besser-Siegmund, Dipl.-Psychologin aus Hamburg, gründete vor mehr als 20 Jahren zusammen mit Ihrem Mann Harry Siegmund das Wingwave Institut. Seitdem sind über 8000 Menschen in Wingwave ausgebildet worden. Lola Siegmund, B.A. Wirtschaftspsychologie mit Schwerpunkt Coaching und Training, Master-Studium „International Leadership“, Business-Coach, NLP- und wingwave-Lehrtrainerin. Dipl.-Volkswirt Frank Weiland ist Sportpsychologie bei der HSV Fußball AG. Seine Schwerpunkte sind u.a. die sportpsychologische Beratung und Betreuung von Spitzensportlern in Training und Wettkampf und Führungskräftetrainings und -coachings. Seit 2009 bildet er in seinem Unternehmen „Kopfarbeit“ Tainer und Physiotherapeuten in Sportpsychologie aus und betreut Mannschaften und Einzelsportler. Derzeit promoviert er an der DSHS in Köln.   Folge direkt herunterladen
Apropos ... People Pleasing!
27-06-2022
Apropos ... People Pleasing!
Du kannst dich jeden Tag neu entscheiden Es allen recht machen, immer schön ja und Amen sagen, bis nichts mehr geht. Wer Tag für Tag bemüht darum ist, dass es anderen gutgeht, geht, verliert den Kontakt zu den eigenen Bedürfnissen. Das hat Miriam Thalheimer erlebt. Sie hat sich als Trainerin und Coach auf das People Pleasing spezialisiert – mit Erfahrungen aus allererster Hand. Jahrelang hat sie versucht, dem gängigen Bild vom erfolgreichen, glücklichen Leben zu entsprechen. Ganz viel im Außen aufgebaut, die tolle Ausbildung, das Studium, der sichere Job, die schöne Wohnung, eine nette Beziehung … und im Innern nur Leere verspürt. Zuerst als leichter Unzufriedenheit, dann als echter Störfaktor im Leben. Im ersten Anlauf brach sie einfach alles ab. Das aber – der blinde Aktionismus - machte mehr Angst als frei. Sie hat es als deprimierend empfunden und kehrt etwas kleinlaut und entmutigt zurück. Nach viel, viel innerer Arbeit wusste sie dann, warum der „clean cut“ nicht das Richtige war: Sie hatte sich das neue, ganz andere Leben „nicht erlaubt“. Weiterhin fokussierte ihr Kopf auf das Drama, die Angst zu Scheitern, das Ungewisse. „People Pleasing erlaubt einem nur in den Grenzen der anderen zu leben“, weiß sie heute, „sich selbst etwas anderes zu erlauben, muss man lernen.“ Sie empfiehlt: Sich zu hinterfragen, was noch stimmt noch am eigenen Leben, was andere sein sollte. Und ein Gedankenexperiment: Wie würdest du leben, wenn materielle Abhängigkeiten keine Rolle spielen würden? Schreib es auf! Dann ist der erste Schritt getan!   Miriam Thalheimer ist Coach für innere Klarheit & Podcasterin. Mehr über sie erfährst du auf ihrer Webseite: Miriam Thalheimer Coaching (miriam-thalheimer.com) Folge direkt herunterladen
Apropos ... Paare im Urlaub!
08-06-2022
Apropos ... Paare im Urlaub!
Dialog als gemeinsames Denken Plötzlich allein zu zweit, da kann es schon mal knistern – und dass nicht nur in positiver Hinsicht. Wie wird die schönste Zeit des Jahres wirklich erholsam und schön? Wie viele Erwartungen müssen erfüllt werden und wessen Erwartungen sind das eigentlich? „Nicht nur die Erwartungen eines ganzen Jahres werden auf zwei Wochen Urlaub projiziert, sondern auch die unerfüllten Erwartungen aus der Kindheit“, sagt Dr. Rudolf Sanders, erfahrener Paartherapeut und Begründer des Verfahrens Partnerschule. Wie das alles in zwei Wochen passt? – Gar nicht! Um die plötzlich arbeitsfreie Zeit, wohlmöglich noch ohne die Kinder, dennoch genießen zu können, empfiehlt er als erstes: Bewegung in der Natur! „Waldbaden“ nennen es die einen; schon die großen Philosophen kamen im Gehen auf die besten Gedanken. Entscheidend dabei: Handy & Co. bleiben zuhause (oder werden für den größten Notfall stumm gestellt in der Tasche gelassen), die Aufmerksamkeit gilt ganz dem eigenen Tempo. Denn schon hier beginnt die Kunst des Urlaubs: Schritte im eigenen inneren Tempo zu machen. Über das bewusste, langsame Gehen, die Bewegung des Körpers, gelingt es, den Geist und unser Inneres zu entspannen. Ganz wie von selbst entwickeln sich beim Spazierengehen Gespräche, die, wenn dabei ein paar Regeln beachtet werden, zu den eigenen Bedürfnissen und denen des Gegenübers führen. „Spiegelnde Resonanzgespräche“, nennt Rudolf Sanders sie: Einer erzählt, der andere wiederholt – und zwar möglichst wortwörtlich. Der Zuhörer suspendiert seine eigenen Ideen und hört ausschließlich wertschätzend zu. Das was der Sprecher sagt, trifft im anderen auf Resonanz, spiegelt sich im anderen. So erfährt der Zuhörer indirekt auch viel über sich selbst, das Gehörte wirkt im Unbewusstsein. Wer jetzt noch ein, zwei Nächte über das Gesagte schläft, dem fügen sich die anfangs vielleicht als komplett gegensätzlich empfundenen Urlaubswünsche zu einem gemeinsamen neuen Ziel. Eine häufige und entscheidende Erkenntnis dabei: Nicht der andere ist für mein Glück zuständig, sondern ich selbst! Die eigene Geschichte lässt sich nicht wie eine Jacke an der Garderobe abgeben. Sie reist mit. In den Erste-Hilfe-Reisekoffer gehört deshalb auch, sich klarzumachen, dass der andere es gut meint. Konkrete Tipps, wie man sich gegenseitig wertschätzend im Blick behält und seine Liebe wieder ins Fließen bringt, erfährt Marion heute von Dr. Rudolf Sanders.  *** Dr. Rudolf Sanders, Dipl.-Päd., Ehe-, Familien- und Lebensberater, Lehr- und Forschungstätigkeit im Bereich der Ehe- und Paarberatung, ist Begründer des Verfahrens Partnerschule und war bis 2016 Leiter der katholischen Ehe- und Familienberatungsstelle Hagen & Iserlohn. Er ist Herausgeber der kostenlosen Online-Fachzeitschrift Beratung Aktuell. Wer mehr über gelingende Partnerschaft – im Urlaub wie im Alltag - wissen möchte, dem seien besonders zwei Bücher von Rudolf Sanders empfohlen: „Zwei sind ihres Glückes Schmied“ist hier als kostenloser Download erhältlich! Mehr über das Verfahren der Partnerschule ist zu lesen in „Die Partnerschule“ *** Du hast Fragen, Ideen für Gesprächspartner oder Themen? Schreib uns an podcast@junfermann.de. Wir freuen uns auf deine Anregungen! Das Junfermann-Podcast-Team: Saskia & Marion Folge direkt herunterladen
Apropos ... Coaching oder Therapie!
25-05-2022
Apropos ... Coaching oder Therapie!
Wo liegt die Grenze zwischen Coaching, Beratung und Psychotherapie? Wann sind die Grenzen im Coaching, wann sollte aus der Hilfe zur Persönlichkeitsentwicklung eine therapeutische Behandlung werden? Wann ist ein Coaching vielleicht die bessere Wahl? Die Psychologin Isa Schlott, die ihre Arbeit auch als neuro-mentales Coaching beschreibt, nennt als einen der grundlegenden Unterschiede: „Coaches arbeiten mit dem gesunden Menschen, Therapeuten mit erkrankten Menschen.“ Jeder gute, seriöse Coach wird Klient*innen ablehnen, denen er oder sie nicht helfen kann: „Einen Anrufer, der eine Traumatherapie via Telefon wünschte, habe ich selbstverständlich nicht beraten“. Hier ist die Arbeit eines Psychotherapeuten mit entsprechender Spezialisierung nötig. Sucht jemand Hilfe, ist der Dreh- und Angelpunkt zunächst die Frage nach der Heilerlaubnis: Der Heilpraktiker für Psychotherapie oder der Psychiater hat diese, psychologische Psychotherapeuten ebenfalls. Für den Laien ist dies oft nur an der Kassenzulassung zu erkennen. Ist ein guter Coach gefunden, profitiert der oder die Hilfesuchende häufig von einer moderneren Herangehensweise, denn neue Therapien und Methoden brauchen i.d. R. 10-15 Jahre, bis sie von den Krankenkassen zugelassen werden Zum Beispiel die Technik des Gedankestopps: Sie kann über das Reframen, einem Begriff aus dem Neurolinguistischen Programmieren, kurz NLP, gelingen. Aus einem niederdrückenden „Oh, das schaff‘ ich nicht!“ wird so ein „Ach, das mache ich eins nach dem anderen“ oder „Es wird alles nur mit Wasser gekocht.“ Sich die guten Sachen „aufs Ohr“ zu legen, schafft eigentlich jeder“, ist Isa Schlott überzeugt. „Schließlich sind die meisten Menschen auch extrem gut darin, sich selbst schlecht und ganz klein zu machen. Also: warum nicht auch anders herum!“ Helfen beim Mentalcoaching kann zum Beispiel auch das sog. „Convincing“. Bei Kindern zum Beispiel kann ein Coaching mit einem Zaubertrick beginnen. Gelingt der Trick, glaubt das Kind auch an andere Fähigkeiten des Coaches. Dem Coaching-Erfolg ist der Weg geebnet. Damit ein Coaching erfolgreich verläuft, empfiehlt Isa Schlott, die VAKOG-Typen zu beachten. Der Begriff aus dem NLP beschreibt unterschiedliche Typen nach den fünf Sinnen: Reagiert der eine Coachee eher auf visuelle Eindrücke, wirkt bei einem anderen Auditives besser und einen Dritten erreicht ein Coaching am besten, wenn er kognitiv angesprochen wird. Es bedarf also unterschiedlicher „Transportmittel“, um jemandem im Coaching von A nach B zu bewegen. Welche das sein können, erzählt mir Isa Schlott in der heutigen Podcastfolge.  *** Isa Schlott ist Psychologin mit Heilerlaubnis und kombiniert Schematherapie, neurolinguistisches Programmieren, Verhaltenstherapie und EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR, auf Deutsch etwa: Desensibilisierung und Aufarbeitung durch Augenbewegungen). Sie ist Expertin für neuromentales Coaching und bildet in ihrer Akademie in Bad Tölz Coaches aus. Mehr über sie erfährst du auf www.isa-schlott.de Ihr Buch „Coaching im Grenzbereich“ www.junfermann.de/titel/coaching-im-grenzbereich/1539 ist im April 2022 erschienen. Folge direkt herunterladen
Apropos ... Werte!
11-05-2022
Apropos ... Werte!
Stell‘ mal lauter: Wie wir unsere inneren Werte hören lernen Werte leiten uns, wir lernen sie vielfach unbewusst schon in der Kindheit. So ist alles, was wir tun, mit einem Wert verbunden, den wir über die Jahre verinnerlicht haben. Unser Verhalten und die Art und Weise, wie wir kommunizieren gründen in diesen Überzeugungen, ohne dass wir uns dessen immer bewusst sind. Wenn wir nachdenken, mit anderen sprechen und wie auch immer wir uns verhalten, so gibt es immer eine Verbindungslinie zu unseren Grundwerten. Manchmal aber ist es gut, „alte Stimme“ zu verabschieden oder zumindest leiser werden zu lassen, damit wir uns verändern können. Denn nicht jeder Wert, der uns im Alltag leitet, tut uns auch wirklich noch gut. Andererseits sind es gerade unsere Werte, die uns dabei unterstützen, Veränderungen gut zu meistern. „Veränderung geschieht dabei immer im inneren Einklang mit uns selbst“, sagt Sandra Brauer, Systemische Beraterin, Stressmanagement-Trainerin und Prozessbegleiterin in der digitalen Transformation aus Hamburg. Drei grundlegende Fragen auf drei verschiedenen Ebenen der Persönlichkeitsstruktur gilt es für jeden zu beantworten, der sich mit seinen Werten auseinandersetzen möchte. ·         Was kommt aus meiner Vergangenheit? ·         Was macht mich heute aus? Wo stehe ich gerade? Welche Kompetenzen habe ich schon? ·         Was kann noch daraus werden? Sehe ich mein Entwicklungspotenzial? Wo aber fängt man da an? Wie gelingt die Reflexion über Werte? Darüber spricht Marion heute mit Sandra Brauer, Coach und Autroin aus Hamburg. ***Wer jetzt neugierig geworden ist, seine Werte neu zu entdecken, dem seien die 2021 erschienenen Set „Werte-Karten“ empfohlen. Mehr über Sandra Brauer erfährst Du auf ihrer Webseite: Willkommen | Veränderungsbegleitung mit System (sandrabrauer.de) Folge direkt herunterladen