quoted. der medienpodcast

CIVIS-Medienstiftung und Süddeutsche Zeitung

Ob das Zusammenleben funktioniert, hat sehr viel damit zu tun, welches Bild wir voneinander haben. Für dieses Bild sind auch und besonders die Medien verantwortlich. Wie sie berichten, zum Beispiel über Migration und kulturelle Vielfalt, hat großen Einfluss auf die Gesellschaft. Kommunikationswissenschaftlerin Nadia Zaboura und SZ-Autor Nils Minkmar analysieren die aktuelle Berichterstattung und mediale Diskurse. Der Podcast der CIVIS-Medienstiftung für Integration und kulturelle Vielfalt in Europa und der Süddeutschen Zeitung, unterstützt von der Stiftung Mercator.

Cancel Culture: Mediengemachter Mythos?
24-11-2022
Cancel Culture: Mediengemachter Mythos?
Der Vorwurf, hier oder da herrsche eine Cancel Culture, kommt im politisch-medialen Diskurs dieser Tage ziemlich schnell auf. Zum Beispiel dann, wenn diskriminierende Begriffe oder Vorurteile gegen ganze Bevölkerungsgruppen Gegenstand öffentlicher Missbilligung werden, und wenn das wiederum Kritikerinnen und Kritiker auf den Plan ruft, die das Recht auf freie Meinungsäußerung bedroht sehen und dann vor „Tugend-Terror“ und „Diskurs-Polizei“ warnen. Oder die noch Schlimmeres wittern, wie etwa Eric Gujer, Chefredakteur der Neuen Züricher Zeitung, der von einer „neue(n) Form des Extremismus“ schreibt. Aber was genau verbirgt sich hinter all diesen Vorwürfen? Gibt es wirklich eine Cancel Culture? Und welche Rolle spielen Medien in diesem Zusammenhang? In der aktuellen Folge von „quoted. der medienpodcast“ sprechen Nadia Zaboura und Nils Minkmar darüber mit Adrian Daub, Professor für vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Stanford. Sein aktuelles Buch heißt: „Cancel Culture Transfer. Wie eine moralische Panik die Welt erfasst“. Daub sagt im Gespräch: „Cancel Culture ist keine Kreatur der Rechten. Es ist tatsächlich eine rechts-liberale bis liberale Presse, die sich dafür besonders interessiert. Das heißt, dass der Qualitätsjournalismus dazu tendiert, diese fehlerhaften Narrative zu kolportieren statt sie zu entkräften.“ „quoted. der medienpodcast“ ist eine Kooperation der CIVIS-Medienstiftung für Integration und kulturelle Vielfalt in Europa und der Süddeutschen Zeitung, gefördert von der Stiftung Mercator. Zum Weiterlesen: Tanjev: Moralisierung und Meinungsfreiheit. Gefährdet eine ‚Cancel Culture‘ den Journalismus? Analytische Annäherung an eine heikle Frage. In: UFITA – Archiv für Medienrecht und Medienwissenschaft, 1, 2021, S. 6-37.
Aufstand in Iran: Wie die Medien berichten
10-11-2022
Aufstand in Iran: Wie die Medien berichten
Seit fast zwei Monaten laufen die Proteste in Iran inzwischen. Bürgerinnen und Bürger aus allen gesellschaftlichen Schichten gehen landesweit auf die Straßen, um ein Ende des Mullah-Regimes zu fordern, trotz brutaler Reaktionen der sogenannten Sicherheitskräfte, trotz der Gefahr, inhaftiert, gefoltert und sogar getötet zu werden. Wie spiegeln deutsche Medien diese Ereignisse? Wie kommt das an bei der iranischen Community in Deutschland? Und wie nehmen Geflüchtete aus anderen Ländern die Berichterstattung wahr? Zu Gast in der aktuellen Folge von „quoted. der medienpodcast“ ist Isabel Schayani, Leiterin von WDRforyou, ein Online- Angebot des Westdeutschen Rundfunks für Geflüchtete in den Sprachen Deutsch, Farsi, Arabisch und Ukrainisch. Die Journalistin spricht über die Schwierigkeiten bei der Berichterstattung über Iran, die wichtigsten Informationsquellen der iranstämmigen Community in Deutschland sowie den Blick dieser Menschen auf die Medien hierzulande. Zu dem Vorwurf, in deutschen Medien gebe es „Mullah-Versteher“ sagt Schayani in der aktuellen Folge, es schade dem Thema, wenn in Lagern gedacht werde statt darüber zu diskutieren, wie die Bürgerinnen und Bürger in Iran von ihrer Regierung behandelt werden. „quoted. der medienpodcast“ ist eine Kooperation der CIVIS-Medienstiftung für Integration und kulturelle Vielfalt in Europa und der Süddeutschen Zeitung, gefördert von der Stiftung Mercator.
Kompetenz, Kritik, Korrektur
01-09-2022
Kompetenz, Kritik, Korrektur
Wie gewährleisten Medien, dass sie korrekt über das Geschehen in anderen Ländern berichten? Wie sollten sie damit umgehen, wenn das hier und da nicht gelingt und sie Kritik auf sich ziehen? Und wie ist die Auslandsberichterstattung allgemein aufgestellt? Was passieren kann, wenn eine Redaktion ein komplexes Auslandsthema bearbeitet und Gäste sprechen lässt, die kein Fachwissen haben oder parteiisch sind, hat sich bei einer Folge des SWR-Podcasts „Sack Reis“ gezeigt: Dass ein Gast dann beispielsweise historische Tatsachen leugnet, wie etwa einen Völkermord, und die betreffende Redaktion das nicht erkennt und die Aufnahme sendet. So geschehen in der März-Folge mit dem Titel "Kurz vor Krieg? Der zerbrechliche Frieden in Bosnien-Herzegowina", die eine heftige und anhaltende Diskussion ausgelöst hat. Wir nehmen diesen Fall zum Anlass, über Grundsätzliches zu sprechen. Wie gewährleisten Medien, dass sie korrekt über das Geschehen in anderen Ländern berichten? Wie sollten sie damit umgehen, wenn das nicht gelingt und sie Kritik auf sich ziehen? Wie sind Redaktionen ausgestattet, wenn es um die Kommunikation mit Zuschauern, Zuhörerinnen, Lesern und Userinnen auf Social Media geht? Außerdem stellt sich die Frage, wie Auslandsberichterstattung insgesamt aufgestellt ist. Während die USA, China oder Russland stark im Fokus der Berichterstattung stehen, wird über andere Länder verhältnismäßig wenig berichtet. Hinweis: Die besagte Podcastfolge des SWR und die Sonderfolge sind inzwischen aus der ARD Mediathek gelöscht. quoted. der medienpodcast, alle 14 Tage donnerstags. Eine Kooperation der CIVIS Medienstiftung für Integration und kulturelle Vielfalt in Europa und der Süddeutschen Zeitung, gefördert von der Stiftung Mercator.** **Weiterführende Links:**
Mehr Druck, weniger Qualität?
21-07-2022
Mehr Druck, weniger Qualität?
Digitalisierung, mangelnde Ressourcen, Arbeitsverdichtung: Was macht das mit Journalistinnen und Journalisten, ihren Aufgaben und dem Mediensystem selbst? Der Journalismus erlebt einen Wandel, der weitreichende Veränderungen dieses Berufs mit sich bringt und die Anforderungen an Medienschaffende weiter verstärkt. Das crossmediale Arbeiten kostet mehr Zeit, man muss verschiedene Kanäle gleichzeitig betreiben und sollte dabei oft auch noch selber Präsenz auf Social Media zeigen. All das kann dazu führen, dass sich Menschen überfordert fühlen. Der Wandel wirft aber auch andere Fragen auf: Wie beeinflussen die Veränderungen im Journalismus dessen Qualität, seine Funktion und seine Wirkung? Können Journalistinnen und Journalisten ihrer Verantwortung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt noch so gerecht werden, wie viele von ihnen das wollen? Was bedeuten die Veränderungen im journalistischen Arbeitsalltag für die notwendige Perspektivenvielfalt oder für den Blick auf kulturelle Diversität? In einer aktuellen Studie der Otto-Brenner-Stiftung wird untersucht, wie Journalistinnen und Journalisten den Transformationsprozess der Medien erleben. In der neuen Folge von „quoted. der medienpodcast“ diskutieren die Kommunikationswissenschaftlerin Nadia Zaboura und der SZ-Autor Nils Minkmar die Ergebnisse dieser Studie und sprechen mit dem Journalisten Rainer Nübel, einem der Verfasser der Studie und Professor für Medien- und Kommunikationsmanagement an der Hochschule Fresenius in Heidelberg. „quoted. der medienpodcast“, alle 14 Tage donnerstags. Eine Kooperation der CIVIS Medienstiftung für Integration und kulturelle Vielfalt in Europa und der Süddeutschen Zeitung, gefördert von der Stiftung Mercator. Übrigens: Anschließend macht unser Podcast eine Sommerpause. Ab dem 1. September geht es dann mit neuen Folgen weiter. Das quoted-Team wünscht allen eine schöne Sommerzeit! Weiterführende links: | Medien besser kritisieren: CORRECTIV – Recherchen für die Gesellschaft: RUMS | Neuer Journalismus für Münster:
Krieg und Verschwörungserzählungen
02-06-2022
Krieg und Verschwörungserzählungen
Die derzeitige weltpolitische Lage ist die fragilste seit Jahrzehnten. Das hat vor kurzem Bundesinnenministerin Nancy Faeser gesagt. Und sie ist längst nicht die einzige. Zu der aufgeheizten Situation tragen unter anderem Verschwörungserzählungen bei, die vor allem aus Russland in Umlauf gebracht werden und auch in Deutschland auf Gehör stoßen. Über diese Desinformationskampagnen und ihre Verbreitung durch sogenannte alternative Medien diskutieren die Kommunikationswissenschaftlerin Nadia Zaboura und der SZ-Autor Nils Minkmar in der aktuellen Folge von „quoted. der medienpodcast“. Verschwörungsmythen beschäftigen uns schon länger. Im Zusammenhang mit dem russischen Krieg gegen die Ukraine gewinnen sie aber zunehmend an Bedeutung. Und es zeigt sich gerade jetzt wie gefährlich sie sind. In Deutschland und anderen europäischen Ländern werden sie vor allem von radikalen und extremen Rechten aufgenommen. Diese finden im russischen Staatspräsidenten Putin mit seinen völkischen, antimodernen Narrativen einen Verbündeten im Kampf gegen die offene Gesellschaft, gegen Demokratie und Rechtsstaat, gegen Einwanderung und überhaupt Vielfalt. Etablierte Medien sind hier gefordert, Desinformation als solche zu erkennen, aufzudecken, und zu entlarven. Zu Gast: Die Kultur- und Medienwissenschaftlerin Elisabeth Fast, Amadeu Antonio Stiftung, Expertin für Verschwörungserzählungen. „quoted. der medienpodcast“, alle 14 Tage donnerstags. Eine Kooperation der CIVIS Medienstiftung für Integration und kulturelle Vielfalt in Europa und der Süddeutschen Zeitung, gefördert von der Stiftung Mercator. Weiterführende Informationen: