FUSSBALL MML

Micky Beisenherz, Maik Nöcker, Lucas Vogelsang

Fast könnte man denken, sie hätten sich einfach zufällig in Hamburg getroffen. An einem Montag nach der Bundesliga, in einem viel zu engen Raum, in dem irgendjemand sechs Dosen Red Bull und drei Mikros vergessen hatte. Das wäre die perfekte Legende, sie ließe sich gut erzählen. Am Abend nach dem dritten Glas Chianti. Und vielleicht stimmt sie sogar. Denn Fussball MML, das war eine Idee, aus dem Moment und aus einer Sehnsucht heraus. Ein Vorschlag, es mal zu versuchen, über Fußball reden und schauen, was dann passiert. Das eigentlich simple Rezept, die eigentlich simple Versuchsanordnung. Eine in die Jahre gekommene Boyband, die als Dreierkette Weltmeister werden wollte. So standen wir da, am Anfang. Drei Männer, die sich, mal beiläufig, mal absichtlich, über den Weg gelaufen waren. In den Stadien und den Studios dieses Landes. www.fussballmml.de Produziert von Podstars by OMR. read less

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Der Mann von La Mannschaft - E19 - Saison 22/23
vor 4 Tagen
Der Mann von La Mannschaft - E19 - Saison 22/23
Leute, diesmal melden wir uns live aus dem Millerntor-Stadion, wo Maik als Übergangs-Greenkeeper (nur bis Januar, versprochen) erst den Rasen trocken gewischt hatte, um hinterher, im Winterwahn verpasster Chancen, die vermeintliche Weltformel mit Wachsmalern an die Wände zu klieren. Er sei da, sagte er uns, etwas ganz Großem auf der Spur. Die Zahlen! Noch 46 Tage bis, zum Bundesliga-Start, noch zwei Wochen bis zur Weihnachtsfeier. 46 durch 2, merkt ihr noch was? Und überhaupt, liest denn niemand die Schlagzeilen? Oliver Bierhoff. Die Initialen. O! Und B! Wie Oberbürgermeister. Und wer war mal Oberbürgermeister in Hamburg? Genau! Und wer hat von 1988 bis 1990 beim HSV gespielt? Eben. Das kann doch kein Zufall sein. Raute im Herzen, Raute im Rückspiegel. Das muss euch doch auch auffallen! Fast fing er zu schreien an. Katar, der Kanzler, Gas wollen, Gas geben. Das hängt doch alles miteinander zusammen. Bierhoff und Scholz. Schweigen ist Silber, Golden ist Goal. Erkennt denn keiner die Parallelen? Das muss in die Zeitung! Das erzähl ich bei Lanz. A beautiful Maik. Dann brach er lachend zusammen. Und wir schwiegen gemeinsam. Drei Super-Illuminaten im Kampf gegen Windmühlen, einsam in der Presselandschaft. Weil es mehr auch gar nicht zu sagen gab. Und weil wir sie tatsächlich genossen. Diese plötzliche Stille. Nach dem Schuss, den wir nicht gehört hatten. Draußen der Rasen im Hamburger Regen. Morgen ist auch wieder Wetter. Und wenn ihr jetzt wissen wollt, wieso. Und wenn ihr außerdem hofft, dass wir Stuttgart nicht gänzlich vergessen haben, den schönen Bruno in Bad Cannstatt, dann müsst ihr reinhören. In diese neue Folge. FUSSBALL MML - denn alles andere sind nur Verschwörungstheorien. Viel Spaß!
Der Mann von La Mannschaft - E19 - Saison 22/23
vor 4 Tagen
Der Mann von La Mannschaft - E19 - Saison 22/23
Leute, diesmal melden wir uns live aus dem Millerntor-Stadion, wo Maik als Übergangs-Greenkeeper (nur bis Januar, versprochen) erst den Rasen trocken gewischt hatte, um hinterher, im Winterwahn verpasster Chancen, die vermeintliche Weltformel mit Wachsmalern an die Wände zu klieren. Er sei da, sagte er uns, etwas ganz Großem auf der Spur. Die Zahlen! Noch 46 Tage bis, zum Bundesliga-Start, noch zwei Wochen bis zur Weihnachtsfeier. 46 durch 2, merkt ihr noch was? Und überhaupt, liest denn niemand die Schlagzeilen? Oliver Bierhoff. Die Initialen. O! Und B! Wie Oberbürgermeister. Und wer war mal Oberbürgermeister in Hamburg? Genau! Und wer hat von 1988 bis 1990 beim HSV gespielt? Eben. Das kann doch kein Zufall sein. Raute im Herzen, Raute im Rückspiegel. Das muss euch doch auch auffallen! Fast fing er zu schreien an. Katar, der Kanzler, Gas wollen, Gas geben. Das hängt doch alles miteinander zusammen. Bierhoff und Scholz. Schweigen ist Silber, Golden ist Goal. Erkennt denn keiner die Parallelen? Das muss in die Zeitung! Das erzähl ich bei Lanz. A beautiful Maik. Dann brach er lachend zusammen. Und wir schwiegen gemeinsam. Drei Super-Illuminaten im Kampf gegen Windmühlen, einsam in der Presselandschaft. Weil es mehr auch gar nicht zu sagen gab. Und weil wir sie tatsächlich genossen. Diese plötzliche Stille. Nach dem Schuss, den wir nicht gehört hatten. Draußen der Rasen im Hamburger Regen. Morgen ist auch wieder Wetter. Und wenn ihr jetzt wissen wollt, wieso. Und wenn ihr außerdem hofft, dass wir Stuttgart nicht gänzlich vergessen haben, den schönen Bruno in Bad Cannstatt, dann müsst ihr reinhören. In diese neue Folge. FUSSBALL MML - denn alles andere sind nur Verschwörungstheorien. Viel Spaß!
Oldboys in Sippenhaft - E18 - Saison 22/23
30-11-2022
Oldboys in Sippenhaft - E18 - Saison 22/23
Leute, diesmal melden wir uns aus einem viel zu kleinen Zimmer in München, in dem wir seit etwa einer Woche festgehalten werden. Von einem Mann, dessen Stimme sehr nach Uli Hoeneß klingt. Hotel Mutti. Hin und wieder spricht er mit uns, lobt Katar, wettert gegen die FIFA. Dann geht ein grelles Licht an, dann dröhnt eine Hupe, dann bekommen wir essen. Drei Oldboys in Sippenhaft, ernähren uns ansonsten von Weißbier und Eigenurin. Oder lecken verzweifelt an der Tapete, die aussieht, als wären wir tatsächlich in den 70ern gefangen. Draußen der Nachthimmel von Belgrad, draußen die Schergen der Junta, Pistolenschüsse. Kein Sommermärchen, Hinschauen heißt mithitlern. Erst haben sie uns den Spaß und schließlich auch den Kontext genommen. Wir gären im eigenen Saft, im Wandschrank auch nur noch die Mode von gestern, die abgetragenen Devotionalien, am Kragen einer verlaufenen Schminke. Wir wissen nicht mehr, was wir noch anziehen sollen. Die alten Träume passen nicht mehr. Und das Boateng-Trikot aus 2016 kann man nur noch als Wife Beater tragen, was so ehren- wie ärmellos wäre. Tanktopspieler. Immerhin, am Wochenende wurde uns ein Fernseher in den sonst kahlen Raum gestellt. Darin die Welt, die ganze Symbolik. Die alten und die neuen Helden. Sie sitzen sich fremd gegenüber. Boateng und Basler, der Kevinprince und der Supermario. Sinnbilder auch, für die Generationen. Dort die Einstigen, Weltmeister mal, die immer gleich klare Kante zeigen, poltern, auf den Tisch hauen. Hier die Jüngeren, auch sie Weltmeister, aber stiller im Glanze. Sie finden andere Töne. Weil ihnen Haltung wichtiger ist als Meinung. Und mittendrin stehen zwei, die sich schon lange gut kennen. Sami Khedira und Bastian Schweinsteiger. Sie waren das Herz unter Löw, ohne ständig nach Eiern zu suchen. Jetzt halten sie das Mikro in der Hand, und könnten dabei unterschiedlicher kaum sein. Antipoden im Splitscreen. Denn während Schweinsteiger, in Würde ergraut, etwas hemdsärmelig am Spielfeldrand steht und dabei so wirkt, als müsste er sich auch in dieses Turnier erstmal grätschend und blutend hinein arbeiten, thront Khedira am Pult der ARD, staatsmännisch und bedacht, das Einstecktuch auf der Zunge, ein Aristokrat der Analyse, als wäre jeder Satz bereits eine Bewerbung für höhere Aufgaben. Er weiß, was er tut. Manchmal verschluckt er sich dabei und ist dann selbst überrascht. Lachen allerdings tun die anderen. Und wenn ihr jetzt wissen wollt, worüber eigentlich. Und wenn es euch wirklich interessieren sollte, wie und ob wir uns aus unserer Lage befreien konnten, dann solltet ihr unbedingt reinhören, in diese neue Folge FUSSBALL MML. Denn alles andere ist nur Quartalspatriotismus. Viel Spaß!
Scheichsparteitag - E17 - Saison 22/23
21-11-2022
Scheichsparteitag - E17 - Saison 22/23
Leute, dieses Mal senden wir live aus der Stadthalle in Oer-Erkenschwick, um vom Sofa aus gleich auf die großen Skandale der vergangenen Tage zu blicken. Ins Sauerland, wo der kleine Fußball einfach nicht stattfinden durfte. Oder nach München, wo Proteste mit Tränengas erstickt wurden. Und natürlich nach Al-Khor, wo das Beduinenzelt als Bühne diente. Die FIFA als Musical, die pompöse Propaganda des Präsidenten als Tanzrevue mit Plastiksäbeln. So lehnen wir uns hinein, in den Gegenwind der Gegenwart, in diesen Shitstorm der Schaulustigen. Drei Wettkönige, die sich gleich den ersten Zacken aus der Krone brechen und jede Knochensäge allein am Geräusch schon erkennen. Drei Eröffnungsspieler, die dabei sein wollten, wenn die Wüste die Weltkugel schluckt. Finale Doham. Scheichsparteitag. Waren gleich Feuer und Flamme. Denn heute fühlten wir uns. Als Scheich, als Herrscher, als Schweizer. Korrupt, rothaarig, übermächtig. Und sahen den Reigen der Bilder. Sahen Gott und Nelson Mandela. Und einen jungen Mann ohne Beine, in traditionell weißem Gewand. Eine Inklusions-Inszenierung, die unfreiwillig zum Kommentar geriet, weil es doch wirkte, als hätten die Scheichs ihr eigenes Maskottchen zum Leben erweckt. Und oben saßen die Männer und klatschten vergnügt. Waren doch bester Laune. Bis der Fußball begann. Das Spiel nach der Show. Und sich die Bilder, flüchtende Fans und halbleere Tribünen, gegen sie wandten. Da bröckelte es. Erste Risse in der Fassade, erste Flecken auf weißem Tuch. Der Fußball, das bleibt als Gefühl, hat uns den Fußball verdorben. Er ist keine Insel mehr, keine Gegenwelt, in der wir für 90 Minuten Zuflucht suchen können. Der Müll der Wirklichkeit, er liegt stattdessen auch hier als Treibgut am Strand. Wir stolpern drüber, wir stoßen uns daran. Und sind uns nicht sicher, was genau wir jetzt damit anfangen sollen. So viele Fragen. Gleich zu Beginn. Und wenn ihr damit leben könnt, dass auch wir die Antwort nicht kennen und uns wieder nur ungefähr annähern können, mit subjektiven Emotionen und neuen Texten für alte Lieder, dann hört ruhig mal rein. In diese neue Folge. FUSSBALL MML - denn alles andere ist nur K-Pop. Aus der Konserve.
Disbalance im Dismaland - E16 - Saison 22/23
15-11-2022
Disbalance im Dismaland - E16 - Saison 22/23
Leute, dieses Mal haben wir uns zwei Dutzend Kataris (alternativ: Katarer) mit reichlich MML-Merch behangen vor den Studio-Container gestellt, damit sie sechs Tage vor dem Eröffnungsspiel der definitiv besten WM aller Zeiten noch mal richtig Stimmung machen. Bisschen Trommeln gegen die Tristesse. Bisschen Wirbel ohne Rückgrat. Klobige Claqueure eines klassischen Culture-Clashes. Denn, seien wir mal ehrlich, uns selbst lässt die ganze Chose bisher kalt. Keine Euphorie, keine Vorfreude, keinen Bock. Das Duell Kimmich gegen Kamada klingt als Gassenhauer nun mal deutlich besser, wenn es in Frankfurt gespielt wird. Und in Anbetracht der Bilder aus Doha hat uns bereits eine seltsame Sehnsucht befallen. Nach der weiß gewandeten T-Helferzelle in der Allianz-Arena. Magenta statt Maguire. Aber immerhin haben der Fußball und seine Hauptdarsteller, so kurz vor der langen Winterpause, noch mal ordentlich geliefert. Mit einem Ronaldo-Interview, das selbst Kurt Krömer nicht hätte schlechter führen können. Und einem BVB-Spiel, das erst zeigte, wieso Mats Hummels jetzt doch zuhause bleiben muss. Und gleichzeitig die Frage in den auch sonst sehr freien Raum stellte, warum seine Nebenleute trotzdem mitdürfen. Am Ende aber, machen wir uns nichts vor, wird es auch darauf nicht ankommen. Süle oder Schlotterbeck, Günter oder Raum. Havertz oder Füllkrug. Alles Kokolores, Luxusprobleme als Zeitvertreib. Denn entscheidend wird diesmal vor allem neben dem Platz. Weshalb wir zum Schluss, Ehrensache, noch einmal hinein schalten mussten. Ins ZDF, in die Katar-Doku von Jochen Breyer und Julia Friedrichs. In diesen Film, der so entlarvend ist und dabei so erschreckend wenig überraschend, weil man das alles genau so erwartet, erahnt und erfühlt hat. Im Vorfeld. Im Angesicht der Verbrecher. Die Homophobie der Katarer (alternativ: Kataris), die Korruption von Kalleinz, das Schlechte längst Allgemeingut. Wenn allerdings der Botschafter des Turniers, diese eigentlich gute Miene zum bösen Spiel, im vermeintlich toten Winkel der Kameras bereits derart früh seine Fratze und damit das wahre Gesicht des Gastgebers offenbart, dann ist das natürlich auch und vor allem ein Coup, die große Kunst der Bestätigung. Ein unverschämtes Zeitdokument, die ungeschminkte Wahrheit. Eine unverpackte Süßigkeit, die bitter schmeckt und schwer im Magen liegt. Was deshalb bleibt, ist der Ekel. Und wenn ihr wissen wollt, wie genau der klingt. Und wenn ihr erfahren wollt, wie ihr euch diese nüchtern betrachtet furchtbare WM trotzdem schön saufen könnt, dann hört rein. In diese neue Folge FUSSBALL MML. Denn alles andere ist nur Scheichwerbung. Viel Spaß!
Knörr auf den Tisch - E15 - Saison 22/23
07-11-2022
Knörr auf den Tisch - E15 - Saison 22/23
Leute, diesmal senden wir live aus der Europapassage. Mit Maik Nöcker als Shopping-Queen, Micky Beisenherz als Meyselmännchen (sechs Oscars für Gladiator) und Lucas Vogelsang als Parfüm-Influencer, der zum Reinkommen gleich mal zwei Dutzend Liegestütze macht. Einarmig natürlich, wie jeder anständige Bandit. So sudeln wir uns hinein in eine Folge, die erstmal sehr viel Frauke Ludowig ist und sehr wenig Claudia Neumann. Aber was sollen wir denn bitteschön machen, wenn uns das Fernsehen mal wieder ein paar echte Perlen ins Haifischbecken geworfen hat. Da tauchen wir tief. Und stehen bereit. Zum High-Five mit Kokain-Clowns im Rolf-Eden-Kostüm. Oder Manga-Duett mit Rachel Rinast. Denn wir schnappen sie uns. Alle. Und deshalb natürlich auch die Hauptdarsteller des Wochenendes. Die großen Momente, die vermeintlichen und die tatsächlichen Reminiszenzen an das bereits Gewesene. Neuer im Olympiastadion als Chilavert, Higuita, als Wiedergänger seines früheren selbst. Die Nerven zum Bizeps gespannt, die Botschaft an den Bundestrainer unmissverständlich. Ich, Manu der Libero, bin wieder da. Bereit für die Wüste. Oder in Dortmund Moukoko, mit einem Gruß an seinen Ziehvater Lars. Ricken! Lupfen jetzt, 25 Jahre danach. Und in Polen, der Poldi. 60 Meter, noch einmal Prinz, noch einmal Karneval im linken Fuß. Alaaf is in the Air, so kurz vorm 11.11. Auch das eine Bewerbung vielleicht. An den Bundestrainer, der ja bis Donnerstag noch so lang würfeln will, bis die Neun fällt. Und sonst? Verliert Union derart deutlich gegen das eigene Spiegelbild, dass man meinen könnte, da hätte ihnen einer, Asche auf unser Haupt, den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben. Und in Freiburg jagt Christian Günter den Charly Körbel Rekord. Nachdem sein Team schon wieder gewonnen hat. Im Stile einer Spitzenmannschaft, gegen einen Effzeh, der ja auch keine Laufkundschaft ist. Ei, der Daus! Und wer jetzt tatsächlich noch wissen möchte, ob wir beim Floskelbingo am Ende sogar einen Kleinwagen gewinnen konnten und ob es Micky Beisenherz vielleicht doch noch zum letzten Heimspiel des FC St. Pauli schaffen wird, der sollte unbedingt reinhören. In diese neue Folge FUSSBALL MML. Denn alles andere ist nur Sky Sport News HD!
Schrottwichteln an Halloween - E14 - Saison 22/23
01-11-2022
Schrottwichteln an Halloween - E14 - Saison 22/23
Leute, diesmal melden wir uns direkt aus der Podstars-Gruselkammer am Messegelände, einer längst vom Netz genommenen Sitzgeisterbahn aus den Restbeständen des Hamburger Doms. Drei erschreckend schlecht gealterte Abstiegsgespenster, mehr Buh als Hui. Drei scheußlich schief gewickelte Mikrofonmumien, die seit Jahren schon im Untotenwinkel der Medienbranche lauern und sich diesmal einen Keller in Köln ausgesucht haben, um noch einmal richtig und auch richtig laut im Dunkeln zu tappen. Bevor einer kommt und das Licht anmacht. Und sie mit all ihren Thesen und Meinungen zu Staub zerfallen. The Talking Dead. So ging es also gleich um den großen Horror der Kurve, den Videobeweis. Diesen Totengräber des Fußballs, der sich mit langen Fingern gerade sein eigenes Grab schaufelt. Und deshalb auch um Bilder, die keiner sehen wollte. Und um das dreckige Lachen der sauberen Sieger. Als hätte jemand das Dortmunder Grinsen in einen Kürbis geschnitzt. Und weil wir hoffnungslose Traditionalisten sind, fordern wir am Tag nach Helloween natürlich vor allem Reformationen. Denn Süßes kann jeder, aber Saures ist Gold! Oder so ähnlich. Und weil uns ein Fest schlichtweg zu wenig ist, und weil wir es ohnehin kaum erwarten können, dass bald wieder der Baum brennt, mit ordentlich Action im Advent, haben wir Flicks langen Zettel der Hoffnung in verdauliche Fetzen gerissen und ein paar der Namen aus einem alten Hut gezogen. Schrottwichteln, sagen die Kenner. Wir nennen es Hoolclub. Und schenken damit auch den Abseitigen etwas Aufmerksamkeit. Rani Khedira zum Beispiel, dem Kanté aus Köpenick. Oder Mats Hummels, dem Matthias Sammer der Generation Bumble. Am Ende auch eine Séance, als könnten wir damit noch einmal den Geist von Rio beschwören. Mit Ochsenabwehr und einem Außenrist als Außenminister. Wir schwelgen halt gerne. Und verlieren uns dann, in den Nebensträngen der Neuigkeiten, diesem teuflischen Labyrinth der Laberei. Wenn ihr jetzt allerdings trotzdem wissen wollt, was Bachirou Salou und Ansgar Knauff gemein haben und was den FC Bayern und Inter Mailand auf ewig verbindet, dann hört rein. In diese neue Folge FUSSBALL MML. Denn alles andere ist nur VARarsche! Viel Spaß!
Olümpische Spiele - E13 - Saison 22/23
25-10-2022
Olümpische Spiele - E13 - Saison 22/23
Leute, diesmal melden wir uns direkt vom Rande des Wahnsinns. Mit Micky Beisenherz als Helmut Kohl (natürlich), Maik Nöcker als Perestroika (den Flachmann Gorbatschow lässig in der Balenciaga-Bauchtasche) und Lucas Vogelsang als Captain Tsubasa, der wirklich erst dann schießt, wenn er das Tor sieht. Mit breiter Brust und noch breiterem Grinsen, weil heute wirklich fast alles drin ist. Schauplatzstürme. Unsere ganz eigene Bundesligakonferenz, aus Augsburg und Bochum, aus Leverkusen und aus Berlin. So sonnen wir uns endlich wieder im Flutlichtblau des Ruhrstadions, wo der VfL den Tabellenführer mit den eigenen Waffen schlagen konnte. Die Abwehr tief im Westen, der Doppelpass zum 2:0 als letztgültiger Nassmacher. Und zupfen am zweiten Anzug der roten Bullen, bis noch ein Ass aus dem Ärmel fällt. Ausgleichende Gefräßigkeit. Und natürlich garnieren wir all das mit ordentlich Nostalgie, setzen uns noch einmal mit Volker Finke in den Strandkorb, besetzen Räume, die nur er sehen kann und machen, schönes Herrensahnehäubchen, am Ende noch eine frivole Arschbombe ins Entmüdungsbecken der Nationalmannschaft. In der Hoffnung, mit den dergestalt erzeugten Wellness-Wellen nebenbei auch das neu entfachte Feuer in Jogi Löw zu löschen, bevor er damit aus Versehen die Arena auf Schalke in Brand steckt. Ihr seht also, wir bewegen uns mal wieder zwischen den Extremen. Tennis und Tönnies, Walter Frosch und Waldemar Hartmann. Eine Schnurrbartlänge vom Abgrund entfernt. Die brennende Kippe schon am Pulverfass. Und wer jetzt noch wissen will, warum Xabi Alonso demnächst die Nationalmannschaft der Winzer trainieren wird und wieso es ein Großteil der Menschen aus Castrop-Rauxel nie nach Sylt geschafft hat, der muss unbedingt reinhören. In diese neue Folge FUSSBALL MML. Viel Spaß!
Amnesie International - E12 - Saison 22/23
17-10-2022
Amnesie International - E12 - Saison 22/23
Leute, dieses Mal gibt es unsere Jahreshauptversammlung live aus der MML-Mehrzweckhalle am Millerntor. Mit Maik Nöcker als Michael Ott, Micky Beisenherz als Uli Hoeneß und Lucas Vogelsang als Stimmung, für die er selbst verantwortlich ist. Es werden also alte Finger in junge Gesichter gesteckt und die Menschenrechte mit mindestens zwei linken Füßen in den Nachthimmel über Doha getreten. Auch, weil die Bayern mal wieder gezeigt haben, wie schnell man die eigene Vergangenheit, dieses lästige PK-Gewäsch von gestern einfach vergessen kann. Stichwort Menschenwürde, Reizwort Katar. Amnesie International, hinter uns die Unsinnflut. Aber immerhin wurde mal wieder gesungen. Happy Birthday, Mr. Präsident. Und Freibier gab es am Ende auch. Weshalb diese Mitgliedermesse gerade hintenraus eher einem späten Festzelt glich, Wiesn und Wiederwahl. Mit den altbekannten Gassenhauern zum Nachgrölen. Und die Puffmutti heißt Uli. Nun ja. Als schließlich die Beamten mit den Spürhunden kamen, Bombenstimmung kurz vor Mitternacht, hat Hoeneß zu allem Überfluss noch den Schlüssel zum Bankschließfach trocken heruntergeschluckt. Die alten Reflexe. Aber egal. Am Sonntag war ja wieder alles in Dortmund. Weil die Bayern plötzlich so spielten wie damals, als sie noch unschlagbar waren. Mit einem Typen vorne drin, der auch die ekligen Bälle prallen lässt. Und weil der BVB in Köpenick genau den Fußball bot, den Mats Hummels noch mehr hasst als Tresengespräche mit Matthias Sammer. Mit Kunst im Mittelfeld, für die selbst Tomatensuppe zu schade wäre. Was uns jetzt noch bleibt, ist die Kultur. Und weil, Frankfurter Applaus, diese Woche Buchmesse ist, gehen wir heute gleich mit zwei Büchern an den Start. Der WMML-Doppeldrop. Mit den noch einmal um 40 Seiten erweiterten ZEITLUPEN und der lang erwarteten Rückkehr des lustigen Tassenbuches. Und mit DIE WM UND ICH von unserem Freund Gerhard Waldherr, den Maik Nöcker im Rausch des Derbysieges nicht ganz zu Unrecht einen Haurausgeber genannt hat. Worum es darin nun genau geht und wer da eigentlich noch mitgemacht hat, das alles erfahrt ihr in der neuen Folge. FUSSBALL MML - Männers mit Literatur!
Mit dem Zweiten Süd man besser - E11 - Saison 22/23
11-10-2022
Mit dem Zweiten Süd man besser - E11 - Saison 22/23
Leute, in dieser Woche sind wir die wirklich ganz weiten Wege gegangen. Denn während Maik, der als Hoeneß-Double und Oligarchen-Liebchen am Tegernsee logiert, die Genugtuung des späten Ausgleichs noch hörbar in der Stimme trug, durften sich Micky und Lucas am Hamburger Stadtrand mal ganz aus der Nähe anschauen, wie unsere ganz eigene Schnapsidee langsam Wirklichkeit wird. Wir machen ja jetzt Spirituosen, machen Wodka, Gin, Korn. Mit den natürlich passenden Namen. Uwe Wacholder, Rüdiger Vollkorn und Wolfram Wottka. Unsere persönlichste Dreierkette. Weshalb wir diesmal live aus der Destille gesendet haben. Mit mehr Prozenten als die SPD in Niedersachsen. Ein Brennpunkt also im eigentlichen Sinne, mit klarer Kante und ordentlich Wumms im Abgang. So ging es hinein in die Geschichten dieses Wochenendes, in die letzten Minuten von Dortmund, in die Gesäßtasche von Deniz Aytekin, ins Kleinhirn von Oliver Kahn. Mit Nobby Dickel im Ohr und Modeste vor der Süd. Und natürlich sprachen wir über Karten und über Interviews, weil von den einen zu wenig und von den anderen zu viel gegeben wurden. Und natürlich sprachen wir über Trainer und Stürmer, weil der eine den anderen mitnehmen muss. Flick und Füllkrug. Mut zur Lücke, auch in Katar. Und weil in Stuttgart ein anderer gehen musste, nachdem ihm auch der letzte Neuner, auf den er sich in der Enge des Abstiegskampfes hätte verlassen können, abhanden gekommen war. Beim VfB, auch das gehört zur Wahrheit, waren die Augen mal wieder größer als die Diamanten. Nun ja. Am Ende jedenfalls wurde es noch mal politisch, so kurz vor Katar. Weil die Proteste im Iran jetzt auch den Fußball erreicht haben und weil die vergangenen Tage erneut gezeigt haben, dass der Fußball nicht unpolitisch sein kann. Ali Daei, Mehdi Mahdavikia, Ali Karimi - all unsere Helden von früher, einst auch zuhause Ikonen, haben sich hinter die Frauen in ihrer Heimat gestellt, Zeichen gesetzt. Gesellschaftliches Gegenpressing, das unmittelbar Folgen hatte. Daei wurde der Pass abgenommen, Mahdavikia hat das Land mittlerweile verlassen. Von Schlagzeilen begleitet. So hing die Solidarität in der Kurve, Spruchbänder und Fotos, so war der Widerstand auch im Stadion sichtbar. Das Spiel wieder Bühne. 30 Jahre nach Jugoslawien. Tatsachen. Wir liefern den harten Boden dazu. Und wenn ihr jetzt wissen wollt, wie es klingt, wenn wir aufschlagen, im freien Fall der freien Rede, dann hört unbedingt rein. In diese neue Folge, in diese letztgültig längste Nachspielzeit. FUSSBALL MML - denn alles andere ist nur nüchtern betrachtet.
Alte Dame, König, Lars, Spion - E10 - Saison 22/23
04-10-2022
Alte Dame, König, Lars, Spion - E10 - Saison 22/23
Leute, diesmal gibt es das große MML-Stürmer-Special zum Tag der Deutschen Einheit. Weil in Köln und in Bremen, in Manchester und in München die Musik mal wieder ganz vorne gespielt hat. Mit allen Geschichten und Gerüchten, mit allen Rekorden und Rekonvaleszenzen drumherum. Zuvorderst natürlich war da die Rückkehr von Modeste nach Köln, an der Seitenlinie immer noch seine große Liebe, der Jubelbär mit der Schiebermütze. An der Seitenlinie aber leider immer noch niemand, der den Torhunger des Franzosen mit Flanken füttern könnte. Weshalb, logisch, ein anderer den Hauptdarsteller geben durfte. Steffen Tigges, ausgerechnet. Es bleibt dabei: Der Fußball schreibt Drehbücher, die selbst bei ARD und ZDF abgelehnt werden würden. Zu viel Kitsch, zu viel Pilcher, zu konstruiert in ihren Koinzidenzen. Nun ja. Was man auf jeden Fall sagen kann: Die Dortmunder im Allgemeinen und der Außenrist von Mats Hummels im Besonderen vermissen Erling Haaland, diese Kopfvoranläufe zur Eckfahne, die Torpedotiefe seiner Sprints, diese Lok auf zwei Beinen, diesen Schienenspieler im eigentlichen Eigensinne, der den Ball zur Not ins Tor gerammt hätte. Aber der Norweger trägt jetzt Himmelblau und schießt die Premier League kaputt. Citizen Kanone. Was allerdings hierzulande anderen Stürmern die Möglichkeit eröffnet, selbst einmal ganz oben in der Torjägerliste zu stehen. Eine Chance, die Niclas Füllkrug genutzt hat, indem er im Weserstadion gleich die erste Chance genutzt hat. Und eine zweite noch dazu. Was natürlich ein sehr ordentliches Bewerbungsschreiben an Hansi Flick war, für Kaderplatz 26 bei der WM. In Berlin allerdings, wo Mittelstürmer schon seit Jahren einen schweren Stand haben, sprechen sie derweil nicht über Tore und Spitzen, sondern über Eigentore und Spitzel, weil das ehemalige Wunderkind Lars Windhorst mal wieder tief in die Trickkiste gegriffen und ein paar Spione damit beauftragt haben soll, den einstigen Präsidenten zu stürzen. Ein Agentenfilm wie aus der Feder von Didi Hallervorden. Und die nächste Schmonzette im Berliner Westend. Da kann man aus Sicht der Blauweißen wieder nur neidisch nach Köpenick schauen, wo die Unioner trotz ihrer Niederlage gegen Frankfurt weiterhin ungläubig von oben grüßen. Und so kommt der Bundesliga-Tabellenführer am Tag der Deutschen Einheit tatsächlich aus der ehemaligen DDR. Was nicht nur eine Erwähnung wert, sondern natürlich auch schon wieder eine Geschichte für sich ist. Alle anderen hört ihr in der neuen Folge. Viel Spaß!
Scheinhighlights - E09 - Saison 22/23
26-09-2022
Scheinhighlights - E09 - Saison 22/23
Leute, seien wir doch mal ehrlich. Am Sonntag, so gegen 11 Uhr, saßen wir noch immer relativ ratlos vor unserer Açaí Bowl, weil wir einfach nicht wussten, worüber wir am Montag sprechen sollen. Über die Nations League, die fehlende Tiefe von Timo Werner, die tiefen Fehler von Serge Gnabry? Bitte nicht! Über die Krise der Bayern, die jetzt auch eine Krise der Deutschen ist? Ah, geh! Über die falschen Wechsel, die gescheiterten Experimente, die Ohnmacht des Bundestrainers? Auch nicht so richtig. Wir standen also ziemlich lustlos mit dem Rücken zur Wand. Bis das Telefon klingelte. Und Uli Hoeneß direkt in den Doppelpass durchgestellt wurde, um Andreas Rettig, dem König der Scheinheiligen, diesem Schlaumeier aus Leverkusen, seine Welt zu erklären. Der besonders heiße Draht. Denn natürlich ging es um Katar, die WM, den Wandel durch Handel, die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen. Hoeneß hatte alles dabei, die Quervergleiche, die Reiseempfehlungen, die Zukunftsaussichten. Die ganze Tonleiter seines bayrischen Baritons. Dabei schepperte seine Stimme in der Weite des Studios, dabei dröhnte er aus allen Ecken. Ein Kaiser im Sport1-Palast, während oben in der Regie und draußen in der Chefredaktion die Korken knallten. War der Anruf vom Uli doch vor allem ein Coup, ein Quotenhit, ein echter Gassenhauer, den wahrscheinlich nicht mal ein Layla-Duett von Effenberg und Basler hätte toppen können. So wurde am Ende noch ein bisschen lauter geklatscht. Und gleich danach, Hoeneß hatte sich gerade erst verabschiedet, kamen die erhofften Reaktionen, die eingepreiste Entrüstung, das kollektive Kopfschütteln. Mission accomplished. Was bleibt, ist die Moral. Denn ein ehemaliger Präsident, der mal eben bei seinem hausgemachten Propaganda-Sender anruft, um seine Sicht auf die Dinge vor einem Millionenpublikum durch den Hörer zu drücken, das ist natürlich nicht weniger als die Trumpisierung des Sportjournalismus. Mar-a-Lago am Tegernsee. Make Bavaria Great Again. Nun ja, am Ende müssen wir es wohl deshalb genau so machen wie Hoeneß sonst nur mit den Scheichs. Und ihm auf Knien danken. Für dieses Material aus Gold, für diesen Monolog aus dem Kleinhirn der Großmannssucht, für diese punktgenaue Vorlage. Denn ohne ihn wäre es nur Fussball. Mit ihm ist es MML. Und wenn ihr jetzt noch wissen wollt, wie es klingt, wenn man trotzdem versucht, beide Seiten zu verstehen, dann müsst ihr reinhören. In diese neue Folge. Viel Spaß!
Tracht Prügel - E08 - Saison 22/23
21-09-2022
Tracht Prügel - E08 - Saison 22/23
Leute, diesmal melden wir uns aus unserer ganz persönlichen Käfer-Schänke, leicht angesoffen in der schon vollgepissten Lederhose, die Tanzkarte noch im zu eng geschnürten Dirndl. Zeltmeister, das große Grabbeln. Nach einer Woche, die sich tatsächlich so angefühlt hat, als wären wir von Felix Magath auf den Kotzhügel getrieben worden, immer und immer wieder, vom Tee gebeutelt, jeder Ball nur bittere Medizin. So standen wir heute morgen betont kurios in der Gegend herum. Maik, der noch in Düsseldorf war, nachdem er dort am Dienstag bis Zapfenstreich als Alt ausgeholfen hatte. Micky, der auf Ibiza war, um, entlarvend genug, mit spanischen Fliegen im Schnabel Vogelhochzeit zu feiern. Und Lucas, die Natter mit dem Putter, der mal wieder allein im Keller die Presseschau zusammen kopiert hatte, die Druckerschwärze der Schlagzeilen noch an Daumen und Zeigefinger. In dieser Verfasstheit also ging es hinein in die Krisn der Bayern, die Bierkrüge als maßgeschneiderte Brenngläser auf die Befindlichkeiten eines Vereins, der mal wieder gequälte Miene zum schlechten Spiel machen muss. Das Lächeln vom Sponsoren befohlen, die miese Laune aber so offensichtlich, so greifbar, als hätte der Kahn dem Brazzo ein Lebkuchenherz um den Hals gehängt, darauf zwei Wörter aus Zuckerguss: Lieber Lewy! Denn die Wahrheit der Wiesn passt auf ein griffiges Plakat: Koan Neuner. Und deshalb bleibt der Kater wahrscheinlich bis zur Winterpause. Einziger Lichtblick aus Münchener Sicht: das Trainingslager ist dann wieder in Katar, da können die Nationalspieler praktischerweise gleich dort bleiben. Das spart den Hinflug. Finale Doha! Und vielleicht können die Bayern dann gleich das Quartier der DFB-Delegation übernehmen, eine Burg mit Flutlichtmasten, die vom Bundestrainer, der gar nicht Bundestrainer genannt werden will, in der SZ gerade erst euphorisch gelobt wurde. Es gilt auch hier das schwarzrotgeile Wüstenmotto: All or nothing. Alles nichts, oder? Um die Politik kümmern sich dann die anderen. Die Zivilcourage kommt mal wieder aus der Kurve. Das war‘s vom Sport. Und nun zum Wetter. In Sachsen sorgt Hoch Max für gute Laune, am Niederrhein hagelt es Kritik und böse Wörter, weil die Kultur im Osten untergeht, die Gemüter sind erhitzt, die Stimmung hingegen deutlich unterkühlt, eine Besserung ist nicht in Sicht. Und wenn ihr jetzt noch wissen wollt, was nach der Werbung kommt, dann müsst ihr reinhören. In die neue Folge FUSSBALL MML. Denn: Verzapft is! Viel Spaß!
Sommerhaus der VARS! - E07 - Saison 22/23
12-09-2022
Sommerhaus der VARS! - E07 - Saison 22/23
Leute, wir melden uns diesmal live aus Bocholt, um zwischen ausgestopften Frettchen und angestaubten Kuckucksuhren ein bisschen über Fußball zu sprechen. Es ist ja, man kann es nicht anders sagen, ziemlich viel passiert. Tuchel weg, Tedesco weg, Rose da! Ein Spätsommermärchen, weil da endlich Arsch auf Dose passt. Dazu Nagelsmann, dessen Outfit darauf schließen ließ, der sich nach drei Unentschieden erstmal bis Dienstag im Telekom T verstecken wird, die Kapuze tief in jenem Gesicht, das er gegen Barcelona nicht verlieren möchte. Und natürlich Max Kruse, der als mollige Dampflok von Abschaffner Kovac erst aufs Abstellgleis geschoben wurde und jetzt mit der Draisine auf dem Weg nach Berlin ist. Im Rucksack die Millionen eines sehr teuren Missverständnisses. Und weil das so viele Themen sind und weil wir wie immer wenig Zeit haben, setzen wir uns am Anfang erstmal genüsslich mit der Morgenzeitung auf’s Scheißhaus der Gegenwart und gönnen uns eine ausgiebige Presseschau. Mit Schlagzeilen aus dem Kleinhirn der Schmierfinken. Bye, Bye Bayern! Union ist die Nummer 1 in Deutschland. Zum Beispiel. Oder auch: Tor-Held Richter ließ sein Sperma einfrieren. Wundervoll. Und setzen uns dann, nachdem wir unsere Hände in Unschuld gewaschen haben, gleich draußen in den Garten, wo Mario Basler schon die zweite Kippe am Brennen hat. Bisschen Sommerhausmusik vom Viererkettenraucher. Lungenbrötchen und Kaffeesätze. Dein MML. Bevor wir allerdings auch dem Mölders die Wampe tätscheln müssen, lassen wir dann doch noch thematisch die Hosen runter und machen einen Kopfsprung hinein in den handwarmen Pool aus Geschichten. Tauchen also tief ein in die Gewässer dieses Wochenendes, schwimmen zum Boden der Tatsachen, der gerade schwammig ist und aufgewühlt. Grundgedanken. Wo Hand nicht mehr Hand ist und die Gemüter überschäumen, wenn der Keller vollläuft. Der Videobeweis als letztgültige Arschbombe. Wieder Wogen, die nicht zu glätten sein werden. Und leider auch Grenzen, die überschritten wurden. In einem Strudel aus Enttäuschung und Wut, Hybris und Hass. Weil mal wieder der Mob mit im Boot sitzt. Frösche mit Trollmützen, die Fäuste am Ruder. Männer, die Regeln brechen, weil sie die Regeln nicht mehr verstehen. Dort aber, am letzten Zaun der Tribüne, hinter der Bandenwerbung, am Rande des Anstands, verläuft noch immer unsere ganz persönliche kalibrierte Linie. Und wer wissen will, wie es klingt, wenn wir auf Abseits entscheiden, drei Pfeifen mit Gischt vor dem Mund, der muss reinhören. In diese neue Folge. FUSSBALL MML, denn alles andere ist nur Auslegungssache. Viel Spaß!
Überragende Folge! - E06 - Saison 22/23
06-09-2022
Überragende Folge! - E06 - Saison 22/23
Leute, wir haben diesmal mit gierigen Griffeln in den Setzkasten der Sportberichterstattung gelangt, um euch die ganz sicher abgewohntesten und totgequatschtesten Fußballfloskeln katzengleich vor die Tür zu legen. Eine Weltklasse-Idee, die Stimmung selbstverständlich überragend. Auch und vor allem, weil wir an diesem Morgen natürlich noch bühnenbesoffen und münchenverstrahlt ins Studio gewankt sind. In den Augen das Flutlichtglitzern des Olympiaparks, in den Silben die völlig haltlose Überzeugung, dort vor Publikum mal wieder richtig abgeliefert, den Fußball mit der Kunst versöhnt zu haben. Weil es ja wirklich ein bisschen Applaus gab, für die Gasumlage als Gegenpressing, für Hoeneß und Habeck. Für Maik als David Hasselhoff, Micky als Herbert Grönemeyer und Lucas als Charles Schumann. Nun ja. So wurden die Anekdoten des Wochenendes im Nachgang wie Salzstreuer verschoben, so durfte der Affe noch einmal richtig Zucker bekommen. In dieser dritten Halbzeit, die wild war. Ein Ritt durch die Liga und die Geschichte. Mit Freiburg als Tabellenführer. Heute. Und vor 22 Jahren. Weshalb wir natürlich noch mal in den Kader von damals geschaut haben. Darin der Kehl und der Kanzler. Und alle Willis dieser Welt. Im Wechselgesang der Tribüne. Und natürlich auch mit Union. Weil dort in Köpenick selbst die irdischsten Klopper seit jeher Fußballgötter sind. Und weil sie derzeit wohl auch den Stadionsprecher auf die Sechs stellen könnten, ohne deutlich an Qualität einzubüßen. Weshalb wir den Angler Urs Fischer natürlich gewohnt unsachlich und breit grinsend mit dem Menschenfänger Jürgen Klopp verglichen haben. Ganz so, als wäre Kevin Großkreutz ein Berliner. Dortmunder Union. Bierernste Beispiele. Aber ihr kennt uns, wir vergaloppieren uns gerne. Drei Schindmähren, drei schreckliche Schimmel, die sich als Rennpferde tarnen. Die Klappe immer größer als die Scheu. Wir schweifen ab, wir treten aus. Und springen am Ende, Weltklasse-Wallache, doch wieder höher als wir sollten. Darauf, immerhin, könnt ihr wetten. Und das, immerhin, kann man hören. Jetzt und hier! Viel Spaß!
Sommer sucht Sprüche - E05 - Saison 22/23
30-08-2022
Sommer sucht Sprüche - E05 - Saison 22/23
Leute, da war ja mal wieder richtig Wetter. Am Wochenende, in der Liga. Da hat es Tore gehagelt, an der Weser und am Berger Feld. Aus einem zuvor noch königsblauen Himmel. Und in München war Sommer. Hoch Yann. Weil die kleinste Nummer eins der Liga, so würde es Béla Rethy vermutlich sagen, über sich hinaus gewachsen ist. Mit mehr Paraden als Nordkorea. Kim-Il Jump. Und weil die Bayern dort im Strafraum verzweifelt sind. An ihm, Schweizer Gardemaß. Und an sich selbst, im Abschluss tatsächlich päpstlicher als der Papst. Als hätten sie statt Ziel- nur Weihwasser gesoffen. Weshalb am Ende nicht mal die Brechstange half. De Ligt als van Buyten. Die falscheste Neun. Nun gut. Dann gibt es jetzt eben das Topspiel am Samstag. Union gegen die Bayern. Der Erste gegen den punktgleichen Zweiten aus Köpenick, der, scheinbar unkaputtbar, schon wieder alles richtig und einfach so weiter macht wie bisher. Trotz der immer neuen Abgänge. Wie ein Haifisch, dem einfach neue Zähne wachsen. So inszenieren sie mit nur drei Groschen eine große Oper. Die erste Reihe eine funktionierende Achse. Die Neuzugänge wieder Volltreffer. Als würden sie ihre eigene Geschichte recyceln. Und vorne trifft die Greta Thunberg des Fußballs, weil in der Kabine das Klima stimmt. Eine Großwetterlage, die uns natürlich zur naiven Hoffnung verleitet, diese Unioner könnten nun auch die Bayern runterkühlen. Unter Umständen unter Betriebstemperatur. Wir werden sehen. Das Spiel läuft übrigens schon um 15:30 Uhr. Warum? Das müsst ihr Donata Hopfen fragen. Wir wissen da auch nicht weiter. Wenn ihr allerdings herausfinden wollt, wo Micky Beisenherz seinen Eispickel versteckt, wieso Lucas Vogelsang fast das erste BVB-Tor von Modeste verpasst hätte und was genau Maik Nöcker gegen Brazzo in der Hand hat, dann müsst ihr reinhören. In die neue Folge. FUSSBALL MML, denn mehr Momentaufnahme geht nicht. Viel Spaß!
Lachs- und Sachgeschichten - E04 - Saison 22/23
22-08-2022
Lachs- und Sachgeschichten - E04 - Saison 22/23
Leute, willkommen zur Sendung mit den grauen Männern, die sofort neurotisch mit den Wimpern klimpern, wenn woanders mal wieder jemand auf der Maus ausgerutscht ist. Nur, um dann ihrerseits aus jeder Zeitungsente einen Elefanten zu machen, der danach tagelang unübersehbar im Raum steht. Klingt oft nicht so, ist aber komisch! Weshalb wir eigentlich längst selbst unmittelbar vor dem Presseclub laufen müssten. Nun ja. Diesmal jedenfalls haben wir gleich mit dem ordentlichen Herrenwitz begonnen, was ungefähr so klang: treffen sich Ralf Möller, Herbert Grönemeyer und Helmut Kohl am Hamburger Hafen, um gemeinsam mit einem Kraftwürfel aus Herne-West das große Drama in Lüdenscheid-Nord vergessen zu machen und dem Kollegen Beisenherz in diesen tiefschwarzgelben Stunden ein wenig Ablenkung zu gönnen. Was ihnen dann, irgendwo zwischen Wicht und Wichserse, immerhin so gut gelungen ist, dass wir am Montag im Studio ganz in Ruhe und mit ungewöhnlichem Wohlwollen in die Gegnerbeobachtung gehen konnten. Mit viel Lob für die Bremer Offensive, mit Derby-Ducksch und Fightclub-Füllkrug. Und am Ende auch mit einer großen modischen Verbeugung vor dem Trikot der Bremer. Frei nach dem alten Schlachruf: Was ist Lachs und riecht nach Sieg? Genau. Wobei man auch sagen muss, dass der Zeugwart mit diesem Trikot nicht nur frech in den Leibchenkoffer, sondern gleich auch tief in die Trickkiste gegriffen hat. Wenn nämlich alle Spieler aussehen wie Tim Wiese, dann ist es ja kein Wunder, dass die ganze Mannschaft am Ende eine breite Brust hat. Übrigens auch eine physiognomische Besonderheit, die wenige Kilometer entfernt in Bochum diesmal schmerzlich vermisst wurde. Dafür aber gab es Slapstick-Einlagen und Dödelelfmeter. Oder, um es aus Bayern-Sicht zu sagen: wenn jetzt noch die Geschenke aus dem Westen dazu kommen, sind wir ja wirklich auf Jahre hinaus unbesiegbar. Also Kaiserwetter in der Nähe der Königsallee. Auch das gab es an diesem Wochenende ohne Wachablösung. Und wenn ihr, liebe Hörer, jetzt noch erfahren wollt, was Maik Nöcker oben im Norden erlebt hat, als Leichtmatrose im Ostseestadion, als Hansdampf bei Hansa Rostock, mit Sternchen auf dem Trikot und reichlich Geschichte im Gepäck, dann müsst ihr unbedingt reinhören, in die neue Folge Fussball MML! Denn alles andere ist nur Fernsehgarten. Viel Spaß!
Bobic, please! - E03 - Saison 22/23
16-08-2022
Bobic, please! - E03 - Saison 22/23
Leute, als waschechte Stars haben wir uns zur Feier des Tages ein Sternchen über das Wappen genäht und die Widerrede ans Revers geheftet, damit ihr in Echtzeit hören könnt, wie uns der Kragen platzt. Nach einem Wochenende, an dem reines Glück in raue Mentalität umgedeutet wird und wir uns mehr denn je nach schottischen Verhältnissen sehnen. Oder eben nach einer Zeit, in der Torhüter nicht aus dem Mustopf, sondern aus der Ehrmann-Schmiede kamen, mit Unterarmen wie Oberschenkel. Und Gesichtern, die man zur Faust ballen konnte. Bankdrücker mit Stammplatzgarantie, die im Zweifel den Kalk von der Linie leckten. Lieblingsessen: Pumpernickel. Stattdessen aber nur Flekken, der sich selbst auf die weiße Weste spuckt. Oder Schwolow, der so lange Fliegen fangen wird, bis auch das letzte Hemd in der Kurve eine königsblaue Krawatte hat. Ihr seht also, die Diskussionen werden mal wieder in den Strafräumen geführt. Mit Pfiffen auf allen Seiten. Und mit Paraden ohne Glanz. Womit wir natürlich mittendrin sind, in der Hysterie und den Gaga-Debatten, die dieses Spiel umfloren wie selten zuvor, weil die Politik und der Sport gerade in diesem Jahr, zwischen Corona und Katar, kaum noch voneinander zu trennen sind. Und mitunter trifft dann Wut auf Wahrheit, verhindert die heiße Meinung den kühlen Blick, wird nur zwischen die Zeilen geschaut und die eigene Haltung ziegelsteinschwer durch die Scheiben der anderen geworfen, bis dort auf dem Boden der Tatsachen nur noch Scherben liegen, die niemand mehr zusammen kehren möchte. Viel Erregung, wenig Kultur. Und, manchmal sogar, viel Schwarm und wenig Intelligenz. Damit aber wird der Zeitgeist zum Abstiegsgespenst und jeder Einwurf zum Bumerang. Und Schweigen wird tatsächlich Silber, weil jeder Satz auf der Goldwaage liegt. Damit aber kommen wir nicht weit, wahrscheinlich nicht mal bis November, und am Ende wird jede Debatte nur noch vom Rand aus entschieden. So, wie das Spiel der Dortmunder am Freitag in Freiburg. Womit wir also, mit sehr viel Glück und noch mehr Mentalität, nun doch noch den Kreis geschlossen haben. Aber ihr kennt uns, so sind wir nun mal. Das letzte magische Dreieck, mit ordentlich Quatsch zum Quadrat. Doch wenn ihr das Geodreieck anlegt, werdet ihr sehen: auch diese Folge war mal wieder zu kurz! Egal, wir wünschen euch trotzdem viel Spaß!
Pferdeschwanzfreude - E02 - Saison 22/23
08-08-2022
Pferdeschwanzfreude - E02 - Saison 22/23
Leute, wir sind mal wieder auf Reisen gewesen. Für euch, für den Fußball, fürs eigene Image. So war Maik Nöcker (59) mit Totenschädel bei den Teufeln, um sich am Betze die Finger zu verbrennen und an Terrence Boyd (Fußballgott) die noch verbliebenen Zähne auszubeißen. Während Operettenfan und Elendstourist Lucas Vogelsang zusammen mit Lena Cassel raus nach Köpenick fahren durfte, um sich dort gleich die nächste Derbyklatsche abzuholen, weil der Hydra von der Wuhle über den Sommer mal wieder neue Köpfe gewachsen sind. Womit um 17:15 Uhr Ortszeit am Samstag also auch die persönliche Saison gelaufen war, nachdem die Bayern am Abend zuvor in nur 45 Minuten bereits die allgemeine Spielzeit entschieden hatten. Nur gut, dass zumindest Micky Beisenherz eine gewisse räumliche Distanz zwischen sich und den Fußball gebracht hatte, indem er als 14. Kegelbruder und Jan Ullrich Stunt-Double mit seiner ganz persönlichen Interpretation des 9-Euro-Tickets nach Mallorca geflogen war, um sich dort noch einmal an den Pool zu legen und allen Normalverbrauchern zu zeigen, dass sein Dad-Bod der Sixpack ist. Allerdings hatte sich der Gute trotz Bikini-Figur nicht ganz frei machen können. Von Erwartung und Euphorie, diesem kurzen Höhenflug auf den Schwingen der Adler. Und war deshalb, wie die meisten von uns, dem Sirenengesang des Optimismus bis an die Klippen der Enttäuschung gefolgt, mit der Regenbogenbermuda hinein in eine bayerische Brandung, in der jede Hoffnung jäh Schiffbruch erlitt. Was bleibt, ist trauriges Treibgut, sind Tränen im Pool. Ein Auftakt also, der nach Chlor und nach Salz schmeckt. Und eine Liga, die sich mit böser Zunge die Wunden leckt. Weil sie ja weiß, dass die Party vorbei ist, sobald der Freistaat den Takt vorgibt. Mit Megaphon auf dem Zaun, mit Sadio Mané auf allen Schultern und Radio Müller auf allen Frequenzen. Der Blaskapellmeister. Antenne Bayern, leider schon wieder das Beste von heute. Und Dortmund holt den Karneval an die Ruhr. Und Leipzig holt Timo Werner zurück. Man muss sich Oliver Kahn als glücklichen Menschen vorstellen. Und hoffen, dass die nächsten Gegner andere Antworten finden. Oder zumindest unangenehme Fragen vermeiden. Nach den Adlern, Heinz-Sielmann-Wochen im Safari-Park Bundesliga, kommen am Sonntag aber erstmal die Wölfe. Ein ganzes Rudel, das vor Bambi zittert. Die Jagd geht also weiter. Und wir werden uns mit dem Feldstecher auf die Lauer legen, ordentlich Wüstengras fressen, um keine Finte, keinen Haken und keinen Schuss zu verpassen. Versprochen. Vorher aber wünschen wir euch viel Spaß mit der neuen Folge. FUSSBALL MML - denn alles andere ist nur Buschfunk!